Beim 2:1-Sieg über Real Madrid zeigte sich Manuel Neuer in einer sehr guten Form. Für den Hinspiel-Erfolg des FC Bayern war der Torhüter ein wichtiger Faktor. Das hat erneut die Thematik aufgeworfen, ob der 40-Jährige nicht vielleicht doch als Nummer eins der Deutschen Nationalmannschaft zur bevorstehenden Weltmeisterschaft fahren sollte.
Alle Nachfragen dieser Art, die es bereits unmittelbar nach dem Abpfiff gab, blockte Neuer ab. Er wolle dieses Thema gar nicht mehr aufmachen, so der Tenor. Lothar Matthäus deutete seinerseits an: "Julian Nagelsmann wird diese Tür nicht aufmachen. Und auch darum bleiben Manuels Rücktritts-Worte in Stein gemeißelt."
Matthäus geht von schwierigem Verhältnis zwischen Nagelsmann und Neuer aus
Gegenüber der Bild erklärte Matthäus, was er mit seiner Aussage, die allen voran Nagelsmann einen aktiven Posten beim DFB-Aus von Neuer nahelegt, tatsächlich gemeint hat.
"Es ist doch offensichtlich, dass etwas im Verhältnis zwischen Julian Nagelsmann und Manuel Neuer nicht stimmt. Es kann nicht an der sportlichen Leistung liegen, die steht bei Neuer außer Frage", wurde der frühere Weltfußballer und heutige TV-Experte deutlich. "Er ist aktuell einer der fünf besten Torhüter der Welt, wenn nicht sogar der Beste. Es muss etwas Persönliches sein. Dieses Tischtuch scheint zerschnitten."
Ein weiterer Indikator, dass etwas im Verhältnis zwischen Bundestrainer und Bayern-Keeper nicht stimmt, sieht Matthäus im fehlenden Geburtstagswunsch vor ein paar Wochen. "Nagelsmann war an Neuers 40. Geburtstag bei uns am RTL-Mikrofon zum Interview. Auf die Frage, ob er Manuel zum Geburtstag gratuliert habe, sagte der Bundestrainer, er hätte nicht davon gewusst. Ganz Fußball-Deutschland wusste das! Darum nehme ich das Julian auch nicht ab", so der 65-Jährige.
"Ich bin überzeugt: Hätte sich Nagelsmann mehr um eine Rückkehr von Neuer in die Nationalmannschaft bemüht, hätte es eine Möglichkeit gegeben. Nun sehe ich aber keine Chance mehr", schloss Matthäus.
Während sich Neuer nicht proaktiv um eine DFB-Rückkehr bemühen wird, bleibt diese Initiative auch von Nagelsmann aus. Dementsprechend dürfte das Thema hier und da zwar noch aufflammen, doch tatsächliche Konsequenzen werden wohl nicht mehr folgen.
