​Seit Montag ist ​Quique Setién neuer Trainer des ​FC Barcelona. Nicht wenige in Spanien waren verwundert über diese Personal-Entscheidung des Klubs. Doch einen ehemaligen Profi der Blaugrana hat die finale Entscheidung am Ende nicht überrascht.


Rivaldo spielte zwischen 1997 und 2002 fünf Jahre für die Katalanen. Gegenüber der spanischen AS gab der mittlerweile 37-jährige Weltmeister von 2002 seine Einschätzung über die Trainer-Rochade zum Besten.


"Ich glaub, dass Barcelona Setién verpflichtet hat, weil sie nach den Absagen von Koeman und Xavi nicht mehr zurückgehen konnten." Tatsächlich begab sich der FC Barcelona in dem Moment auf dünnes Eis, als er die Möglichkeiten einer sofortigen Amstübernahme der beiden Kandidaten austarierte. Hätte einer der beiden Kandidaten vor einer Woche zugesagt - der Trainer des FC Barcelona würde heute sicherlich nicht Quique Setién heißen.


Barça war in einem lupenreinen Dilemma


Doch nach den Absagen von Xavi und Ronald Koeman hatte man in Can Barça ein doppeltes Problem: Zum einen konnte man immer noch nicht den gewünschten neuen Mann auf der Bank präsentieren (und endlich zur Tagesordnung übergehen) - und zum anderen hatte man den alten Noch-Trainer durch die Sondierungsgespräche mit den beiden Ex-Spielern des Klubs endgültig entmannt. 


Oder zur Lame Duck gemacht, wie es heutzutage auf Neu-Deutsch heißt. Und mit einem Trainer weiter zu machen, mit dem man in absehbarer Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten wird, birgt häufig große Probleme. Das wissen sie auch in Barcelona.


Es gibt natürlich auch Gegenbeispiele, wie in der Vorsaison in Hoffenheim, wo trotz des sicheren Weggangs von Julian Nagelsmann kein unnormaler Leistungseinbruch bei den Hoffenheimern zu erkennen war. Doch für gewöhnlich versuchen Klubs es zu vermeiden, einen Chef auf der Bank zu haben, der nur noch das Wort "Chef" durch das Trainingszentrum trägt, aber eigentlich schon "entmachtet" ist.


Denn vor allem die Spieler, die außen vor sind, "nutzen" bisweilen eine solche Schwächung des Chefs, um eigene Interessen zu verfolgen. Und fühlen sich nicht mehr an die Weisungen eines halb entlassenen Vorgesetzten gebunden. Als sich also der FC Barcelona die Absagen von Xavi und Koeman einholte, war gleichzeitig auch klar: Dann muss (die Betonung liegt auf "muss"), koste es was es wolle, ein anderer Trainer her.


Setién als pflegeleichte Übergangs-Lösung?


Und sei es nur bis zum Sommer, wenn man erneut am Trainer-Karussell drehen kann. In diesem Moment kam dann Quique Setién ins Spiel. Nach eigenem Geständnis Barcelona- und Cruyff-Fan, nie zuvor in einem großen Klub angestellt: Der ideale Mann für die Barça-Verantwortlichen in der jetzigen Situation.


So glaubt denn auch Rivaldo, dass Setién "keine großen Probleme machen wird, wenn Barça erneut den Trainer wechseln will". Nun liegt es an Setién selbst, dieses von Rivaldo an die Wand gemalte Zukunftsszenario aus der Welt zu schaffen. Am besten mit Titeln. Drei sind für die Katalanen in dieser Spielzeit noch zu gewinnen...