Der FC Bayern hat beim 7:0-Erfolg gegen Union Berlin wohl sein bestes Saisonspiel absolviert und zumindest für eine Nacht die Tabellenführung zurückerobert. Zwar wird das fürs Erste wohl nicht so bleiben, jedoch ist schon jetzt klar zu sehen, welch unfassbares Potenzial in der Bayern-Mannschaft steckt. Vieles deutet darauf hin, dass die Münchner in dieser Saison auf einem noch höheren Niveau spielen können als im Vorjahr.
Wir verraten fünf Punkte, die den FC Bayern in 2026/27 noch stärker machen.
1. Alphonso Davies ist ein fettes Upgrade hinten links

Die Linksverteidiger-Position war in der vergangenen Saison die leichte Achillessehne der Bayern, weil Alphonso Davies nie so richtig fit war und Konrad Laimer oft positionsfremd aushelfen musste. In dieser Saison kann der Österreicher jedoch wieder auf rechts spielen, weil mit Davies und Nathaniel Brown gleich zwei starke Linksverteidiger zur Verfügung stehen.
Etwas überraschend ist Davies der Gewinner der ersten Saisonwochen schlechthin, nachdem er im Sommer phasenweise als Verkaufskandidat galt. Der Kanadier ist körperlich wieder ganz nahe an seiner Top-Form und hat in vielen anderen Bereichen sogar zulegen können. Sein offensiver Output ist so stark wie noch nie. Davies hat in der Bundesliga schon drei Assists geliefert und in der Champions League sehenswert getroffen.
Hinzu kommt, dass der Linksfuß derzeit die achtbeste Zweikampfquote der Bundesliga hat und sich herausragend aus Pressing-Situationen befreit. Der Roadrunner dürfte insbesondere in der Champions League ein ganz wichtiger Spieler werden, wenn es gegen die großen Klubs geht. Bleibt nur zu hoffen, dass er dauerhaft fit bleibt.
2. Michael Olise hat einen weiteren Schritt nach vorne gemacht

Michael Olise trifft derzeit praktisch aus jeder Lage. Was der Franzose beispielsweise gegen Bodö/Glimt und Union Berlin abgeliefert hat, war schlichtweg unglaublich und absolut Ballon-d‘Or-würdig. Dass er diesen wohl noch nicht gewinnen wird, liegt daran, dass er in den großen Spielen zu unkonstant war.
Sieht man sich aber an, wie stark und selbstbewusst der Offensiv-Star aktuell auftritt, kann man fest davon überzeugt sein, dass er künftig auch in den Big Games der Unterschiedsspieler sein wird. Der 24-Jährige hat definitiv nochmal einen Schritt nach vorne gemacht und trifft gefühlt aus allen Lagen.
Olise hat alle Anlagen, um als Top-3-Bayernspieler aller Zeiten in die Geschichte eingehen zu können. Fußballerisch gehört er diesem Kreis schon jetzt an, lediglich die Erfolgsvita müsste noch ein wenig länger werden.
3. Jamal Musiala findet zurück zu alter Stärke

Jamal Musiala ist zwar vielleicht noch nicht ganz so weit, wie es ein Alphonso Davies schon wieder ist, jedoch ist auch seine Entwicklung mehr als positiv. Im Sommer wusste man aufgrund der Verletzungshistorie und der neurologischen Erkrankung nicht so recht, wo die Reise hingehen wird. Im Hier und Jetzt sieht alles schon wieder deutlich besser und vielversprechender aus.
Musiala hat mit zwei herrlichen Toren gegen Bodö/Glimt und Union fette Ausrufezeichen setzen können. Der 23-Jährige wirkt auch wieder leichtfüßiger und spielfreudiger, selbst wenn bei den Eins-gegen-Eins-Duellen sicher noch Luft nach oben ist. Der Offensiv-Star ist aber jetzt schon wieder bei 80 bis 85 Prozent und sollte sich weiter steigern können.
Auf diese Weise macht er die Bayern-Offensive noch besser und gefährlicher als sie es ohnehin schon war.
4. Noch mehr Ruhe und Harmonie im Verein

Beim FC Bayern scheint man inzwischen auch die letzten Störfeuer beseitigt zu haben. Ganz wichtig ist, dass man inzwischen Klarheit bei der Personalie Max Eberl geschaffen hat. Der Sportvorstand hat gute Arbeit geleistet und wurde dafür zu Recht belohnt. Auch das Verhältnis zwischen Uli Hoeneß und Eberl scheint so gut wie noch nie zu sein.
Es ist immer von Vorteil, wenn im Verein jeder an einem Strang zieht und man als große Familie auftritt. Dies ist beim FC Bayern derzeit absolut gegeben. Alleine die Tatsache, dass die Erkrankung von Jamal Musiala erst publik wurde, als er selbst ein Statement dazu abgegeben hat, zeigt den Zusammenhalt des Klubs. Dinge, die intern bleiben sollen, bleiben beim FC Bayern auch intern, weshalb vertrauensvoll und harmonisch zusammengearbeitet werden kann.
Dies dürfte sich auch positiv auf die Leistungen auf dem Platz auswirken.
5. Saibari und Brown machen die Bayern stärker

Es sei mal dahingestellt, ob Ismael Saibari und Nathaniel Brown in ihrer ersten Bayern-Saison absolute Stammspieler werden. Dies ist aber auch nicht nötig, zumal alle Positionen mit absolutem Top-Personal besetzt sind. Wichtig ist es aber, gute Spieler auf den Kaderpositionenen zwölf bis 16 zu haben.
Was dies betrifft, kann man sich sicher sein, dass Saibari und Brown ein absolutes Upgrade sind. Beide haben sich gut eingefügt und besitzen großes fußballerisches Potenzial. Egal ob von der Bank oder als Rotationsspieler: die zwei Neuzugänge machen den FC Bayern nochmal stärker. Genau das war bei Nicolas Jackson, Leon Goretzka und Raphael Guerreiro nicht in dem Maße gegeben. Solch vermeintlich geringe Unterschiede können gerade in der Crunchtime den Unterschied zwischen Henkelpott und Halbfinale ausmachen.
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