Der Einstieg von Viessmann beschert dem FC Bayern München einen erheblichen finanziellen Spielraum. Wer angesichts der kolportierten 250 Millionen Euro bereits auf eine Einkaufstour des Rekordmeisters hofft, dürfte sich allerdings gedulden müssen: Die Münchner verfolgen mit den Einnahmen zunächst andere Pläne.
Wie 90min bereits berichtete, wird die Viessmann Generations Group im Zuge einer Kapitalerhöhung neuer Gesellschafter der FC Bayern München AG. Das Familienunternehmen hält künftig rund 6,7 Prozent der Anteile, während 70 Prozent beim FC Bayern München e.V. verbleiben. Die Höhe der Investition wurde offiziell nicht genannt.
Bayern plant keine Transfer-Offensive mit den Viessmann-Millionen
Nach Informationen von Sky Sport ist eine direkte Reinvestition des frischen Kapitals in den Spielerkader derzeit nicht vorrangig vorgesehen. Stattdessen stehen Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelpunkt der Überlegungen.
Damit richtet sich der Blick vor allem auf die langfristige Entwicklung des Vereins. Die zusätzlichen Mittel sollen helfen, die Rahmenbedingungen zu verbessern und die wirtschaftliche Stärke des Rekordmeisters dauerhaft abzusichern.
Die sportliche Personalplanung läuft unabhängig davon weiter. die Bayern wollen insbesondere die Verträge von Harry Kane und Michael Olise langfristig verlängern. Aus dem Einstieg des neuen Gesellschafters lässt sich allerdings keine unmittelbar bevorstehende Transfer-Offensive ableiten.
Hainer erklärt den Umgang mit dem Geld
Präsident Herbert Hainer erläuterte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, welche Funktion die Einnahmen zunächst erfüllen sollen. "Das Geld fließt jetzt auf unser Festgeldkonto", erklärte er. Es diene als Reserve, etwa für zukünftige Infrastrukturprojekte.

An Bauvorhaben mangelt es in München bereits jetzt nicht: Auf dem Campus entsteht ein neues Leistungszentrum für Basketball- und Fußballspieler, außerdem wird das von der Frauenmannschaft genutzte Stadion in Unterhaching saniert. Hinzu kommen Erweiterungen an der Säbener Straße.
Diese laufenden Maßnahmen finanziert der Verein Hainer zufolge bislang vollständig aus den regulären Einnahmen. Die Viessmann-Millionen schaffen somit zusätzlichen Spielraum für weitere Vorhaben, ohne dass sie unmittelbar für die bestehenden Projekte benötigt werden.
Investitionen in den Kader bleiben möglich
Eine grundsätzliche Absage an sportliche Investitionen ist der zurückhaltende Umgang mit dem Geld deshalb nicht. Hainer betonte, dass der sportliche Erfolg weiterhin maßgeblich sei und entsprechend sowohl in die Infrastruktur als auch in den Kader investiert werden solle.
Dabei verwies der Präsident auch auf steigende Ablösen und Spielergehälter. Die neue Reserve verschafft den Bayern angesichts dieser Entwicklung mehr Handlungsspielraum – wann und in welchem Umfang sie eingesetzt wird, bleibt jedoch offen.
