Im vorigen Sommer prophezeiten einige Experten Niklas Süle einen größeren Karriereknick. Sein Wechsel zum FC Bayern wurden von vielen kritisch beäugt, doch der Innenverteidiger überrascht mit starken Leistungen. Er selbst zeigt sich von seinem Münchner Höhenflug nur bedingt aus den Angeln gerissen.


In Fußballdeutschland wurde mit der Stirn gerunzelt: Warum musste Niklas Süle, der bei der TSG Hoffenheim zum jungen Spitzenspieler aufstieg, ​gerade zum FC Bayern wechseln? So in etwa lautete vor etwas mehr als einem halben Jahr der Grundtenor der deutschen Fußballwelt. Die Kritiker, die ihm eine Karrieredelle vorausgesagt hatten, verstummen aktuell.


Süles bisheriger Werdegang überzeugt: 24 Einsätze für den deutschen Rekordmeister, davon 19 von Beginn an – hinzu gesellt sich sein Debüt in der Champions League. Überrascht ist der bullige Innenverteidiger davon jedoch nicht. „Überraschung? Das würde ich nicht sagen. Ich bin ganz klar mit dem Ziel hierhergekommen, in dem ersten Jahr meine Einsätze zu haben“, sagt er zur Sport Bild.

FC Bayern Muenchen v SV Werder Bremen - Bundesliga

Etablierte sich an der Isar: Niklas Süle


Sonst hätte er nicht den Wechsel zu den Bayern angestrebt. Ihm sei zuvor bewusst gewesen, dass er keineswegs als Lehrling oder Trainingsgast zu den Bayern wechsle. „Ich wusste, wozu ich fähig bin und dass ich mich durchsetzen kann.“ ​Dass Süle aber bereits 21 Spiele in der Hinrunde absolviert, „damit konnte ich nicht rechnen. Ich bin sehr zufrieden.“


Für 20 Millionen Euro sicherte sich der Münchner Großklub die Dienste des deutschen Nationalspielers. Obwohl heutzutage großer Druck auf Profi-Fußballer lastet, geht Süle seiner Arbeit mit einer gewissen Gelassenheit nach. „Ich bin kein so verbissener Typ, der alles liest und in sich hineinfrisst. Ich gehe meinen Job gerne unverkrampft an und habe Spaß auf dem Platz“, so der 21-Jährige.


Wechsel als Beweis „ich kann es“


Dass sein Wechsel an die Säbener Straße durchaus kritisch beäugt wurde, ist Süle bewusst: „Was über mich alles gesagt wurde: ‚Karriere-Ende mit 22‘ oder Ähnliches. Ich habe das nicht selbst gelesen, aber eben Leute, die mir wichtig sind und mir davon erzählen.“ Es sei teilweise Wahnsinn gewesen, meint er, was in den sozialen Netzwerken über ihn geschrieben wurde. Heutzutage könne jeder Elfjährige auf Instagram gehen und seinen Kommentar ablassen.


Süle: „Ich dachte mir: ‚Warum soll ich meine WM-Teilnahme durch einen Wechsel zu Bayern München gefährden?‘“ Er habe den Transfer eher als Bonus und Chance gesehen. Er wollte von Anfang an ein fester Bestandteil sein und so Bundestrainer Joachim Löw zeigen: „Der Junge spielt sogar bei Bayern, den kann ich mitnehmen.“ Man dürfe nicht immer auf alles reagieren, sagt er mit Blick auf den ebenfalls kritisierten Wechsel von Sandro Wagner: „Sandro und ich sind sehr gut befreundet.“