Borussia Mönchengladbach trennte sich nach dem Saisonstart von Gerardo Seoane. Nach einer 0:4-Heimpleite gegen Werder am 3. Spieltag musste der Schweizer gehen. In Eugen Polanski rückte ein schon lange hoch gehandeltes Trainertalent aus der U23 vor. Zunächst fungierte der Ex-Profi als Interimscoach, Mitte November fiel dann die endgültige Entscheidung, dass der 40-Jährige als fester Cheftrainer bleibt – inklusive neuem Vertrag bis 2028.
Der Fortschritt der Fohlen unter Polanski hielt sich bislang jedoch in Grenzen. Waren es unter Seoane noch im Schnitt 1,22 Punkte pro Spiel, kommt Polanski in bislang 27 Partien sogar nur auf einen Punkteschnitt von 1,19 pro Spiel. Vom Tabellenkeller konnte sich die Borussia nach dem Trainerwechsel deshalb auch kaum lösen. In die letzten sechs Spieltage der Saison geht der VfL mit fünf Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz. Der direkte Abstiegsrang 17 ist immerhin neun Punkte entfernt.
Polanski-Zweifel mehren sich
Akut sind die Abstiegssorgen am Niederrhein daher nicht. Die Ziele bei der Borussia sind aber auch ganz andere. Die obere Tabellenhälfte soll es dem eigenen Anspruch nach eigentlich mindestens sein. Eine Weiterentwicklung der Mannschaft ist auch unter Polanski zudem kaum zu erkennen. Weshalb der 40-Jährige ebenfalls in der Kritik steht.
Laut Bild ist Polanski deshalb nicht nur bei den Fans umstritten, sondern auch in der Vereinsführung. Selbst ein Klassenerhalt sei keine Garantie mehr, dass Polanski auch in die kommende Saison als Cheftrainer gehen darf (90min berichtete).
Polanski gibt sich selbstbewusst
"Ich glaube nicht, dass ich mich nochmal extra beweisen muss."Eugen Polanski
Vor dem Duell in Leipzig am Samstagnachmittag (15:30 Uhr) wurde Polanski darauf angesprochen, ob die letzten sechs Spiele der Saison auch für ihn eine Art Bewerbung sind. Der 40-Jährige wollte davon aber überhaupt nichts wissen: "Ich glaube nicht, dass ich mich nochmal extra beweisen muss. Diese Spiele sind keine Bewerbung – der Verein weiß genau, wie ich ticke. Dass ich für eine Klarheit stehe und dass wir uns in einigen Bereichen weiterentwickelt haben", wird er von der Bild zitiert.
"Man nimmt uns als Mannschaft wahr, in der einer für den anderen einsteht. In der jeder seinem Nebenmann hilft und Fehler ausbügelt", betrieb Polanski weitere Eigenwerbung.
Vor allem die defensive Stabilität konnte er lange Zeit in dieser Saison als Argument für seine Arbeit aufführen. Zuletzt kassierte man gegen Köln und Heidenheim aber fünf Gegentore in zwei Spielen. "Wir haben in dieser Saison schon zehnmal zu Null gespielt, wir müssen unser Tor wieder besser schützen, die Null halten - das steht uns gut. Dazu müssen wir das Tempo mitgehen, wenn Leipzig in Ballbesitz ist. Wenn wir den Ball haben, müssen wir es aber auch mal rausnehmen - wichtig sind Konzentration und Klarheit", erklärte er mit Blick auf das kommende Spiel beim Tabellendritten.
Für Polanski wird es aber womöglich mehr als "Konzentration und Klarheit" brauchen, um seinen Job über die Saison hinaus sicher zu haben. Es bräuchte vor allem eine deutlich sichtbare Weiterentwicklung der Mannschaft. Am besten mit konstant guten Auftritten in den letzten sechs Spielen.
