​Der 16. Spieltag der spanischen ​Primera División hatte einige Highlights zu bieten. Natürlich war da wieder ein gewisser Lionel Messi, der den x-ten Dreierpack seiner Karriere (und den zweiten gegen den gestrigen Gegner Mallorca) schnürte. Oder ​das Kunstwerk von Luis Suárez, der das Leder mit einem gekonnten Hackentrick in die Maschen setzte. Aber vor allem wird dieses noch nicht ganz vergangene Wochenende wegen Joaquín in Erinnerung bleiben.


Der Mann ist ​Betis - und Betis ist Joaquín. Mit 19 Jahren debütierte der in der andalusischen Provinz Cádiz geborene Offensivspieler für Real Betis Balompié, damals noch in der zweiten spanischen Liga angesiedelt. Es folgte eine pralle Fußballer-Karriere, der es im Nachhinein eigentlich nur an den ganz großen Namen mangelte. 


Real klopfte immer wieder an - und jedes Mal vergeblich!


Vereinsnamen, wohlgemerkt. Denn als Bestandteil der spanischen Nationalmannschaft spielte Joaquín zwischen 2002 und 2007 mit den ganz Großen des Landes. Ob Rául, Xavi oder Iniesta als Mitspieler, oder Zidane, Ronaldo oder Beckham als Gegenspieler. Doch statt 2006 den Sirenengesängen aus Madrid oder Barcelona zu folgen, entschied sich Joaquín für den FC Valencia, der in Spanien als einer der größten Chaos-Klubs gilt. Erfolge blieben - bis auf den Pokalsieg 2008 -  in seinen fünf Jahren an der Ostküste Spaniens aus.


Vor kurzem gestand Joaquín denn auch, dass der einzige "Fehler" (wenn man diesen Begriff überhaupt verwenden kann) in seiner Karriere war, das Angebot der Königlichen (besser: eines von mehreren über die Jahre hinweg!) nicht angenommen zu haben. Und so kehrte der Sonnyboy, der immer ein Lächeln auf den Lippen hat, nach weiteren Stationen in Málaga und Florenz, 2015 unter großem Medien-Getöse zurück in seine alte Heimat, und zementiert dort seitdem seinen absoluten Legenden-Status. Je oller, desto doller. Und mit 38 Jahren schaffte er nun seinen ersten Hattrick! Fast überflüssig zu erwähnen, dass er damit der älteste Spieler in der spanischen Liga-Historie ist, dem dies gelang. 


Joaquín-Show gegen einen anderen Oldie der Liga


Obwohl: Ganz so überflüssig ist es vielleicht doch nicht. Denn die Konstellation des Spielplanes wollte es so, dass die Joaquín-Show ausgerechnet mit Athletic Bilbao als Gegner über die Bühne ging. Athletic? Da spielt doch noch so ein Fußball-Opa. Ja, genau ​Aritz Aduriz, ebenfalls 38. Muss am Klima oder am allgegenwärtigen Olivenöl liegen. Dieser Aduriz hat zwar schon mehr als einen Hattrick in seiner Karriere erzielt (gegen den KRC Genk gelang ihm im November 2016 sogar mal ein Fünfer-Pack!), aber zu den Zeitpunkten, als sie ihm gelangen, war er eben noch keine 38. 

Aritz Aduriz

Zählt ebenfalls zu den Oldies in Spanien: Aritz Aduriz


Die spanische Alterspräsidentschaft für Hattrick-Torschützen geht somit an den bético. Und doch gilt auch für den unverwüstlichen Stürmer von Athletic Bilbao: Alter schützt vor Legenden-Status nicht. Je oller, desto doller halt. Aduriz´ spektakuläres Seitfallzieher-Tor gegen den FC Barcelona am ersten Spieltag der laufenden Saison dürfte in ein paar Wochen in so ziemlich jedem Jahresrückblick des spanischen Fußballs Eingang finden. So wie vielleicht auch der gestrige Hattrick von Joaquín. Joaquín und Aduriz - zwei lebende Fossilien des spanischen Fußballs. Doch immer noch aktiv und leidenschaftlich mit diesem Sport verbunden.