​Noch im Juli verlängerte Holger Badstuber seinen Vertrag beim ​VfB Stuttgart ​bis 2021 - doch nun stehen die Zeichen auf Trennung. Der Innenverteidiger kam auch aufgrund von anhaltenden Verletzungsproblemen kaum in der Hinrunde zum Zug und ist mittlerweile hinter die Konkurrenz gerückt. Sport-Vorstand Michael Reschke erteilte ihm daher die ​Freigabe für einen Wechsel. Doch welche Optionen bieten sich?


Als der Verein im Sommer die weitere gemeinsame Zusammenarbeit verkündete, waren beide Seiten optimistisch gestimmt. Der VfB einerseits aufgrund der großen Investitionen und den hochgesteckten Zielen nach einer erfolgreichen Rückrunde, Badstuber andererseits, weil er wieder regelmäßig spielte und das Potenzial des Vereins erkannte.


Der Innenverteidiger wollte eigentlich noch einmal auf internationalem Niveau spielen, wobei er vor allem mit Lazio Rom in Verbindung gebracht wurde. Doch statt Champions League erlebte Badstuber in den vergangenen Monaten Abstiegskampf pur. Die Entscheidung für den VfB mag eine Herzensangelegenheit gewesen sein, doch sie entpuppte sich im Nachhinein als Fehler.


Auch, weil es für ihn persönlich nur wenig berauschend lief. Zum schwachen Saisonbeginn unterliefen ihm ungewöhnliche Fehler, weshalb er immer wieder auf die Bank versetzt wurde. Zunächst spielte Badstuber unter Markus Weinzierl, der im Oktober für den entlassenen Tayfun Korkut anheuerte, regelmäßig - allerdings sollten Wadenprobleme für ein vorzeitiges Hinrunden-Aus sorgen.


Der 29-Jährige, war sich Michael Reschke sicher, werde schon bald "zur absoluten Top-Klasse" gehören. Eine weitere Fehleinschätzung im Zuge der Verlängerung, schließlich gilt Badstuber hinter Benjamin Pavard, Timo Baumgartl und Marc-Oliver Kempf nur noch als Innenverteidiger Nummer vier. Es ist vor allem die enorme Verletzungsanfälligkeit, die ihn immer wieder zurückwirft und nun vermutlich erneut daran beteiligt ist, dass er vor einem Wechsel steht.

Michael Reschke

  Stellt eine Trennung von Holger Badstuber in Aussicht: Sport-Vorstand Michael Reschke


"Sollten Holger und sein Berater in der aktuellen Transferzeit auf uns zukommen, werden wir Gesprächsbereitschaft zeigen", verkündete der 61-Jährige gegenüber Bild. Zudem habe er "den Eindruck, dass sich Holger durchaus noch mal eine neue Herausforderung oder sogar ein Abenteuer vorstellen kann."


Für den VfB würde eine vorzeitige Trennung vor allem eine finanzielle Entlastung bedeuten. Wie berichtet wird, bezieht Badstuber derzeit ein Jahresgehalt von drei Millionen Euro und zählt somit zu den Top-Verdienern. Jedoch stellt sich die Frage, welche Aufgabe ihn reizen würde, denn Stand jetzt soll es keine Offerte gegeben haben, die er zustimmen würde.


Wohin zieht es Badstuber?


Ob sich bis zum 31. Januar ein passender Klub finden wird, scheint in der aktuellen Phase schwierig. Nicht nur, weil Badstuber seit November ausfiel, sondern weil seine Leistungen deutlich zu Wünschen übrig ließen. Für Vereine auf internationalem Niveau reicht es momentan nicht.


Vorstellbar ist es daher auch, dass er bis zum Saisonende bleiben wird. Ob dann ein passender Verein anklopfen wird, hängt davon ab, wie häufig er in der Rückrunde zum Einsatz kommt und ob er verschont von weiteren Verletzungen bleibt. Allerdings dürfte es auch dann schwierig werden, sich den Traum von Europa noch einmal zu erfüllen. Denn im März wird Badstuber 30. Dass der Zahn der Zeit an ihm nagt, zeigt sein schwindendes Tempo. Zudem ist seine Verletzungsanfälligkeit ein hohes Risiko, das der ein oder andere Klub wohl meiden würde. 

Holger Badstuber

  Welche Gelegenheiten bieten sich dem 29-Jährigen noch?


Stand jetzt ist alles offen. Ein Verbleib in der Bundesliga wäre ebenso denkbar wie ein Engagement im Ausland, doch mit Mittelklasse-Klubs dürfte sich Badstuber nur wenig zufrieden geben. Der Routinier strebt nach Höherem, doch die Suche erfordert aufgrund der aktuellen Situation Geduld.