Kwasniok unter Druck: So ordnet Trainer-Legende Funkel die Arbeit seines Nachfolgers ein
Von Niclas Hergt

Friedhelm Funkel, der wohl bekannteste Feuerwehrmann des deutschen Fußballs, glaubt fest an den Klassenerhalt des 1. FC Köln. Im Gespräch mit dem Kölner Express gibt er eine klare sportliche Einschätzung ab und erklärt, warum Lukas Kwasniok aus seiner Sicht die richtige Linie gefunden hat.
Persönliches streift er nur am Rande: Funkel wirkt trotz kleinerer Knieprobleme fit wie eh und je, genießt seine freie Zeit und lässt dennoch ein kleines Hintertürchen für ein mögliches Comeback auf der Trainerbank offen.
Die Trainer-Legende hatte die Geißböcke an den letzten beiden Spieltagen der Vorsaison übernommen und den Effzeh zurück ins Oberhaus geführt. Der 72-Jährige wäre wohl nicht abgeneigt gewesen, für die Kölner auch in dieser Bundesliga-Saison noch an der Seitenlinie zu stehen. Sportchef Thomas Kessler entschied sich jedoch für die Neuausrichtung mit Kwasniok.
Warum Funkel dem FC vertraut
Dennoch verfolgt Funkel die Bundesliga weiterhin aufmerksam, besonders die Klubs, bei denen er selbst arbeitete. Die Lage in Köln sieht er unaufgeregt. "Ich mache mir keine Sorgen um den FC, aber sie müssen jetzt aufpassen, dass sie nicht in die gefährliche Zone geraten. Dennoch bin ich sicher: Die Mannschaft wird die Klasse halten", sagt er.
Für Funkel sprechen zwei Punkte besonders deutlich dafür. Zum einen hat der FC gegen direkte Konkurrenten bereits wichtige Zähler eingefahren. Die Siege gegen Mainz, Wolfsburg und den Hamburger SV bilden aus seiner Sicht ein solides Fundament. Zum anderen überzeugten die Kölner auch in den Spielen gegen die Top-Teams. "Köln hat immer gut gespielt, sich nur nicht belohnt", so Funkel.
Am Samstag wartet im eigenen Stadion der nächste Härtetest: der Überraschungsdritte TSG Hoffenheim. Das Hinspiel gewann der FC auswärts mit 1:0, vielleicht ein gutes Omen für den nächsten Schritt im Kampf um den Klassenerhalt. Auch wenn der letzte Heimsieg gegen die TSG schon elf Jahre zurückliegt.
Kwasniok, Rotation und Funkels eigene Zukunft
Die Diskussionen der Fans über die vielen Wechsel von Lukas Kwasniok sieht Funkel gelassen. "Das ist bei jedem Trainer unterschiedlich. Bisher hat Kwasniok viel richtig gemacht. Was er erreicht hat, ist absolut in Ordnung." Zu Beginn der Saison sei ebenfalls rotiert worden, damals habe es niemanden gestört, weil die Ergebnisse stimmten.
Und wie steht es um Funkels eigene Zukunft? "Ich warte nicht am Telefon. Ich genieße meine Freizeit. Und falls jemand anruft, muss ich schauen, wer das ist", sagt er schmunzelnd. Ganz loslassen kann der 72-Jährige den Fußball aber nicht. Zwölf Spiele stehen für die Geißböcke noch an und Funkel ist überzeugt, dass die Mannschaft die nötigen Punkte holen wird.
Sollte der FC wider Erwarten doch in eine gefährliche Abwärtsspirale rutschen, hätte die Stadt jedoch einen beruhigenden Notfallplan: Ein pensionierter Feuerwehrmann im Fußballtrainer-Outfit sitzt schließlich jederzeit im Kölner Umland bereit - und der hat in seiner Karriere schon ganz andere Brände gelöscht.
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