FC Schalke 04

Dahmen forciert Mainz-Abschied - wie wäre es mit Schalke?

Yannik Möller
Finn Dahmen
Finn Dahmen / Thomas Niedermueller/GettyImages
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Finn Dahmen möchte Mainz 05 im Sommer verlassen und Stammtorwart werden. Gleichzeitig sucht mit Rouven Schröder auf Schalke ein alter Bekannter einen neuen Keeper.


In den letzten Tagen mehrten sich Medienberichte, nach denen Finn Dahmen im Sommer Mainz verlassen möchte. Der U21-Europameister sieht bei den Nullfünfern keine Chance auf regelmäßige Einsatzzeiten, die er inzwischen aber dringend benötigt, hieß es.

Im Gespräch mit transfermarkt bestätigte er die Berichte: "Es ist so, dass ich glaube, dass es notwendig ist, dass ich irgendwo Stammspieler bin, jedes Wochenende zwischen den Pfosten stehe. Das ist mein klares Ziel."

Eine Art Modell, wonach er einen gewissen Prozentsatz an Einsätzen zugesagt bekommt, wäre nun nicht mehr das richtige Szenario für ihn. "Ich möchte auf jeden Fall Stammtorwart sein, Woche für Woche spielen", betonte der 23-Jährige. Aufgrund seines Geburtstages Ende März wird er zur neuen Saison bereits 24 Jahre alt sein. An sich kein Alter, vor allem für Torhüter nicht - aber eines, indem ein Keeper möglichst Woche für Woche aufspielen muss.

In Mainz gibt es kein Vorbeikommen an Robin Zentner, der seine Sache sehr solide macht. Einen Grund, ihn herauszunehmen, gibt es also nicht. Dahmen ist dementsprechend im Nachsehen.

Finn Dahmen
Die U21 führte Finn Dahmen zum EM-Erfolg / Soccrates Images/GettyImages

Da sein Vertrag aber noch bis 2023 läuft, wäre theoretisch eine Ablösesumme für einen Transfer fällig. Allerdings geht er stark davon aus, dass ihm der Klub keine "großen Steine in den Weg legen würde". Davon geht er aus, weil die Verantwortlichen um Sportvorstand Christian Heidel und Sportdirektor Martin Schmidt seine Situation wohl ähnlich einschätzen. Das heißt auch, dass bereits Gespräche zu einem forcierten Abschied im Sommer geführt wurden.

Somit ist davon auszugehen, dass es auch zu dieser Trennung kommen wird. Bereits im Alter von zehn Jahren wechselte Dahmen, der die deutsche U21 im letzten Jahr zum EM-Titel führte, zu den Nullfünfern. Auch dadurch wird klar, für wie wichtig er diese Entscheidung erachtet, den Klub verlassen zu müssen. Deshalb würde er auch eine Vertragsverlängerung für denkbar erachten, die dann allerdings eine Leihe enthalten müsste. "Das fände ich aber auch völlig in Ordnung", erklärte er.

Gleichzeitig ist auch davon auszugehen, dass der gebürtige Wiesbadener keinen allzu großen Abstieg in der Liga hinnehmen möchte. Die 2. Bundesliga wäre zumindest als Einstieg noch ein Thema.

Gedankenspiel: Dahmen möchte Stammkeeper werden - warum nicht auf Schalke?

Ein Verein, der den Markt nach neuen Torhütern für die nächste Saison sondiert, ist Schalke. Königsblau möchte noch in dieser Spielzeit den Aufstieg erreichen, um in der nächsten Saison wieder im Oberhaus aufzuspielen. Gelingt dieser Schritt noch nicht, gäbe es zumindest die Aussicht eines Vereins, der dieses Ziel definitiv im Jahr darauf erneut ausrufen würde.

Zugleich ist mit Rouven Schröder ein alter Bekannter für die Suche verantwortlich. In seiner Zeit in Mainz war es, der mit Dahmen verlängerte. Er weiß somit ganz genau, mit was für einem Torwart er es zu tun hätte, könnte die Stärken, aber auch die Schwächen gut einschätzen. Der Kontakt wäre schnell aufgebaut und Probleme hatte es zu damaligen Zeiten in keiner Form gegeben.

Weil sich S04 noch nicht allzu sicher ist, ob Martin Fraisl auch für die neue Saison der richtige Keeper ist, wird sich nach einem neuen Keeper umgeguckt. Dahmen könnte das ewige Torwart-Thema vorerst beenden. Jahr für Jahr müssen die Knappen diese Debatte führen, weil es keinerlei Konstanz auf dieser Position gibt.

Ein dann 24-Jähriger wäre eine potenziell mindestens mittelfristige Lösung. Eine Sorge, die vorherrschen könnte, wäre ein Markus-Schubert-Dilemma. Auch er kam mit der Hoffnung, endlich über Jahre das blau-weiße Tor hüten zu können. Auch er kam als U21-Torwart und mit dem Gewissen, einen noch jüngeren, talentierten Schlussmann verpflichtet zu haben.

Schlussendlich stellte sich heraus, dass Schubert dem Kaliber Schalke nicht gewachsen war. Das hing zwar auch zu großen Teilen am generellen Absturz, den der Klub zu seiner Zeit durchmachte. Als neuer Keeper dann eine der größten Verantwortungen zu tragen, wäre für jeden Spieler alles andere als einfach gewesen.

Dennoch würde natürlich die etwaige Gefahr bestehen, dass Dahmen als Torwart nicht passt. Doch diese Gefahr besteht bei jeder einzelnen Verpflichtung, weswegen diese Sorge beim Gedankenspiel um einen Transfer hinten angestellt werden muss.


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