Michael Gregoritsch hat die Nase voll! Der österreichische Angreifer will den FC Augsburg im Januar verlassen, wie er gegenüber ​Kleine Zeitung verkündete.


Bereits im Sommer standen die Zeichen auf Abschied. ​Werder Bremen buhlte offenkundig um Gregoritsch, Augsburg wiederum soll eine Ablösesumme im zweistelligen Millionenbereich gefordert haben. Da die Bremer keine Transfereinnahmen erzielten und allein für Niclas Füllkrug und Marco Friedl zehn Millionen Euro investierten, erklärte Sportchef Frank Baumann die Bemühungen bereits im Juli für beendet (zitiert via ​kicker): "Ein Transfer in dieser Größenordnung ist für uns, unabhängig von Namen, in diesem Jahr komplett unrealistisch."


​Folglich blieb Gregoritsch in Augsburg. "Klar war das interessant. Aber die Sache ist vorbei, jetzt zählt die Aufgabe hier", sagte er damals dem kicker - doch nachdem er seinen Stammplatz unter Martin Schmidt endgültig verlor und nur noch spärlich zum Einsatz kommt, pocht der 25-Jährige auf einen Abschied im Winter.


Dabei galt Gregoritsch nach seinem 5,5 Millionen Euro teuren Transfer vom ​Hamburger SV zu den Fuggerstädtern vor zwei Jahren noch als Schnäppchen. In seiner ersten Saison verbuchte der Angreifer 13 Tore und vier Assists, doch schon im Folgejahr baute Gregoritsch ab und halbierte seine Leistungsdaten bei fast exakt derselben Spielzeit. Zählte er in der vergangenen Saison auch unter Martin Schmidt, der im April auf den entlassenen Manuel Baum folgte, zum Stammpersonal, so muss er sich nun mit der Reservistenrolle begnügen.


Gregoritsch: "Klar, dass ich weg bin"


Erst viermal wurde Gregoritsch in der laufenden Bundesligasaison für die Startelf nominiert, in sechs Einsätzen kommt er auf gerade einmal 303 Einsatzminuten. Seit Oktober durfte er lediglich gegen Borussia Mönchengladbach (1:5) und Schalke 04 (2:3) spielen, beim überraschenden 2:2-Remis gegen den ​FC Bayern schaffte er es nicht einmal in den Kader. 


In seiner österreichischen Heimat verkündete er nun seinen Wechselwunsch (zitiert via transfermarkt.de)"Für mich ist jetzt klar, dass ich im Winter aus Augsburg weg bin", sagte Gregoritsch dem Regionalblatt Kleine Zeitung. Besonders im Hinblick auf die Europameisterschaft im kommenden Jahr sei seine persönliche Situation "beschissen", das Versprechen, weiterhin eine wichtige Rolle zu spielen, wurde nicht eingehalten.

Michael Gregoritsch

Nichts wie weg: Gregoritsch will den FC Augsburg so schnell wie möglich verlassen.



Fraglich ist aber nicht nur, ob der Klub zu einem Transfer bereit ist, sondern auch, welche Ablöseforderungen diesmal im Raum stehen. Der 15-fache österreichische Nationalspieler hat diesbezüglich eine klare Haltung: "Bei aller Liebe, aber ich habe jetzt praktisch ein halbes Jahr nicht gespielt. Da kann man sich nicht hinstellen und wieder eine zweistellige Millionensumme verlangen."


Vergleich mit Hinteregger


Nach den gescheiterten Gesprächen mit Werder seien nun andere Klubs an ihm interessiert, einige Offerten gebe es bereits. "Da wird man schauen, was am besten für mich ist, wo ich gebraucht werde", so Gregoritsch, der in seinem Bestreben, den FCA zu verlassen, den Vergleich zu Landsmann Martin Hinteregger zieht. Der Innenverteidiger wurde im Januar nach einer überdeutlichen Kritik an Manuel Baum unmittelbar vor dem Ende der Transferperiode an ​Eintracht Frankfurt verliehen. Bei den Hessen entwickelte sich Hinteregger zum Stammspieler und Publikumsliebling, im Sommer einigten sich beide Klubs nach einigen disziplinarischen Verfehlungen - ​Hinteregger tauchte unter anderem mit einem Eintracht-Rucksack beim Trainingsauftakt in Augsburg auf und soll während des Trainingslagers einen Mannschaftsabend inklusive Abschlusstraining verpasst haben - auf eine Ablösesumme über neun Millionen Euro. 


"Man sieht, dass es Möglichkeiten gibt, aus Augsburg wegzukommen", sagt Gregoritsch, "aber wenn man sich so verhält wie ich, anscheinend nicht. Ich habe nie ein Training bestreikt oder abgebrochen, habe mich nie aufgeführt und auch öffentlich immer zurückgehalten, und jetzt bin ich ordentlich liegengelassen worden." Der Frust ist ihm deutlich anzumerken, sein Motto lautet: "Hauptsache weg."