Das Trainingslager des ​FC Bayern München in Doha ist vorüber, vor einigen Stunden ist die Mannschaft wieder in Deutschland angekommen. Hans-Dieter Flick konnte in den vergangenen Tagen intensiv mit seiner Mannschaft arbeiten und das Fundament für eine möglichst erfolgreiche Rückrunde schaffen. Einige Akteure konnten sich in Katar auszeichnen, andere haben schwierige Tage hinter sich. 90min nennt die Gewinner und Verlierer des Trainingslagers.


Gewinner: Mickael Cuisance

Michael Cuisance

Der Name Mickael Cuisance bietet seit dem vergangenen Sommer viel Gesprächsstoff. Der junge Franzose wechselte von Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern, kam beim Rekordmeister überwiegend aber nur in der dritten Liga zum Einsatz.


In Katar machte Cuisance positiv auf sich aufmerksam, wenngleich er in manchen Situationen den Kopf noch zu schnell hängen lässt. "Micka ist am Ball sehr stark, technisch stark und hat ein gutes Spielverständnis. Gerade im Ballbesitz bringt er enorme Qualitäten mit. Wir versuchen, dass wir ihn dementsprechend aufbauen. Er zeigt es im Training, er kann da gut mithalten", lobt Flick seinen Schützling laut ​tz


Auch Thomas Müller bittet um Geduld. Man müsse Cuisance "die Zeit geben, um beim besten Verein Deutschlands und in den knallharten Wettbewerben hier reinzufinden." Nach den Tagen in Katar besteht die Hoffnung, dass er in der Rückrunde häufiger bei den Profis zum Einsatz kommt.


Verlierer: Serge Gnabry

Serge Gnabry

Der wohl größte Verlierer des Trainingslagers ist Serge Gnabry. Der deutsche Nationalspieler konnte wegen anhaltenden Problemen an der Achillessehne kein einziges Mal mit der Mannschaft trainieren, zwischenzeitlich stand sogar eine vorzeitige Abreise im Raum. 


Wie BILD berichtet, wird Gnabry zum Rückrundenauftakt gegen Hertha BSC und Schalke 04 fehlen, auch Kingsley Coman fällt für diese beiden Spiele aus. Die Verletzungssorgen sind eine Woche vor dem Ende der Winterpause alarmierend.


Gewinner: Hansi Flick

Hansi Flick

Interimstrainer Flick hat derweil mächtig Eigenwerbung betrieben, sowohl auf dem Platz als auch medial. Der 54-Jährige konnte erstmals intensiv mit der Mannschaft arbeiten, integrierte weitere Nachwuchsspieler in das Training der Profis und schärfte sein Profil mit Hilfe von klaren Aussagen in Interviews.


Flick zeigt, dass er die Rolle des Cheftrainers annehmen und aus der zweiten Reihe heraustreten kann. Künftig will er nicht mehr als Co-Trainer arbeiten, könnte bei entsprechenden Erfolgen in der Rückrunde sogar zur Dauerlösung aufsteigen. ​Mit der Mannschaft will er in allen drei Wettbewerben um den Titel spielen, erzeugt dafür auch öffentlich Druck auf die Vereinsbosse und eckt in den Transferfragen mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic an. 


Ein ehrlicher und kritischer Austausch ist bei einem Verein wie dem FC Bayern wichtig. Seine Ansprüche und Ziele formuliert Flick klar, auf dem Feld ist seine Handschrift eindeutig zu lesen. In Katar dürfte er weitere Pluspunkte gesammelt haben, die für die Gesamtbewertung seiner Arbeit ausschlaggebend sein könnten. 


Verlierer: Philippe Coutinho

Philippe Coutinho

Ähnlich wie Flick kämpft auch Philippe Coutinho um seine Zukunft. Die Leihgabe des FC Barcelona konnte aber auch im Trainingslager kaum aus der Masse herausstechen. Nach einer enttäuschenden Hinrunde ist die Gefahr groß, dass er auch in der zweiten Jahreshälfte nur mitschwimmen wird und keine Akzente setzen kann, die für eine Aktivierung der Kaufoption in Höhe von 120 Millionen Euro sprechen. Coutinho und der FC Bayern - das scheint einfach nicht zu funktionieren.


Gewinner: Bright Arrey-Mbi

Bright Akwo Arrey-Mbi

Im Sommer verpflichteten die Münchner Bright Arrey-Mbi aus der Nachwuchsabteilung des FC Chelsea. Der 16 Jahre junge Innenverteidiger kommt derzeit bei der U19 zum Einsatz, als Belohnung für seine guten Leistungen nahm Flick ihn nach Doha mit.


Bei den Profis hinterließ er einen guten Eindruck, Joshua Kimmich zeigte sich besonders von seiner Physis angetan (zitiert via Abendzeitung München): "Er ist schon ein Biest. Da merkt man, dass er den ein oder anderen Muskel am Körper hat. Er macht es wirklich gut, hat mich überrascht im Training, ist nicht schüchtern." 


Vorrangig wird Arrey-Mbi die meiste Zeit bei der U19 verbringen, perspektivisch betrachtet könnte er aber häufiger bei den Profis mittrainieren. Wenn die Entwicklung weiter positiv voranschreitet, könnte er in einigen Jahren bereits in der Bundesliga zu sehen sein.