​In einer Video-Konferenz haben DFL und die Vertreter der 36 Profi-Klubs aus der 1. und 2. ​Bundesliga am Donnerstag darüber beraten, wie es weitergehen soll. Hauptpunkt der Sitzung war die Fortsetzung der aktuellen Saison. Die Deutsche Fußball-Liga legte ein Konzept für den Restart Mitte Mai vor. Großes Thema war auch die noch ausstehende TV-Geld-Rate.


Das vorgelegte Konzept der DFL umfasste 41 Seiten: von Hygienevorschriften bis hin zur Organisation der geplanten Geisterspiele am Spieltag. ​Spieler und Trainer bekamen bereits Handzettel zugeschickt, mit denen Verhaltensregeln bestimmt wurden. Unter dem Motto "11 Freunde für..." werden den Beteiligten Regeln für Training, Spiel und Verhalten Zuhause mitgegeben.


Zudem wurde über die letzte Rate der noch ausstehenden TV-Gelder gesprochen.


Die wichtigsten Punkte der DFL-Sitzung:


  • bislang kein fixer Starttermin - Politik muss zunächst den Startschuss geben
  • Geisterspiele die einzige Möglichkeit, um die Bundesliga am Leben zu erhalten
  • Vereinbarungen mit Medienpartnern erzielt - Liquidität aller Klubs bis 30.6. sichergestellt
  • Teile des Solidarfonds gehen an die 3. Liga und Frauenbundesliga


DFL-Chef Christian Seifert gab am Donnerstag bekannt, dass man es nicht in der Hand habe, wann die Bundesliga wieder starten kann - das Go für eine eventuelle Wiederaufnahme des Spielbetriebs liege einzig und allein bei der Politik. Allerdings, und das ist die gute Nachricht, werde die Bundesliga alles dafür tun, um einen zeitnahen Spielbetrieb zu gewährleisten: "Sollte die Politik sagen, dass wir am 9. Mai spielen können, dann sind wir bereit. Sollte es ein späterer Tag X werden, sind wir auch bereit", so Seifert.


Die DFL könne der Politik, die letztlich die gesamte Verantwortung trage, nur ein gut ausgereiftes und schlüssiges Konzept vorlegen, um die etwaigen Bedenken so gering wie möglich zu halten. Sollte das Konzept in den kommenden Wochen allerdings als nicht ausreichend betrachtet werden, so drohe der Bundesliga eine monatelange Pause - wenn die Argumente aktuell nicht ziehen würden, würden sie es auch in der näheren Zukunft nicht. Eine Besserung sei nicht in Sicht, die Bundesliga wäre dann ein Kollateralschaden der Corona-Krise.


Zumindest konnte Seifert den Bundesliga-Klubs ein wenig Hoffnung geben: Mit den Medienpartnern wurden Vereinbarungen zur Zahlung der TV-Gelder getroffen - somit ist sichergestellt, dass die Liquidität der Vereine zumindest bis zum 30.06. gegeben ist. Die Zahlung soll im Mai erfolgen. Für die weitere Überlebenschance der Klub seien Geisterspiele allerdings unabdingbar.


Der DFL-Boss betonte auch, dass die Bundesliga niemanden irgendwelche Tests wegnehme - man hat sich schriftlich versichern lassen, dass ausreichend Tests für die Bevölkerung verfügbar seien. Insgesamt nehme die Bundesliga bei regelmäßiger Testung während des Spielbetriebs weniger als 0,4% der Kapazitäten ein.


Sollte sich die gesundheitliche Lage in Deutschland wieder verschlechtern, würde die Bundesliga natürlich ohne Umschweife zurückstecken - die nationale Gesundheit habe absoluten Vorrang, so Seifert.


Zudem gab es während der PK ein Update zum Solidarfonds, der dank der finanziellen Mittel der vier deutschen CL-Teilnehmer gegründet wurde. Insgesamt 7,5 Millionen Euro des Fonds werden an die 3. Liga und die Frauenbundesliga ausgeschüttet, um den dortigen Klubs finanziell unter die Arme zu greifen.


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