Nach Aufreger im Klassiker: BVB-Abwehrlegende kritisiert Schlotterbeck

Zwei Szenen, zwei große Diskussionen und beide Male ging es um Nico Schlotterbeck. Im SPORT1 Doppelpass legte Jürgen Kohler nach und erklärte, was ihm an Schlotterbecks Spiel weiterhin fehlte.
Nico Schlotterbeck in der Kritik
Nico Schlotterbeck in der Kritik / Christina Pahnke - sampics/GettyImages
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Trotz eines bemerkenswert unterhaltsamen und torreichen Spiels zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München bleiben auch zwei kritische Szenen des Klassikers Gesprächsthema. In beiden Fällen war Nico Schlotterbeck im Mittelpunkt des Geschehens.

Die erste Aktion kam in der 18. Minute, als Schlotterbeck mit ausgestreckter Sohle in Josip Stanisic rutschte. Zwar berührte er vorher leicht den Ball, für viele hätte dies dennoch einen Platzverweis bedeuten müssen.

Auch die zweite Situation war ein riskantes Abwehrverhalten des Dortmunder Verteidigers gegen Stanisic. Zwar riskierte er diesmal keine Verletzung des Gegenspielers, verursachte aber einen Elfmeter, den Harry Kane eiskalt verwandelte.

Kritik von Jürgen Kohler

Schon zu dem ersten Aufreger erklärte der frühere Dortmunder Jürgen Kohler (60) im SPORT1 Doppelpass: "Für mich war das eigentlich, wenn man genau hinschaut, eine Rote Karte." Auch der Übeltäter selbst erklärte später im Interview: "Ich treff ihn [...] sauunglücklich am Schienbein und wahrscheinlich kann man da schon Rot geben [...] natürlich hatte ich da schon Glück."

Grobes Abwehrverhalten von Schlotterbeck gegen Stanisic
Grobes Abwehrverhalten von Schlotterbeck gegen Stanisic / DeFodi Images/GettyImages

Doch besonders mit dem verursachten Elfmeter handelte sich Schlotterbeck die Kritik des Weltmeisters von 1990 ein: "Nico hat eigentlich die bessere Position. Dann muss ich mich eben nach innen stellen, damit Stanisic die Innenbahn nicht mehr nehmen kann. Ich muss mich nur noch reindrehen. Nico geht eigentlich verkehrt zum Ball. Das sollte einem richtig guten Abwehrspieler nicht so oft passieren. Aber da ist es halt passiert."

Jürgen Kohler
Jürgen Kohler / Thorsten Wagner/GettyImages

Weiter erklärte Kohler deutlich: "Es ist schon wesentlich besser geworden, aber er hat immer noch ein Muster. Wie Upamecano und Tah übrigens auch. Die haben auch Muster drin, die noch nicht ideal gelöst sind. Es sind gute Abwehrspieler, aber um Top-Abwehrspieler zu werden, fehlt noch etwas."

Eigener Kommentar zur deutlichen Kritik

So deutlich und berechtigt die Kritik hier auch ist, muss man dennoch festhalten, wie wichtig die genannten Verteidiger für ihr jeweiliges Team sind. Alle drei haben noch Baustellen in ihrem Spiel, das steht außer Frage. Trotzdem haben Jonathan Tah, Dayot Upamecano und Nico Schlotterbeck bereits ein Niveau erreicht, das sie für ihre Mannschaften nahezu unersetzbar macht.

Und sobald ein Spieler nahezu oder zumindest nur schwer zu ersetzen ist, kann man ihn durchaus als Top-Abwehrspieler einordnen. Alle drei zählen aus internationaler Sicht zu den besten Innenverteidigern Europas.


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