Wenn tausende Fans zu einer Trainingseinheit an einem Dienstagnachmittag erscheinen, dann muss es ein ganz besonderer Anlass sein. Dass so viele Anhänger des Hamburger SV den Weg ins Volksparkstadion fanden, hatte einzig und allein mit Mario Vuskovic zu tun. Der Verteidiger darf nach vierjähriger Dopingsperre endlich wieder mit der Mannschaft trainieren.
Nicht nur für den Kroaten war die Rückkehr auf den Trainingsplatz ein ganz besonderer Moment. "Das jetzt mitzuerleben, war sehr emotional. Auf dem Platz, aber insbesondere auch in der Kabine", sagte HSV-Trainer Merlin Polzin gegenüber Bild.
"Es war ein Teil der Botschaft an ihn, dass er in den vier Jahren nicht entscheiden konnte, ob das Urteil gerecht war, die Länge der Sperre oder ob die öffentliche Meinung passend war", so Polzin weiter. "Das, was er beeinflussen konnte, war die Person, die er geworden ist. Da habe ich höchsten Respekt vor ihm, vor seiner Mama, seinem Papa und seiner gesamten Familie."

Polzins erstes Fazit: Vuskovic "noch mal reifer geworden"
Inzwischen hat Vuskovic drei Trainingstage hinter sich. Dem Trainer hat das bereits gereicht, um ein positives Zwischenfazit zu ziehen. "Mario hatte schon vor seiner Sperre unfassbar viel Talent. Er ist in seiner Persönlichkeit noch mal reifer geworden. Das spürst du schon im ersten Moment, wenn er reinkommt. Du merkst auch, welch guter Spieler er ist, aber auch welche Persönlichkeit er hat, um die Jungs um ihn herum besser zu machen", schwärmte Polzin.
"Er ist sehr fordernd in allem, was er tut. Aber auch mit Witz und lustigen Sprüchen. Es ist schon sehr angenehm, ihn endlich in der Kabine wieder bei uns zu haben. Der Junge ist – so weit er es sein kann – topfit. Er hat viel gearbeitet, macht einen sehr guten Eindruck, sehr griffig. Natürlich fehlen ihm die Einheiten mit der Mannschaft, der Wettkampf, aber insgesamt ist das sehr positiv", so Polzin weiter.
Rückkehr erst beim Derby im November - Polzin mahnt zur Geduld
Bei den aktuellen Hamburger Defensivproblemen (zwölf Gegentore nach drei Spielen) wäre Vuskovic eine willkommene Soforthilfe, allerdings werden sich die Norddeutschen noch ein wenig gedulden müssen, bis er wieder zum Einsatz kommen darf. Erst am 22. November - ausgerechnet beim Derby bei Werder Bremen - ist der 24-Jährige wieder spielberechtigt.
Nach der langen Pause mahnt Polzin ohnehin zur Geduld: "Rein sportlich geht es darum, die Belastung nach und nach zu steigern. Für uns ist er nicht der Heilsbringer für alles. Wir können die lange Zeit der Sperre einschätzen."
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