​Nachdem aus der Politik (Söder/Laschet) mit dem 9. Mai bereits ein zeitlicher Orientierungspunkt gegeben wurde, nimmt das Thema ​Geisterspiele in der ​Bundesliga immer rasanter an Fahrt auf. Noch stellen sich Teile der Fan-Gemeinde gegen dieses Vorhaben, doch parallel trifft die ​DFL in Absprache mit den Klubs immer konkretere Maßnahmen. Und hat jetzt eine Art Verhaltenskatalog für die betroffenen Spieler und Trainer erstellt. 90min hatte Zugang zu dem bislang noch nicht veröffentlichten Dokument und stellt hier die wichtigsten Punkte vor.


Das Memo ist in vier Abschnitte gegliedert. 


Verhaltensregeln für zuhause


Abschnitt 1 ("11 Freunde für zuhause") stellt die Verhaltensregeln für das Leben in den eigenen vier Wänden auf. Im Grunde genommen keine wirklich neuen Empfehlungen bzw. Vorgaben, da dieselben in mehr oder weniger identischer Form auch schon der allgemeinen Bevölkerung empfohlen bzw. vorgegeben wurden. 


Demnach sollen die Spieler selbstverständlich zuhause bleiben und Menschenansammlungen (auch in der häuslichen Nachbarschaft) vermeiden. Vom Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel wird dringend abgeraten, was aber für das Gros der meist gut motorisierten Kicker kein Problem darstellen dürfte. Der Mindestabstand wird in diesem Zusammenhang auf 2 Meter festgelegt und soll auch - so weit möglich - in den eigenen vier Wänden gelten. 


Dazu kommen die ebenfalls der Allgemeinheit auferlegten Regeln der ständigen Hygiene (Händewaschen) sowie die Vorgabe, sich möglichst nicht ins Gesicht zu fassen. Niesen und Husten in die Armbeuge sowie Atemschutz (Masken) im öffentlichen Raum sind ebenfalls keine fußballer-spezifischen Richtlinien.


Die klassischen Krankheitssymptome


Des weiteren sollen die Kicker möglichst viel trinken, vitaminreich essen und die Schleimhäute warmhalten. Sollten die hygienischen Vorgaben einmal nicht eingehalten werden können (oder der Spieler irgendwelche Symptome an sich bemerken), ist der Gang zum Arzt vorgeschrieben.

Der zweite Abschnitt ("11 typische Beschwerden einer Infektion") zählt die mittlerweile hinlänglich bekannten Symptomen einer Infektion auf, wie z.B. Husten, Atembeschwerden, Niesen, Schnupfen und Naselaufen, Geruchs-und Geschmacksstörungen und alle sonstigen Merkmale, wie sie auch bei einer klassischen Grippe auftreten können.


Vorgaben für das Mannschaftstraining


Speziell auf die Abläufe beim Training bezogen, beschreibt der dritte Abschnitt ("11 Freunde fürs Training") die Verhaltensregeln vor, während und nach dem Training. Auch hier natürlich das Gebot des Mindestabstandes von 2 Metern zu Personen außerhalb des Teams und die mittlerweile schon "klassischen" Handhygieneregeln. 


Dazu sollen die Spieler zwei Stunden vor einer jeden Einheit ihren jeweiligen Mannschaftsarzt über etwaige Beschwerden informieren. Gegenstände (wie Türklinken, Fitneßgeräte, medizinische Geräte usw.) dürfen nicht mit der Hand berührt werden, wie natürlich auch das Grüßen mit der Hand untersagt ist. Dazu soll die Zeit in Kabine, Gemeinschaftsräumen oder sanitären Einrichtungen (Dusche) vermieden bzw. so weit wie möglich reduziert werden. Auch die Getränkeflaschen sollen nicht untereinander getauscht werden. Ferner werden die Spieler angehalten, die Einhaltung dieser Regeln auch von ihren Mitspielern einzufordern. 


Regeln für die Spiele


Fast identisch zu diesem dritten Abschnitt sind die Vorgaben des vierten ("11 Freunde fürs Stadion/Spiel"). Auch hier: Mindestabstand zu anderen Personen (außerhalb des Mannschaftskreises) von zwei Metern, Handhygiene, keine Handgrüße, kein Berühren von Türklinken oder Griffen im Bus oder im Stadion oder gemeinschaftlicher Gegenstände (Fitneßgeräte usw.). Auch bei Dopingkontrollen sollen die Abstands-und Hygieneregeln natürlich strengstens befolgt werden.


In Summe also ein erwartbarer, weil absolut logischer und nachvollziehbarer Katalog von Regeln, denen sich die Spieler in den nächsten Wochen und Monaten unterziehen müssen. 

Die große Frage, die aber wohl weiterhin im Raum stehen wird, ist die, wie sich der spätestens beim Geisterspiel unvermeidliche Kontakt zu den Gegenspielern (und auch den eigenen) auf die ganze Spielergemeinschaft auswirken wird. 


Klar ist, dass nur Spieler auf den Platz geschickt werden, die bis zu diesem Zeitpunkt "negativ" getestet wurden. Aber eine hundertprozentige Sicherheit (Stichwort: Inkubationszeit) kann es auch dann nicht geben. Entsprechend mehren sich bereits Stimmen, auch von Spielern, die die Frage stellen, was in einem solchen Fall (dass sich ein oder mehrere Spieler bei einem Spiel infizieren) zu tun ist. 


Eine Antwort darauf werden die Vereine sicherlich noch finden müssen, ehe die Politik ihr endgültiges Grünes Licht für die Operation Geisterspiele gibt.