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Alle reden über Alaba - doch was ist mit Boateng, Goretzka und Süle?

Oct 14, 2020, 8:22 PM GMT+2
Jerome Boateng, David Alaba
Beim FC Bayern sprechen alle über die Vertragssituation von David Alaba. Aber was ist mit Jerome Boateng? (v.l.) / Handout/Getty Images
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Wenn über Spielerverträge beim FC Bayern gesprochen wird, dann vorrangig über das auslaufende Arbeitspapier von David Alaba. Doch was ist mit Jerome Boateng, der ebenfalls in sein letztes Vertragsjahr gegangen ist? Darüber hinaus gilt es auch mit Blick auf den 30. Juni 2022, bald entscheidende Fragen zu klären.

Die Innenverteidigung des FC Bayern ist breit aufgestellt. Mit David Alaba, Jerome Boateng, Niklas Süle, Lucas Hernandez und Tanguy Nianzou kämpfen fünf Spieler um die beiden freien Plätze in der Viererkette, dahinter befinden sich die Nachwuchstalente Chris Richards und Bright Arrey-Mbi in Lauerstellung.

Im kommenden Jahr könnte ein Teil der Triple-Achse aber wegbrechen, denn die Verträge von Alaba und Boateng laufen aus. Der Fokus liegt sowohl in der Öffentlichkeit als auch hinter den Kulissen auf Alaba, mit ihm wolle man seriös verhandeln und "keine Spielchen spielen", wie Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor wenigen Tagen betonte. Angesprochen auf Boateng wählte der 43-Jährige zurückhaltendere Worte (via Eurosport): "Wir schätzen Jerome sehr, er hatte großen Anteil daran, dass wir die Champions League gewonnen haben. Wir werden jetzt versuchen, bis Winter erfolgreich zu sein und dann schauen wir weiter."

Kam Nianzou als Vorgriff auf einen Boateng-Abschied?

Zweimal stand Boateng auf der Abschussliste, beide Male wurden die Bayern den früheren deutschen Nationalspieler nicht los. Nach der Trennung von Niko Kovac wirkt der 32-Jährige jedoch wie verwandelt, kam sichtlich gestärkt aus dem Weihnachtsurlaub zurück und erspielte sich im Laufe der Rückrunde einen Stammplatz, den er nicht mehr abzugeben vermochte.

Nianzou Tanguy Kouassi
Tanguy Nianzou könnte in Boatengs Fußstapfen treten / TF-Images/Getty Images

Die Sportliche Leitung wird sich fragen müssen, wie lange der in der Vergangenheit von Verletzungen geplagte Boateng sein derzeitiges Niveau halten kann - und wie lange die jungen Wilden brauchen werden, um bei den Profis Fuß zu fassen. Das Hauptaugenmerk liegt allen voran auf Nianzou, der im Sommer ablösefrei von Paris St. Germain verpflichtet worden war und als eines der größten Defensivtalente Frankreichs gilt. Dem 18-Jährigen wird eine große Zukunft prophezeit, derzeit fällt er jedoch wegen einer Verletzung aus. Sofern er sein vorheriges Niveau erreicht, könnte er Boateng bereits in der kommenden Spielzeit ersetzen.

Boateng hält sich alle Optionen offen

Gewiss könnte Boatengs Zukunft auch eng mit Alabas verknüpft sein. Kann es sich der FC Bayern leisten, gleich zwei Stammspieler auf einer Position zu verlieren? Bei einer Einigung mit Alaba dürften Boatengs Chancen schwinden, sollte der Österreicher eine Verlängerung ablehnen, könnte der Routinier übergangsweise für ein oder zwei Jahre bleiben und den Verlust qualitativ und in der Breite auffangen.

Jerome Boateng
Verlängerung oder Abschied? Boateng hat sich noch nicht festgelegt / DeFodi Images/Getty Images

Boateng macht sich allerdings noch keine großen Gedanken über seine Zukunft, will sich alle Optionen offenhalten. "Ich kann es mir vorstellen", sagte er gegenüber dem kicker über eine mögliche Vertragsverlängerung, "mit Hansi Flick als Trainer und diesem Team macht es extrem viel Spaß." Vor neuen Erfahrungen wolle er sich nach fast zehn Jahren in München aber nicht verschließen: "Ich lerne gerne Neues kennen und muss nicht immer am selben Ort sein. USA, Asien oder auch ein anderes europäisches Land, man wird sehen. Es muss aber nicht sein."

Kaderplanung mit Weitsicht: Quartett wäre 2022 ablösefrei

Darüber hinaus müssen die Klubverantwortlichen auch mit Blick auf die auslaufenden Verträge im Jahr 2022 erste Überlegungen anstellen. Dann laufen Stand jetzt die Arbeitspapiere von Leon Goretzka, Niklas Süle, Corentin Tolisso und Jamal Musiala aus. Insbesondere bei Goretzka, Süle und Nachwuchs-Juwel Musiala dürften die Münchner eine Verlängerung so schnell wie möglich in Gang bringen wollen, bei Tolisso scheint hingegen alles offen. Der Weltmeister konnte nach seinem verhängnisvollen Kreuzbandriss im September 2018 nicht mehr Fuß fassen und wurde in den vergangenen Monaten mehrfach mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Sollte er nicht über die Reservistenrolle hinauskommen, könnte er sich nach einer Veränderung sehnen.

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