Zwar konnte Jamal Musiala eine Erklärung für seine rätselhaften Zusammenbrüche gegen RB Leipzig und den 1. FC Heidenheim abgeben, jedoch ist weiterhin nicht ganz klar, was all das für seine weitere Karriere zu bedeuten hat. Zu große Sorgen muss man sich um den 23-Jährigen aber voraussichtlich nicht machen. Die behandelnden Ärzten sind laut Bild-Informationen überzeugt davon, dass er seine Karriere auf dem alten Niveau fortsetzen kann.
Musiala soll bereits seit Monaten unter der Absence-Epilepsie leiden, die sich in temporären Bewusstseinsstörungen äußert. Darüber wusste man auch im Kreise der Bayern und der Nationalmannschaft Bescheid.
Mediziner mit positiver Prognose bei Musiala
Prof. Christoph Kleinschnitz zufolge lässt sich das Syndrom gut mit Medikamenten behandeln. "Ja. Da gibt es viele Möglichkeiten. Je nachdem, in welchem Alter die Abscencen beginnen, können zwischen 40 und 80 Prozent der Betroffenen anfallsfrei werden. Aus medizinischer Sicht würde bei Musiala in einem solchen Fall nichts gegen eine Fortsetzung der Karriere sprechen. Im Gegenteil. Sport wird empfohlen - von Extremsport wie z.B. Klettern abgesehen", erklärte dieser im Interview mit der Bild. Ein Einzelfall wäre Musiala im Profisport keineswegs.
Sollte Musiala nicht anfallsfrei werden, dürfte das seine Karriere grundsätzlich auch nicht gefährden. Problematisch ist nur, wenn sich die Anfälle in so kurzen Zeitabständen ereignen wie zuletzt. Nicht umsonst zeigte sich Uli Hoeneß geschockt darüber, dass es in Heidenheim erneut zu einem Vorfall kam. Was genau der Grund für die schnelle Abfolge gewesen sein könnte, ist öffentlich nicht bekannt. Für die Ärzte wird es nun darum gehen, eine medikamentöse Einstellung zu finden, die genau das verhindert. Davon wird dann auch abhängen, ob Musiala eine weitgehend störungsfreie Saison spielen kann.
Kein Musiala-Ersatz in Anmarsch
Beim FC Bayern vertraut man weiterhin darauf, Musiala schon bald wieder an Bord zu haben. Beim Supercup gegen Dortmund wird er voraussichtlich aber nicht mit dabei sein, wenngleich ein Einsatz aus medizinischer Sicht - ähnlich wie ja auch schon gegen Leipzig und Heidenheim - möglich wäre.
Laut Informationen von Sky ist zudem schon klar, dass die Bayern keinen Ersatz für Musiala verpflichten wollen und stattdessen diesem die 100-prozentige Unterstützung zukommen lassen. Eine logische Entscheidung, bedenkt man, dass auch Ismael Saibari, Serge Gnabry, Lennart Karl oder Michael Olise auf der Zehn auflaufen könnten.
Schwieriger als die Fortsetzung seiner Fußballer-Karriere dürfte für Musiala das Thema Autofahren sein. Laut Bild-Angaben fährt der 23-Jährige schon länger nicht mehr selbst. Verkehrsrechtler Uwe Lenhart erklärte der Bild, dass die Führerscheinstelle tätig werden könnte und ein fachärztliches Gutachten anfordert, nachdem es nun zu zwei öffentlich bekannten Vorfällen gekommen ist.
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