Nach dem gescheiterten Experiment mit Albert Riera soll in Person von Adi Hütter ein bekanntes Gesicht Eintracht Frankfurt wieder Flügel verleihen. Die SGE hat das internationale Geschäft verpasst und kann sich voll auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren.
Dies könnte ein Vorteil sein, jedoch befinden sich die Hessen auch im Umbruch. Stand jetzt ist es schwer zu prophezeien, ob der Zeiger bei den Frankfurtern wieder nach oben geht oder eine erneut schwierige Saison wartet.
Diese fünf Schlüsselfaktoren dürften entscheidend sein:
Findet Kaua Santos endlich zur Konstanz?
Kaua Santos hat vor seinem Kreuzbandriss große Hoffnungen geschürt. Dies ist wohl auch der Grund, warum die SGE immer wieder auf seine Dienste setzen möchte. Michael Zetterer war schon in der Vorsaison eigentlich nicht die gewünschte Nummer eins, jedoch war Santos als solche zuletzt einfach nicht tragbar. Nun ist für den Brasilianer die Schonfrist nach der Verletzung endgültig vorbei.
Der Youngster muss liefern und sein grundsätzlich gewaltiges Potenzial auf den Platz bringen. Nutzt er seine womöglich letzte Chance, könnte er ein ordentliches Upgrade im Vergleich zu Zetterer darstellen. Den Frankfurtern würde es jedenfalls guttun, die Gegentor-Anzahl deutlich zu reduzieren. Auch der Keeper muss seinen Teil dazu beitragen.
Wie stabil ist die neu formierte Abwehr?
Es gab nur wenige Saisonphasen 25/26, in denen die Eintracht-Abwehr wirklich funktioniert hat. Dies war meist nur dann der Fall, wenn dafür die Offensive nicht mehr performte. Adi Hütter ist angehalten, die defensive Stabilität zu erhöhen, ohne dabei den Output in der Offensive komplett abzudrehen.
Spannend wird sein, wie die Frankfurter die Abschiede der beiden Außenverteidiger Nathaniel Brown und Rasmus Kristensen kompensieren können, die in der letzten Saison noch zu den stabileren Frankfurtern zählten. Als neuer Hoffnungsträger gilt Elias Baum, der in der Vorbereitung einen starken Eindruck hinterlassen hat. Auf der linken Seite fehlt noch ein gestandener Spieler, während man diese in der Innenverteidigung mit Robin Koch, Arthur Theate und Nnamdi Collins eigentlich hat. Das Trio blieb in der Vorsaison aber weit hinter den Möglichkeiten und ist nun angehalten, stabiler zu performen. Bei Theate ist zudem noch ein Abschied möglich.
Funktionieren Raphael Onyedika und Noel Aseko im Mittelfeld?
Auch das zentrale Mittelfeld hatte einen entscheidenden Anteil an dem wackligen Defensiv-Konstrukt. Hugo Larsson bleibt dem Verein wohl erhalten, was trotz der Formschwankungen des Schweden ein gutes Zeichen ist. Mit Noel Aseko und Raphael Onyedika hat Markus Krösche auf den ersten Blick zwei vielversprechende Akteure verpflichtet.
Zweiterer hat das auch schon auf der obersten Ebene angedeutet. Onyedika muss als Sofortverstärkung funktionieren und das Mittelfeld auf ein höheres Level heben. Aseko hat noch ein wenig mehr Zeit, um sich an die Bundesliga zu gewöhnen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass auch der 20-Jährige schon bald eine wichtige Rolle im Team einnehmen muss.
Bleibt Jonathan Burkardt verletzungsfrei?
Jonathan Burkardt ist ein Stürmer mit Tor-Garantie, wenn da die Verletzungsanfälligkeit nicht wäre. Bislang kam der 26-Jährige nur in wenigen Saisons ohne schwerere Rückschläge über die Runden. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass der Kalimuendo-Deal in der Schwebe ist und womöglich scheitert, wäre es wichtig, mit Burkardt einen verlässlichen Knipser an Bord zu haben.
Helfen könnte Burkardt dabei auch das neue System. Im 4-2-2-2 hat er einen Nebenmann an der Seite. In einer Doppelspitze scheint Burkardt am besten aufgehoben zu sein.
Können die hochgelobten Youngster wieder zünden?
In der Anfangsphase der Saison 2025/26 galt Eintracht Frankfurt als größte Bedrohung für den FC Bayern. Dies lag insbesondere daran, dass einige Youngsters voll durchstarteten - oder man dies zumindest eine Zeit lang dachte. Insbesondere Can Uzun zeigte sein enormes Potenzial, aber auch Jean-Mattéo Bahoya bekam in den ersten Spielen seine PS so richtig auf die Strecke.
In der Rückrunde kam dann allerdings von beiden erschreckend wenig. Auch bei Nnamdi Collins, Oscar Höjlund und Ansgar Knauff wartet man noch auf den nächsten Schritt in der Entwicklung. Mittelfeld-Youngster Hugo Larsson wurde schon deutlich höher gehandelt, konnte zuletzt sein Können aber nur phasenweise abliefern. Mit den beiden Sechser-Transfers kann der Schwede aber wieder seine Paraderolle als offensiverer Box-to-box-Mittelfeldspieler einnehmen.
Ohnehin hat Frankfurt eine ganze Reihe an aussichtsreichen Talenten an Bord, die vor ihrer Break-out-Sesaon stehen könnten. Dies ist aber natürlich eine unsichere Wette. Umso wichtiger wäre es, dass eben Spieler wie Uzun, Bahoya und Larsson ihr Potenzial nicht nur andeuten, sondern als verlässliche Leistungsträger abrufen.
Weitere Eintracht-News lesen:
