Ein WM-Achtelfinale auf über 2.200 Metern Höhe im ehrwürdigen Aztekenstadion von Mexiko-Stadt kostet zweifellos Substanz. Doch was Englands Kapitän Harry Kane im Anschluss an das Spiel die letzten Körner raubte, war nicht nur der unglaubliche Spielverlauf, sondern die anschließende Party.
Nach dem dramatischen 3:2-Erfolg feierte die englische Mannschaft Arm in Arm vor der Kurve mit den rund 3.000 mitgereisten Fans. Dabei schmetterten die Profis gemeinsam mit dem Anhang lautstark den Oasis-Klassiker "Wonderwall" sowie die legendäre englische Fußball-Hymne "Three Lions". Ein emotionaler Ausbruch, der bei Kane deutliche Spuren hinterließ.
Krächzend und piepsend durchs TV-Interview
Als der Angreifer wenig später zum offiziellen Post-Match-Interview vor die Kamera der übertragenden Sender treten musste, war von der gewohnten Stimmlage des Weltklasse-Stürmers nichts mehr übrig.
Direkt zu Beginn des Gesprächs griff sich der Star des FC Bayern München entschuldigend an den Hals: "Sorry, meine Stimme ist weg“, brachte er in einer kuriosen Mischung aus heiserem Krächzen und hohen Piepstönen mühsam heraus. "Ich habe die ganze Zeit gesungen, ich kann eigentlich gar nicht reden.“ Trotz seiner offensichtlichen stimmlichen Notlage zwang sich Kane, das verrückte Spiel einzuordnen: "Es war ein unglaubliches, verrücktes Spiel. Wir mussten kämpfen, alles war gegen uns, aber wir haben einen Weg gefunden. Unglaublich, diese Mannschaft.“
Das Internet überschlug sich umgehend. Auf Plattformen wie X feierten die Fans das ungewollte Comedy-Gold ihres Kapitäns. Einige amüsierten sich, Kane klänge wie Kermit der Frosch, andere zogen Vergleiche zu legendären heiseren Interviews aus der Fußball-Vergangenheit.
Selbst bei der altehrwürdigen BBC gab es kein Halten mehr. Dort adelte man das Gespräch prompt als "eines der besten Interviews, das ihr jemals sehen werdet.“ Die Reporterin vor Ort zeigte jedoch wenig Erbarmen und stellte hartnäckig weitere Fragen. Schließlich kapitulierte der völlig ausgepumpte Torjäger: "Ich bin sprachlos – ich kann nicht mal mehr reden.“ Danach wurde Kane endlich erlöst.
Ein denkwürdiges Spiel mit Höhen und Tiefen
Die Sprachlosigkeit des Stürmers war dabei absolut nachvollziehbar, denn das Spiel hatte den Beteiligten alles abverlangt. England schien nach einem irren Doppelschlag von Jude Bellingham innerhalb von nur 98 Sekunden eigentlich auf einem souveränen Weg zu sein. Doch die Rote Karte gegen den Verteidiger von Bayer 04 Leverkusen, Jarell Quansah, in der 54. Minute stellte die Weichen auf pure Dramatik. In Unterzahl kämpften die Engländer fast 40 Minuten gegen die drohende Wende.
Kane selbst stand wie so oft im Mittelpunkt des Geschehens. Mit seinem souverän verwandelten Strafstoß zum zwischenzeitlichen 3:1 in der 60. Minute erzielte er bereits sein sechstes Turniertor und untermauerte seine Stellung als treffsicherster Angreifer der Endrunde. Nur acht Minuten später machte er die Partie ungewollt wieder extrem spannend, als er im eigenen Strafraum einen Elfmeter verursachte, den die Mexikaner zum Anschlusstreffer nutzten.
Letztlich reichte es für die Three Lions zum Weiterkommen. Für Harry Kane geht es nun erst einmal darum, die Stimmbänder zu schonen. Denn bereits am kommenden Samstag wartet im Viertelfinale in Miami Erling Haaland mit der norwegischen Nationalmannschaft – und auch dort wird der Kapitän zweifellos wieder den Ton angeben müssen.
Hier gibt es das ganze Interview im Video:
One of the best post-match interviews you will EVER see! Rest up, Harry :) pic.twitter.com/twk8bhP2YK
— BBC Sport (@BBCSport) July 6, 2026
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