​Der ​FC Schalke 04 stolpert unaufhörlich durch die Rückrunde der ​Bundesliga. Am Samstagnachmittag gab es in der Veltins-Arena nur ein 1:1 gegen die ​TSG Hoffenheim. Bis zur 76. Spielminute musste Amine Harit die Partie von der Bank aus verfolgen, ehe er für Benito Raman in die Begegnung kam. Nach dem Unentschieden äußerte der 22-jährige Marokkaner seinen Unmut darüber, doch ​Trainer David Wagner beschwichtigte sofort.


Sechs Tore und vier Vorlagen lieferte Amine Harit in der Hinrunde der laufenden Spielzeit. Wie die gesamte Mannschaft präsentiert er sich jedoch in der zweiten Saisonhälfte weit weniger effektiv, konnte er doch weder ein Tor noch eine Vorlage zu einem nötigen Aufschwung beisteuern. 


Den einzigen Rückrundensieg holten die Schalker bislang am 18. Spieltag mit dem 2:0 gegen ​Borussia Mönchengladbach - es war das einzige Spiel, das Harit aufgrund einer Verletzung nicht absolvierte. Ansonsten stand der Offensivspieler in der kompletten Bundesliga-Saison in der Startelf - bis zur Partie gegen Hoffenheim. Nach der Begegnung sprach Harit über seinen Ärger, richtete seinen Blick aber auch auf das kommende Derby gegen ​Borussia Dortmund.


Harit nicht glücklich - Wagner erklärt

​"Wenn ich sagen würde, dass ich glücklich wäre, wäre das nicht wahr. Ich möchte immer spielen und auf dem Rasen sein. Aber zuletzt hat der Trainer defensiv aufgestellt. Vielleicht machen das einige Spieler besser als ich", verriet Amine Harit in der Mixed Zone seine Gemütslage. Obwohl er wie erwähnt in der Liga als absoluter Stammspieler und Startelf-Dauerteilnehmer eigentlich auf ausreichend Spielzeit kommt, hatte ihn David Wagner auch schon beim kürzlichen 0:1-Pokalaus gegen den ​FC Bayern München ohne Einsatz auf der Bank schmoren lassen, was jedoch auch auf einen grippalen Infekt zurückzuführen war.

David Wagner

Moderiert die Sachlage entspannt: David Wagner


Doch der Trainer der Schalker nimmt die Aussagen seines Schützlings gelassen zur Kenntnis und verweist auf die Umstellung seines Systems auf eine defensiv ausgerichtete Dreierkette ohne offensiven Spielgestalter. "Amine weiß, dass er nullkommanull falsch gemacht hat. Er weiß, dass es eine Periode ist. Klar will er spielen, aber er weiß auch, dass es seine Position in diesem System nicht gibt", sagte Wagner. "Er weiß, dass er, wenn wir wieder zu unserer Identität zurückkommen, der Erste ist, der wieder auf dem Aufstellungsbogen steht." 


Die Defensive wurde in den beiden Partien ohne Harit scheinbar stabilisiert, eine Lösung für die Schalker Probleme im Angriff - zwei erzielte Tore in den letzten sechs Pflichtspielen - ist damit jedoch noch nicht gefunden. In jedem Fall ist es gut zu wissen, dass Wagner weiß, was Harit alles so weiß. 


Verletzungen als Problem - Derby als Chance

Warum Schalke bislang nicht an die Form der Hinrunde anknüpfen kann, beantwortete Harit unter anderem mit der langen Ausfallliste der Königsblauen: "Es ist momentan einfach nicht das gleiche Gefühl wie in der Hinrunde. Wir haben viele Verletzte, viele Stammspieler, die in der Hinrunde immer dabei waren. Unsere neuen, jungen Spieler sind auch gut - aber du fühlst dich besser, wenn du mit den Besten auf dem Platz stehst." 


Harit selbst kann noch keine Mannschaft tragen, er benötigt erfahrene Spieler wie Daniel Caligiuri, Salif Sane oder Omar Mascarell als Orientierungshilfe auf dem Platz - das Trio ist aber ebenso wie Mentalitätsspieler Suat Serdar derzeit verletzt. 

Amine Harit

Saß zuletzt zweimal auf der Bank: Amine Harit


Vor dem kommenden Revierderby hat der siebenfache Nationalspieler Marokkos jedoch keine Angst, vielmehr sieht er die Partie als Möglichkeit zum Start in einen guten Endspurt in der Liga. 


"Vor einem Jahr war das Spiel schwieriger als jetzt - da haben wir um den Klassenerhalt gespielt. Trotzdem haben wir 4:2 gewonnen", erklärte der Offensivspieler. "Ein Derby hat nichts mit der aktuellen Form zu tun. Es ist immer speziell, hat seinen eigenen Spirit. Warum sollen wir nicht wieder drei oder vier Tore schießen", zeigt sich Harit kämpferisch. Ob Wagner im Klassiker auf ihn zurückgreifen wird, liegt allerdings nicht in der Hand des Dribbelkünstlers.