Es war erneut ein blamables Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei einer WM. Nachdem man in den letzten beiden Turnieren in der Vorrunde ausschied, setzte es dieses Mal den K.o.- im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.
Gleich drei Schützen versagten im Elfmeterschießen die Nerven, sodass das DFB-Team erneut mit leeren Händen nach Hause fliegen wird. Für Mats Hummels, der während der WM als Experte bei MagentaTV im Einsatz ist, muss es dabei jetzt Konseuqnzen geben.
Schonungslose und harte Kritik
"Auf der verantwortlichen Seite schreit es schon irgendwie nach Konsequenzen. Das kann ich nicht anders sagen. Wir hatten jetzt die Heim-EM, Heim-Nations-League und das Turnier hier. Die Heim-EM wird mir im Nachhinein sportlich, von den Leistungen her immer noch zu gut geredet", erklärte der Weltmeister von 2014.
Gleichzeitig gab es auch einen kleinen Seitenhieb gegen Nagelsmann: "Deswegen muss das ein Thema sein, sowohl vom Bundestrainer selbst aus als auch vom Verband. Zumindest Gespräche darüber muss es geben. Es kann nicht anders sein. Dafür ist Fußball zu sehr Leistungssport."
Gerade der letzte Satz ist eine deutliche Spitze gegen Nagelsmanns Art zu nominieren, mit der er sich bereits im Vorfeld der WM einige kritische Stimmen anhören musste. Der Tenor: Das von ihm anfangs noch propagierte Leistungsprinzip wurde in den letzten Monaten immer mehr außer Kraft gesetzt.
Hummels erwartet Rücktritte
Gleichzeitig legte Hummels auch mehreren Spielern einen Rücktritt nahe. "Auf Spielerseite kann ich mir schon vorstellen, dass einige von sich aus zurücktreten werden. Dann glaube ich aber auch, muss es Entscheidungen geben, dass auch Spieler, die Anfang 30 sind, die aber jetzt schon 4, 5, 6 Turniere ihre Chance hatten für Deutschland ein gutes Turnier zu spielen oder gute Ergebnisse zu erzielen und das nicht geschafft haben, dass man da vielleicht auch ranmuss", erklärte der Ex-Dortmunder.
Wen er damit meinen dürfte, scheint klar: Pascal Groß, Leroy Sané, Leon Goretzka, Antonio Rüdiger, vielleicht sogar Joshua Kimmich. Diese Generation hat es erneut nicht geschafft, an die erfolgreichen Zeiten anzuknüpfen und sorgte stattdessen für eine weitere Enttäuschung.
"Da erwarte ich auch von einigen, dass sie selbst sagen: Ich mache nicht mehr weiter", ergänzte Hummels.
Macht Nagelsmann weiter?
Gleichzeitig schloss er auch einen neuen Bundestrainer nicht aus. "Aber ich erwarte auch, dass der aktuelle oder neue Bundestrainer Entscheidungen trifft und treffen muss", beendete Hummels sein Statement.
Zwar hat Nagelsmann kurz nach der Niederlage erklärt, weitermachen zu wollen, und auch Sportdirektor Rudi Völler stärkte dem 38-Jährigen den Rücken, doch die Realität sieht anders aus.
Nagelsmann hat sich durch seine unglückliche Kommunikation, seine Art zu nominieren und dem verpassten, aber dringend notwendigen Umbruch angreifbar gemacht. Das Gerüst, das noch vor zwei Jahren so vielversprechend aussah, hat er schrittweise abgebaut, statt darauf aufzubauen.
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