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6 Spielerverträge laufen aus: So plant der HSV

Nov 20, 2020, 1:03 PM GMT+1
Stephan Ambrosius
Hat eine rasante Entwicklung genommen: Stephan Ambrosius | Martin Rose/Getty Images
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Zwei pflichtspielfreie Wochen (mit Ausnahmen für die vier Nationalspieler) liegen hinter den Profis des Hamburger SV. Doch während über den Globus verteilt Länderspiele stattfanden, sind am Volkspark die ersten Weichen für die Zukunft gestellt worden.

Mit dem Team hinter dem Team, sprich Jugendkoordinator Horst Hrubesch, Sportdirektor Michael Mutzel und Chef-Scout Claus Costa hat Sportvorstand Jonas Boldt bereits erste Gespräche geführt. Der Plan: bis zum Jahresende soll mit dem Trio (alle drei Verträge laufen im kommenden Jahr aus) verlängert werden.

Doch auch in Bezug auf den Kader gibt es Gesprächsbedarf. Die Verträge von gleich sechs Spielern (Simon Terodde, Stephan Ambrosius, Tom Mickel, Aaron Hunt, Bobby Wood und Lukas Hinterseer) enden ebenfalls im kommenden Sommer.

Mit den Routiniers soll erst im nächsten Jahr gesprochen werden

Und es kristallisiert sich jetzt schon heraus: Die Routiniers müssen warten - wenn sie denn überhaupt noch eine weitere Chance im Volkspark kriegen sollen.

Der Fall von Simon Terodde steht dabei sinnbildlich. Trotz seiner bisher acht Tore (plus eine Vorlage) in sieben Spielen will der HSV wohl noch mindestens bis zum Frühjahr warten, um mit dem 32-Jährigen in Verhandlungen zu treten.

Simon Terodde
Trotz seiner beachtlichen Torquote will der HSV bei Simon Terodde noch ein bisschen abwarten | Martin Rose/Getty Images

Man schätzt zwar die bislang erstklassigen Leistungen des Stürmers in dieser Zweiten Liga, doch will man sich nicht - wie in der Vergangenheit ja öfter passiert - von den aktuellen Zahlen der immer noch sehr jungen Saison treiben lassen. Sollte Terodde seine Treffsicherheit auch bis in die Rückrunde konservieren können, steht einer Ausdehnung des Arbeitspapiers (perspektivisch dann für die erste Liga) wohl auch nicht viel im Weg.

Aaron Hunt
Seit Sommer 2015 für die Rothosen am Ball: Routinier Aaron Hunt | Thomas Eisenhuth/Getty Images

Auch bei Aaron Hunt gibt man sich - verständlicherweise - zurückhaltend. Verständlicherweise, weil Hunt traditionell sehr verletzungsanfällig mit 34 Jahren auch nicht mehr der allerjüngste ist. In dieser Saison wurde Hunt zwar von schwereren Verletzungen bislang verschont - doch das muss ja nicht so bleiben.

Kaum Perspektiven für Wood und Hinterseer

Für Bobby Wood und Lukas Hinterseer sieht es dagegen eher nach Abschied im nächsten Sommer aus. Wood, der mit einem äußerst lukrativen Vertrag (noch aus Erstligazeiten) ausgestattet ist, hat zwar in diesem Sommer einen Rang in der internen Hierarchie gut machen können (eben den von Hinterseer), doch so richtig Werbung für sich machen konnte der US-Amerikaner dabei auch nicht.

Was für den Österreicher erst recht gilt. In der letzten Saison mit elf Treffern immerhin noch zweitbester Torschütze der Rothosen (hinter Sonny Kittel, 13 Tore), bekam er jedoch schon in der Rückrunde der Vorsaison immer seltener das Vertrauen vom damaligen Coach Dieter Hecking ausgesprochen. Und die Situation ist für den 29-Jährigen nach der Installierung Daniel Thiounes nicht wirklich besser geworden. Dergestalt dass sogar ein eigentlich schon komplett Ausrangierter (Wood) ihn mittlerweile überholt hat.

Bleiben noch die Personalien Mickel und Ambrosius. Mit dem dritten Keeper im Kader plant der HSV über dessen aktive Zeit hinaus. Zunächst soll er noch ein bis zwei (vielleicht auch drei) Jahre den Notnagel im Kasten der Hamburger geben - danach soll ein Aufgabenfeld innerhalb des Klubs für ihn gefunden werden. Es könnte eine Tätigkeit im Nachwuchsbereich sein. In Hrubesch hat der gebürtige Sachse jedenfalls einen gewichtigen Fürsprecher im Klub.

Ambrosius-Verlängerung hat jetzt absolute Priorität

Die wohl heißeste interne Personalie ist zur Zeit Stephan Ambrosius. Der Deutsch-Ghanaer hat in dieser zweiten Jahreshälfte eine beeindruckende Entwicklung genommen. Und nach Bild-Informationen scheinen sich beide Lager, Klub und Spieler, auch mittlerweile angenähert zu haben.

Die Irritationen, die gewisse Aussagen des Beraters von Ambrosius vor einigen Monaten verursacht haben, scheinen ad acta gelegt zu sein. Der Klub weiß, was er an seinem frischgebackenen U21-Nationalspieler hat und will den 21-jährigen Abwehrrecken langfristig (spekuliert wird über einen Vierjahres-Vertrag) an sich binden.

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