Nach Saisonende wird Bruno Labbadia sein Traineramt beim VfL Wolfsburg niederlegen - für die Zeit danach hält sich der 53-Jährige alle Eventualitäten offen. Gegenüber dem kicker sprach er dabei nicht nur über seine eigene Zukunft, sondern auch über den Umgang mit Trainern im Allgemeinen.


In der Vergangenheit verschwand Labbadia immer wieder für einige Zeit von der Bildoberfläche, nur, um irgendwann wieder bei einem neuen Verein anzuheuern. Zwischen 2013 und 2015 blieb er vereinslos, ehe er zum Hamburger SV zurückkehrte, der ihn im September 2016 bereits wieder entließ. Fast anderthalb Jahre später, im Februar vergangenen Jahres, heuerte er beim VfL Wolfsburg an, rettete den Verein in der Relegation, stabilisierte die Mannschaft und wird doch nach nur einer vollen Saison aufhören, weil das Verhältnis zu Geschäftsführer Jörg Schmadtke nicht passt.


Seit der ​Verkündung im März stellt sich die Frage, wo Labbadia im Kurs ist und ob er ab Sommer weitermacht, oder ob er sich erneut eine längere Pause nimmt. Seine Antwort darauf? Alles ist offen: "Ich hätte nicht das Problem, sofort wieder anzufangen, aber auch nicht das Problem, wenn nicht das Richtige kommt, eine Pause zu machen und das Leben zu genießen. Es geht beides."

Bruno Labbadia

    Will sich nicht unbedingt auf seine nahe Zukunft festlegen: Bruno Labbadia.



Er fühle sich "gut" und hat offenbar die nötige Lust und Energie - auch, weil er sich auf eine längere Zeit bei den Niedersachsen eingestellt habe. Die "längeren Pausen" in der Vergangenheit seien "eine andere Situation", nun spreche nichts dagegen, direkt bei einem neuen Verein anzuheuern.


Labbadias Kritik: "Wir werden getrieben"


Mit der Frage, wo er ab Sommer weiterarbeiten könnte, will er sich allerdings nicht beschäftigen. Stattdessen sieht er sich in der Pflicht, die Saison mit der Mannschaft bestmöglich abzuschließen: "Das ist mein Ansporn. Wenn dann das Passende kommt, ist es schön und man freut sich darüber", sagt Labbadia, der zugleich den Umgang mit seinen Trainerkollegen mehr als kritisch betrachtet: "Es ist nicht gut für den Trainerberuf, dass es gerade so abgeht. Es muss auch Zeit gegeben werden für gewisse Dinge. Es fehlt die Geduld."


Wichtig sei eine gewisse "Stabilität", vorhanden ist diese aber nur selten. Man werde "getrieben", weshalb sich jeder die Frage stellen müsse, "ob er das so mitmacht. Es gibt Tage, an denen das schwerer fällt", gibt er dabei offen zu.