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Die Diskussionen um ein WM-Comeback von Neuer müssen aufhören! – Kommentar

Nach der Neuer-Gala von Madrid fordert nicht nur Lothar Matthäus ein DFB-Comeback von Manuel Neuer. Der reagiert unmissverständlich. Das gilt es endlich zu akzeptieren!
Manuel Neuer war im Bernabeu schier unbezwingbar
Manuel Neuer war im Bernabeu schier unbezwingbar | Ion Alcoba Beitia/GettyImages

Am Dienstagabend durften wir Prime Manuel Neuer bewundern. Und das mit 40 Jahren. Der Bayern-Kapitän brachte Kylian Mbappé und Vinicius Junior beinahe zur Verzweiflung. Mit neun Paraden sicherte Neuer dem FCB einen 2:1-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League. Es waren die meisten für einen Keeper gegen Real Madrid in einem K.o.-Spiel seit Beginn der detaillierten Datenerfassung.

Für die Münchner war es der erste Erfolg im Bernabeu seit dem Sieg im Elfmeterschießen 2012. Und sogar der erste nach 90 Minuten bei den Königlichen seit 2001!

"Es macht einfach Spaß mit der Mannschaft und dem Trainerteam. Es ist alles möglich", erklärte der Mann des Abends im Anschluss am Amazon-Mikro. Neuer gab sich trotz seiner Gala bescheiden und hielt sich auch mit Ansagen bezüglich seiner Zukunft zurück.

Schließlich ist weiterhin unklar, ob er über den Sommer hinaus weitermacht oder seine glanzvolle Karriere am Saisonende beendet. Die Entscheidung liegt allein bei Neuer selbst. Warum das so ist, untermauerte er am Dienstagabend an der Concha Espina 1.

Matthäus und Kramer wollen Neuer bei der WM

"Ich würde Manuel Neuer tatsächlich in dieser Form bei der WM sehen wollen."
Lothar Matthäus, Sky Austria

Neuer untermauerte auch, warum die Diskussion um seine WM-Teilnahme weiter schwelt. Eigentlich hatte er bereits öffentlich klargemacht, dass ein DFB-Comeback für ihn nicht infrage kommt. Und eigentlich hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann bei den März-Testspielen klargemacht, dass Oliver Baumann als deutsche Nummer eins zur Weltmeisterschaft reist.

Doch die TV-Experten legten am Dienstagabend nach. Bei Amazon Prime warb Chris Kramer für Neuer im deutschen WM-Kasten. Für den Ex-Gladbacher, der mit Neuer 2014 den WM-Titel holte, ist der 40-Jährige immer noch der beste Torhüter der Welt.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sah das bei Sky Austria ähnlich: "Dieser Neuer ist Weltklasse, gehört in die Nationalmannschaft. Ich hoffe, dass Nagelsmann das Spiel sieht", warb er für ein Neuer-Comeback zur WM.

Neuer reagiert erneut deutlich

"Wir brauchen das Thema überhaupt nicht aufzumachen."
Neuer über ein DFB-Comeback, Sky Austria

Neuer selbst machte in der Mixed Zone nach dem Spiel erneut deutlich: "Wir brauchen das Thema überhaupt nicht aufzumachen."

Und erklärte weiter: "Wo haben wir hier heute gespielt? Das war ein sensationelles Spiel. Wir reden jetzt nicht über die Nationalmannschaft. Ich habe meine Sachen gesagt und konzentriere mich hier auf den FC Bayern."

Auch Matthäus musste angesichts der klaren Neuer-Worte eingestehen: "Ich würde Manuel Neuer tatsächlich in dieser Form bei der WM sehen wollen. Aber ich weiß auch, dass das nicht passieren wird. Julian Nagelsmann wird dieses Tor nicht öffnen. Und deshalb bleiben Manuels Worte zum Rücktritt in Stein gemeißelt."

Neuers Entscheidung muss man akzeptieren

Damit wäre auch schon alles gesagt! Die Neuer-Diskussionen sind zwar angesichts solcher Leistungen und der Situation im deutschen Tor verständlich, bleiben aber unsinnig. Vielmehr sollte man das Wort des Keepers endlich akzeptieren und gar nicht mehr über ein Comeback reden.

Neuer hat für den deutschen Fußball schon extrem viel geleistet. Er selbst muss für sich entscheiden, ob er noch einmal eine WM spielen möchte oder nicht. Und offensichtlich hat er das längst getan.

Fraglos bleibt, dass Neuer die sportlich beste Option im deutschen WM-Tor wäre. Doch die weiteren Diskussionen führen nur dazu, dass es weitere Nebengeräusche rund um das DFB-Team gibt. Und hier haben wir aktuell ohnehin schon genug Baustellen.

Oliver Baumann wird derweil weiter geschwächt. Der 35-Jährige hat in seinen bisher elf Länderspielen bewiesen, dass er eine würdige deutsche Nummer eins sein kann. Er ist und bleibt die beste Option für Nagelsmann nach dem Neuer-Rücktritt und den ter-Stegen-Verletzungen.

Dass Baumann keine pure Weltklasse verkörpert, wie Neuer es noch immer tut, ist klar. Er gibt der deutschen Mannschaft aber ausreichend Sicherheit und Klasse, um bei der WM bestehen zu können. Es gilt für alle – Fans, Ex-Mitspieler und TV-Experten – das zu akzeptieren.

Oliver Baumann wird unser WM-Stammkeeper sein. Manuel Neuer für den FC Bayern weiter Weltklasse. Mindestens bis zum Sommer. Und eben nicht mehr für das DFB-Team.

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