Niederschmetternde Statistik: Warum das HSV-Spiel für die Gladbach-Saison bezeichnend war

Zwar nehmen die Fohlen zumindest einen Punkt mit aus Hamburg, jedoch gleicht das angesichts einer fürchterlichen Anfangsphase fast schon einem Wunder.
Borussia Mönchengladbach gehört zu den Langschläfern der Liga
Borussia Mönchengladbach gehört zu den Langschläfern der Liga / picture alliance/GettyImages
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Borussia Mönchengladbach hatte zwar die schlimme Startphase in die Saison 2025/26 erfolgreich hinter sich gelassen, so wirklich konstant performen die Fohlen gegenwärtig aber nicht. Auf ein überragendes 4:0 gegen Augsburg folgte ein niederschmetterndes 1:5 in Hoffenheim und ein glückliches wie trostloses 0:0 in Hamburg - bei dem wieder mal eine der großen Schwächen der Fohlen offensichtlich wurde.

Die Fohlen sind schlichtweg oft nur körperlich anwesend, wenn der Anpfiff ertönt und schmeißen zahlreiche Spiele gleich zu Beginn weg. In Hamburg hätte es dazu auch kommen können, wenn nicht gar sogar müssen. Die Fohlen verschliefen die Anfangshalbestunde dermaßen, dass die Torschussbilanz bei 13:0 für die Rothosen lag. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass der HSV keineswegs für seine Offensivpower bekannt ist und mit 18 Saisontoren die zweitschwächste Bilanz aller Bundesligisten aufweist.

Gewissermaßen war aber der fehlende Killer-Instinkt dann auch die Rettung für Gladbach, die die Phase ohne Gegentreffer überstanden. Im Anschluss wurde die Polanski-Elf zumindest ein wenig besser, wenngleich das torlose Remis angesichts von insgesamt 6:25 Abschlüssen ein ziemlicher Glücksfall war.

Gladbach verpennt die Anfangsphasen regelmäßig

Die verschlafene Startphase in Hamburg steht symbolisch für das, was eigentlich schon über die ganze Saison hinweg zu erkennen ist. Würde stets nach 30 Minuten der Schlusspfiff ertönen, wäre Gladbach Tabellenletzter. Lediglich in zwei der 18 Saisonspielen führte Gladbach nach einer halben Stunde und erzielte dabei nur vier der insgesamt 23 Saisontore.

Dass ein guter Start ins Spiel oft der Schlüssel zum Erfolg ist, wurde auch beim 4:0 gegen Augsburg deutlich, bei dem die Fohlen zwei frühe Tore erzielen konnten. In Hoffenheim stand es hingegen nach 30 Minuten schon 0:2.

Schröder und Polanski hadern nach dem Hamburg-Spiel

Enttäuschend ist aus Gladbach-Sicht, dass es dann keine Reaktion nach dem 1:5 in Hoffenheim gab, sondern vielmehr die Unsicherheit offensichtlich wurde. "Wir hatten natürlich ein paar Themen nach dem 1:5, unter anderem die Wachheit. Wenn man dann die ersten 35, 40 Minuten sieht, kann man nicht abstreiten, dass das Spiel am Mittwoch etwas mit uns gemacht hat. Wir haben ein bisschen darum gebettelt, in Rückstand zu geraten", wird Sportchef Rouven Schröder von der Bild zitiert.

Auch Polanski räumte nach dem Spiel ein, dass man "die ein oder andere Situation überstehen" musste. "Da hat mir die Aktivität gefehlt, wir haben schlechte Entscheidungen getroffen. Wahrscheinlich waren wir zu verkopft", analysierte er. Kapitän Rocco Reitz stimmte zu, dass "die ersten 30, 35 Minuten zu wenig" gewesen seien. "Da hatten wir Glück, dass die Hamburger nicht zielstrebig genug waren", gab er zu verstehen.

Gladbach einmal mehr im Tabellen-Niemandsland

Es ist schwer vorherzusagen, wie die Saison der Fohlen weitergehen könnte. Derzeit rangiert der Klub in der gesicherten Zone auf dem elften Platz. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt sieben Punkte, was allerdings auch kein klares Ruhekissen darstellt. In etwa genauso weit sind die europäischen Plätze entfernt.

Behält Gladbach die wankelmütige Form bei, heißt es wohl am Ende wie schon in den letzten Jahren: "Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig". In den letzten vier Jahren belegten die Fohlen dreimal Platz zehn und einmal Rang 14.


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