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Nagelsmanns WM-Abfuhren: Die 5 kontroversesten Nicht-Nominierungen

Julian Nagelsmann hat mit seiner Kader-Bekanntgabe auch für enttäuschte Gesichter gesorgt. Diese Nicht-Nominierungen sind besonders kontrovers.
Tom Bischof und Said El Mala hätten auch das Zeug für die A-Nationalmannschaft
Tom Bischof und Said El Mala hätten auch das Zeug für die A-Nationalmannschaft | picture alliance/GettyImages

Julian Nagelsmann hat seine 26 Spieler für die WM 2026 bestimmt. Während der ein oder andere Akteur etwas überraschend ein Ticket bekommen hat, blieben einige andere auf der Strecke. Nicht wenige davon hätten für das DFB-Team allerdings einen Mehrwert bieten können. Wir werfen auf fünf besonders kontroverse Nichtnominierungen des Bundestrainers - und fragen uns: Muss man das verstehen?

1. Chris Fürich

Chris Führich
Simon Hofmann/GettyImages

In der WM-Traum-Elf von Bastian Schweinsteiger fand sich Chris Führich in der Startelf wieder, bei Julian Nagelsmann hat es der Stuttgarter nicht mal in den Kader geschafft. Doch welcher Standpunkt ist denn der eigentlich Logische? Die Wahrheit liegt vielleicht ein wenig dazwischen.

Die Nichtnominierung von Führich ist leistungstechnisch schwer zu vertreten. Der Schwabe hat eine tolle Rückrunde gespielt, war ein ständiger Unruheherd und hat wichtige Scorer geliefert. Noch dazu kommt, dass er ein klassischer Linksaußen ist. Einen solchen Spieler sucht man im Kader ansonsten vergeblich.

Bei der WM wird wohl entweder Jamal Musiala oder Florian Wirtz auf der linken Seite spielen, jedoch wäre Führich hier als Joker schon interessant gewesen. Bei Musiala ist schließlich auch nicht klar, ob er alle Spiele bestreiten kann oder Verletzungsprobleme zu befürchten sind.

2. Said El Mala

Saïd El Mala
DeFodi Images/GettyImages

Eigentlich deutete alles auf eine Nominierung des jungen Kölners hin. Während relativ schnell bekannt wurde, dass es für Führich nicht gereicht hat, erwies sich die angebliche El-Mala-Teilnahme als falscher Leak. Gerade aufgrund der Nichtnominierung von Führich wäre eine Berufung des 19-Jährigen nur logisch gewesen.

Mit seinem Tempo und seiner Dribbelstärke wäre El Mala ein hervorragender Spieler von der Bank gewesen. Mit 13 Bundesligatoren für die Kölner hat er auch ein klares Bewerbungsschreiben abgegeben. Leroy Sané ist ein solches hingegen schuldig geblieben.

El Mala hätte auch für jugendlichen Elan und Aufbruchsstimmung gesorgt, also genau das, was der tatsächliche Kader kaum vermittelt.

3. Matthias Ginter

Matthias Ginter
Maja Hitij/GettyImages

Matthias Ginter hat eine herausragende Saison gespielt und war entscheidend daran beteiligt, dass es für den SC Freiburg bis ins Finale der Europa League ging. Vor der Nominierung wurden folgerichtig einige Stimmen laut, dass der 32-Jährige doch eigentlich in den Kader gehört. Leistungstechnisch hätte das durchaus auch geschehen können, wenn nicht gar müssen. Zudem ist Ginter als absoluter Teamplayer bekannt und hätte gewiss nicht für Ärger gesorgt.

Nagelsmann hat jedoch unter anderem Rüdiger, Thiaw und Anton den Vorzug gegeben. Eine durchaus umstrittene Entscheidung, wenngleich der Freiburger Fußball sich schon auch von dem der Nationalmannschaft unterscheidet. Bei Ginter wäre auch der Vorteil gewesen, dass er Erfahrung als Rechtsverteidiger hat. Auf dieser Position klafft im deutschen WM-Kader hinter Kimmich eine Lücke.

4. Yann Aurel Bisseck

Yann Bisseck
Mattia Pistoia - Inter/GettyImages

Auf Bisseck treffen ähnliche Dinge wie auf Ginter zu, wenngleich seine Nichtnominierung vielleicht sogar noch eine Ecke brisanter ist. Immerhin ist der Inter-Profi mit seinen 25 Jahren auch ein Mann für die Zukunft.

Es ist schon erstaunlich, dass Bisseck tatsächlich erst ein Länderpspiel gemacht hat. Der Abwehr-Hüne hat sich bei Inter Mailand festgespielt und ist damit Bestandteil einer der sichersten Abwehrreihen in Europa.

Bisseck ist groß, körperlich stark und besitzt ein sehr sauberes Passspiel. So wirklich Argumente, die gegen ihn sprechen, sind kaum zu finden. Sein Pech war es wohl, dass er im DFB-Team noch wenig Erfahrung hat, jedoch hätte Nagelsmann das ja schon vor Monaten ändern können.

5. Tom Bischof

Tom Bischof
Alexander Hassenstein/GettyImages

Tom Bischof ist beim FC Bayern kein Stammspieler. Folgerichtig gehen viele konform damit, den Youngster nicht zu nominieren. Letztlich muss man sich aber die Frage stellen, ob ein Stammplatz im Verein wirklich so ein wichtiger Indikator ist. Letztlich kommt es auf die Qualität an - und diese ist bei Bischof enorm. Insbesondere in den letzten Wochen hat der Ex-Hoffenheimer grandiose Leistungen gezeigt.

Bischof ist zudem als Außenverteidiger und Mittelfeldspieler polyvalent einsetzbar und hätte auf mehreren Positionen einen Mehrwert bieten können.

Es sei außerdem gesagt, dass Bischof beim FC Bayern 1.654 Pflichtspielminuten gesammelt hat und in der U21-Nationalmannschaft als Kapitän fungierte. Es ist also nicht so, dass er zu wenig Spielpraxis hatte.

Ähnlich wie El Mala hätte Bischof dem Kader eine zusätzliche jugendliche Note gegeben, die für die Aufbruchstimmung im Land gar nicht schlecht gewesen wäre.


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