Die Stimmung bei Borussia Mönchengladbach ist nach nur zwei Saisonspielen bereits komplett im Keller. Tim Kleindienst griff nach dem 3:4-Super-GAU gegen die SV Elversberg die eigenen Mitspieler verbal an, Trainer Eugen Polanski steht (erneut) zur Disposition und die Fans rufen "Absteiger".
Man merkt, es ist viel im Argen bei der Borussia, die sich ja eigentlich vorgenommen hatte, in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben zu wollen. Doch es sieht aktuell danach aus, als stünde den Fohlen erneut eine Zitterpartie bevor.
Sander legt den Finger in die Wunde
Mittelfeldspieler Philipp Sander hatte nach der Pleite gegen Elversberg deshalb auch die Faxen dicke. "Bis zum 3:1 hatten wir alles im Griff und sogar die Chance, den Sack ganz zuzumachen. Dann bekommen wir das 3:2. Elversberg schöpft wieder Mut. Und dann muss man sagen, dass wir uns nicht clever genug angestellt haben" erklärte er.
Sander führt aus: "Wir hatten zu einfache, kopflose Ballverluste vorne und fangen hinten viel zu einfach Tore. Die Gegentore fallen aus individuellen Fehlern. Die müssen wir in Zukunft vermeiden, um die Gegentorquote zu senken. Das hat auch etwas mit der letzten Konsequenz beim Verteidigen im Strafraum zu tun."
Sander contra Kleindienst?
"Allen jungen Spielern, die heute auf dem Platz standen, mache ich trotzdem ein Kompliment. Sie sind mutig aufgetreten. Ich bin stolz auf jeden Einzelnen. Fehler gehören dazu, es ist Teil des Lernprozesses. Wir als Ältere, als Führungsspieler, sind gefordert."Philipp Sander
Anders als Kleindienst, der vor allem die jungen Spieler kritisierte und ihnen mehr oder weniger die Schuld für die Niederlage gab, stellte sich Sander jedoch vor die Youngster. Insbesondere Matthieu Nguefack stand hier im Fokus, der 18-Jährige hatte mit einem Fehlpass den Ausgleich von Elversberg eingeleitet.
"Allen jungen Spielern, die heute auf dem Platz standen, mache ich trotzdem ein Kompliment. Sie sind mutig aufgetreten. Ich bin stolz auf jeden Einzelnen. Fehler gehören dazu, es ist Teil des Lernprozesses. Wir als Ältere, als Führungsspieler, sind gefordert", erklärte Sander und teilte damit indirekt auch gegen Kleindienst aus.
Man habe nicht nur wegen der jungen Spieler verloren, betonte der 26-Jährige: "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, dass wir in solch einem wilden Spiel nicht für die nötige Ruhe gesorgt haben, um die Führung zu sichern. Alle müssen mit der Situation selbstkritisch umgehen. Da geht es bei jedem selbst los, da fange ich ganz vorne mit mir selbst an."
Die Chance, zu zeigen, dass die Worte gefruchtet haben, bietet sich für die Fohlen am Samstag. Dann reist die Borussia zum SC Freiburg, der bisher beide Saisonspiele gewinnen konnte. Für Gladbach wird dann schon enorm viel Druck auf dem Kessel sein.
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