Spieler kommen, Spieler gehen - so ist das nunmal im Fußballgeschäft. So ähnlich könnte es auch mit Steven Skrzybski und Schalke 04 verlaufen. Im Sommer 2018 kam der 26-Jährige für etwas mehr als drei Millionen Euro von Union Berlin. Unter David Wagner scheint er momentan keine Zukunft zu haben.


Wenn ein neuer Trainer kommt, gibt es in einer Mannschaft immer Gewinner und Verlierer. Durch die Installation von David Wagner sind die Gewinner in der deutlichen Überzahl, man profitiert durch den mutigen, aggressiven und offensiven Fußball, den er mit einer geschlossenen Einheit als Mannschaft spielen lassen möchte. 


Unter Wagner gibt es kaum Verlierer - Doch Skrzybski könnte einer werden


Verlierer dessen gibt es eigentlich kaum, nur ganz wenige Spieler. Neben ​Daniel Caligiuri, der sich bislang noch nicht in seiner neuen Rolle eingefunden hat, steht dabei vor allem Steven Skrzybski im Vordergrund. Im letzten Sommer war der Rechtsaußen von Union Berlin zu seinem Herzensklub ​S04 gewechselt. So wurde für ihn ein Traum wahr, doch bereits zum Zeitpunkt der Verpflichtung gab es viele Zweifel unter den Fans. Hat er die Qualität, um den Verein weiterzubringen?


Im ersten Jahr, in der katastrophalen Saison 2018/2019, kam er in der Bundesliga auf zwölf Einsätze, davon aber nur wenige von Beginn an. Vier Joker-Auftritte in der Champions League (für insgesamt 91 Minuten) kamen noch dazu. Nun muss man jedoch festhalten, dass er dort die Chance hatte, öfter zu spielen, weil grundsätzlich jeder einzelne Spieler weit unter seinem eigentlichen Leistungs-Niveau spielte.

Bislang überhaupt nicht gefragt - Jede Position zu gut besetzt


Das macht sich in der noch jungen Saison aktuell bemerkbar. Spieler werden wieder besser und tragen ihren Teil zum Erfolg bei. Skrzybski hingegen sammelte bislang nur 58 Minuten im DFB-Pokal (auch dort noch einige Verletzte), und auf seinen ersten Auftritt in der Bundesliga wartet er noch immer. In den letzten drei Spielen hat er es nicht einmal in den Kader geschafft. Während seine Kollegen in Leipzig einen tollen Sieg einfahren konnte, spielte er bei der U23.


Daher muss man sich bereits jetzt die unangenehme Frage stellen, ob Steven Skrzybski überhaupt eine Zukunft auf Schalke hat. Den aktuellen Verhältnissen nach zu urteilen: Nein. Auf der rechten Seite, wo er von seiner Position her eigentlich gut passen würde, hat man mit Daniel Caligiuri, Rabbi Matondo, Benito Raman und Ahmed Kutucu deutlich bessere Optionen. Im Sturm ist für ihn selbst an einem formschwachen Guido Burgstaller kein Vorbeikommen, dazu stehen auch dort Mark Uth und Kutucu vor ihm. Zentral dahinter: Amine Harit, Suat Serdar, Mark Uth - so kann man es auf jeder offensiven Position fortführen. 


Auch wenn Wagner immer wieder betont, dass man im Verlauf der Saison jeden Spieler irgendwann benötigen wird - auch die aktuellen U23-Profis wie Jonas Carls oder Nassim Boujellab -, scheint es nicht die eine Stelle zu geben, an der sich für Skrzybski die Möglichkeit ergeben könnte, sich einige Einsätze zu sichern.

Leihe an Union wäre eine Alternative gewesen


Womöglich wäre es die beste Option gewesen, seinen bis 2021 laufenden Vertrag um ein Jahr zu verlängern, und ihn für die aktuelle Saison an ​Union Berlin zu verleihen. Zu dem Verein, bei dem er seit seinem achten Lebensjahr in der Jugend, und später bei den Profis gespielt hat - ehe er vor etwas mehr als einem Jahr zu Schalke kam. Die Eisernen hätten das Angebot sicherlich angenommen und er als Spieler selbst hätte vermutlich fast jedes Spiel auf dem Feld stehen können. 


Nun wird Skrzbyski vor einer Hinrunde stehen, in der er - wenn überhaupt - auf nur ganz wenige Joker-Einsätze kommen wird. Es könnte für ihn ein verlorenes Jahr werden, was man als Fußballer im Alter von 26 Jahren nicht gebrauchen kann. Es sieht nicht so aus, als könne er den Durchbruch auf Schalke noch schaffen, zumindest nicht mit der aktuellen Personallage.