Mit einem Tor und einem Assist war Jadon Sancho maßgeblich daran beteiligt, dass Borussia Dortmund die Blamage gegen den SC Paderborn ​im letzten Moment abwenden konnte. Die positive Leistung des Flügelspielers im zweiten Durchgang ließ die Problemfelder zwischen Sancho und dem BVB kurz vergessen, doch laut ​The Athletic ist längst nicht alles wieder in Ordnung.


Die Saison begann für Jadon Sancho so, wie die vergangene endete. Nach vier Bundesligaspielen stand der englische Nationalspieler bei zwei Toren und fünf Vorlagen, doch in der Folge begann Borussia Dortmund zu wackeln. Führungen wurden verspielt, Punkte zu leicht hergeschenkt. Die Leistungen einzelner Spieler fielen ab, von Rehabilitation war zu selten eine Spur.


Auch Sancho ist weit vom Optimum entfernt, sorgte zudem für zusätzlichen Ärger, nachdem er vergangenen Monat verspätet von der Länderspielreise zurückkehrte. Daraufhin wurde er aus dem Kader für das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gestrichen, Sportdirektor Michael Zorc erklärte die Ausbootung damit, dass Sancho "noch ein paar Dinge lernen" müsse (Quelle: ​kicker). 


Die Suspendierung blieb eine einmalige Sache, fortan gehörte Sancho wieder fest zur Startelf, wurde einzig beim 3:0-Sieg über den VfL Wolfsburg geschont. Als Dortmund beim FC Bayern antrat, ​war ein Einsatz von Sancho fraglich. Favre entschied sich dennoch dafür, den 19-Jährigen von Anfang an zu bringen - nach nur 36 Minuten korrigierte er seine Entscheidung. Sancho wurde für Raphael Guerreiro ausgewechselt, am Ende verlor der BVB mit 0:4. 


Sancho fühlt sich ungerecht behandelt


Diese beiden Vorfälle sollen laut The Athletic dafür gesorgt haben, dass sich Sancho "gedemütigt, zum Sündenbock gemacht und nicht geschützt" fühle. Grundsätzlich könne er damit leben, dass aufgrund der hohen Erwartungen an ihn ein großer Druck herrsche, genauso habe er auch kein Problem damit, wenn er ein Formtief durchlebt. Jedoch soll Sancho das Gefühl haben, dass die Last zu sehr auf seinen Schultern liege. Demnach wünsche er sich einen größeren Rückhalt von der Klubführung und den Mannschaftskollegen, von denen er sich zudem wünsche, dass sie einen Teil der Verantwortung übernehmen.

Auch deshalb deute immer mehr auf einen Abschied zum Saisonende hin. ​Manchester United​Real Madrid, ​FC Barcelona und der ​FC Liverpool gelten als vier mögliche Abnehmer, eine Präferenz habe der 19-Jährige nicht. Wichtig sei es ihm, in aller Ruhe die richtige Entscheidung für seine Karriere zu treffen. Ein Transfer im Januar soll indes nie zur Debatte gestanden haben, demnach soll Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke mitgeteilt worden sein, dass Sancho definitiv die komplette Saison beim BVB bestreiten werde. 


Manchester United fühlte bereits im Frühjahr vor, zum damaligen Zeitpunkt stand ein Transfer aber nicht zur Debatte. Nach den jüngsten Entwicklungen könnten die Chancen steigen, am Ende wird aber einzig und allein Jadon Sancho selbst darüber entscheiden, welchem Verein er sich anschließen wird.