Gänsehautmomente im Volksparkstadion: Von Jubel und lauten "Vuskovic, Vuskovic"-Rufen aus der voll besetzten HSV-Fankurve begleitet, ist die Mannschaft des Hamburger SV am Dienstag zu einer besonders emotionalen Einheit angetreten. Mario Vuskovic ist wieder im HSV-Training, der erste Schritt zum Comeback nach vierjähriger Dopingsperre gemacht.
Durch ein Spalier seiner Mitspieler, die ihm mit freundschaftlichen Klapsen auf den Hinterkopf anschoben lief der 24-Jährige gelöst zur Übungseinheit auf. Das Instagram-Video des Vereins kommentierten Bruder Luka und weitere ehemalige HSV-Profis gleich mit einem Herzen. Nach dem völlig verkorksten Saisonstart sorgt der erste Teil der Vuskovic-Rückkehr wieder für Aufbruchstimmung.
"Mario ist so charakterstark, hat einen unglaublichen Willen. Diesen Charaktertyp können wir sehr gebrauchen."Miro Muheim, Hamburger SV
"Mario hat auf diesen Moment am längsten gewartet", berichtete HSV-Linksverteidiger Miro Muheim, der nicht nur in 39 Pflichtspielen mit Vuskovic gemeinsam auf dem Feld stand, sondern auch im Verlauf der vierjährigen Dopingsperre einen intensiven Kontakt zu ihm pflegte: "Er war sehr emotional und man hat gemerkt, dass er sich unfassbar freut, wieder hier zu sein. Mario ist so charakterstark, hat einen unglaublichen Willen. Diesen Charaktertyp können wir sehr gebrauchen."
Zwar ist der kroatische Innenverteidiger, der wegen eines positiven EPO-Tests im Herbst 2022 vom CAS für vier Jahre gesperrt wurde und bis heute vehement seine Unschuld beteuert (er klagt aktuell vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte) erst ab dem 15. November wieder für Pflichtspiele spielberechtigt, das Regelwerk erlaubt es ihm aber, exakt zwei Monate vor Ablauf der Sperre wieder ins reguläre Teamtraining einzusteigen.
Kann Vuskovic dem HSV sportlich schnell helfen?
Das Comeback des Kroaten löst bei den HSV-Fans, die ihm all die Jahre stets die Treue hielten, eine enorme Euphorie aus. Noch immer prangt sein Banner mit der Nummer 44 regelmäßig in der Kurve, noch immer hallen Vuskovic-Rufe durch das Stadion. Auch deshalb wurde die Trainingseinheit kurzerhand ins Stadion verlegt. Dem riesigen Andrang hätten die Trainingsplätze vor der Arena nicht Stand gehalten.
Sportlich wäre ein fitter Vuskovic für den HSV ohnehin Gold wert. Bei den desaströsen 0:5-Klatschen gegen den 1. FSV Mainz 05 und bei RB Leipzig offenbarte die Defensive erhebliche Schwächen. Wenn Vuskovic den Trainingsrückstand schnell aufholt, könnte er theoretisch beim brisanten Nordderby gegen Werder Bremen am 21. November – nur wenige Tage nach Ablauf seiner Sperre – sein offizielles Pflichtspiel-Comeback feiern.
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