Als einziger ​Bundesligist muss der ​SV Werder Bremen am Montag noch von Zuhause aus trainieren.​ Einen speziellen Antrag zur Trainingsaufnahme lehnte der Bremer Senat in der Sache ab. Die Grün-Weißen ziehen erneut den Kürzeren. 


Es "hat uns überrascht", so gesteht Werders Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald. Die Ansagen des Bremer Senats waren klar und gleichzeitig unverständlich. Zumindest zwischen den Zeilen wurde deutlich, dass Innensenator Ulrich Mäurer eine Trainingsfortsetzung ablehnt. Der ​nächste Höhepunkt im ohnehin vorprogrammierten Drama.


"Wir wurden öffentlich bloßgestellt. Herr Mäurer liest in dieser Pressekonferenz einen kurzen Teil aus unserem mehrseitigen Antrag vor und behauptet Dinge, die überhaupt nicht stimmen", wird Frank Baumann von der Bild zitiert. Nicht nur dies bringt die Bremer in Rage. Viele Missdeutungen und Unterstellungen bestätigten dem Geschäftsführer "Herrn Mäurers [...] negative Haltung gegenüber dem Profifußball."


Mäurers Kritik ins Leere


Die Entscheidungen des Senats bekommt Werder voll zu spüren. Als einziger Bundesligist kann Werder am Montag noch nicht mit dem Training loslegen. Dabei richtet sich der Politiker mehr oder weniger explizit an die DFL. "Wir halten das für keine gute Idee. Die Botschaft, die die Deutsche Fußball-Liga gesendet hat, ist keine gute an die Republik.“​ Durch diese fehlerhaften und unverständlichen Aussagen geht die Kritik ins Leere.


Beschlossen wurde bisher nichts. Die DFL sprach lediglich Empfehlungen aus. Umstände, die schnell uminterpretiert werden können, fallen Werder nun zur Last. Auch bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs könnte der angeschlagene Erstligist Probleme bekommen - zumindest wenn es nach der Meinung Mäurers geht.

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Sind auch Spiele ohne Fans in Bremen keine Option?


Der Innensenator hege "größte Zweifel, ob es jemals zu diesen Geisterspielen kommen wird", so der kicker. Ob sich dies nun auf die komplizierte Entwicklung oder den Standort Bremen bezieht, wurde nicht deutlich. Die Bild berichtet allerdings, dass Werder im schlimmsten Fall sogar den Standort wechseln könnte, um weitere Blockaden aus Bremen zu umgehen.


So sehr sich der SVW davor hütet, Schwarzmalerei zu betreiben, umso schwerer dürfte es immer wieder fallen. Die abstiegsbedrohten und mit Sorgen reichlich eingedeckten Werderaner brauchen die Unterstützung der Stadt. Doch dazu kam es erneut nicht - sogar das Gegenteil ist immer häufiger der Fall.