Kovac setzt auf fast vergessenen BVB-Star: "Wird deutlich mehr Minuten bekommen"
Von Dominik Hager

Nach dem Abgang von Pascal Groß ist der BVB im zentralen Mittelfeld nicht mehr ganz so üppig bestückt. Hinzu kommt, dass Marcel Sabitzer aufgrund seiner Wadenverletzung auch am Wochenende nicht zum Einsatz kommen kann. Bedenkt man, dass Jobe Bellingham und Carney Chukwuemeka noch nicht in Gänze überzeugen konnten, bleibt Felix Nmecha als einzige Konstante übrig.
Aus diesem Grund drängt sich nun wieder ein Spieler in den Vordergrund, der eigentlich schon längst abgeschrieben zu sein schien. Die Rede ist von Salih Özcan, der nach drei Kurzeinsätzen zu Saisonbeginn am vergangenen Wochenende nach einigen Monaten Pause wieder Bundesliga-Minuten bekommen hat. Offenbar könnte das jetzt zur Gewohnheit werden.
Kovac stellt Özcan weitere Einsätze in Aussicht
"Er ist sicherlich ein Spieler, der in dieser Saison aufgrund der Konkurrenzsituation viel zu kurz gekommen ist. Ich denke, dass er jetzt deutlich mehr Minuten bekommen wird", kündigte Niko Kivac im Rahmen der PK an. Für so manchen Dortmund-Fan mag das wie eine Drohung klingen. Özcan konnte schließlich seit seinem Wechsel zur Borussia zu keiner Zeit überzeugen und war auch praktisch immer nur ein Ergänzungsspieler.
Seine Leihe nach Wolfsburg in der Hinrunde der Saison 2024/25 hat daran nichts geändert. Özcan ist zwar gegen den Ball solide, hat aber einfach nicht die nötige Handlungsschnelligkeit und das technische Niveau, um unter Druck sauber agieren zu können. Demnach würde man eigentlich meinen, dass der nur noch bis 2026 gebundene Mittelfeldspieler auch nicht mehr lange in Dortmund spielen wird.
Özcan hat den Vorteil, dass er der einzige wirkliche Sechser im Kader ist. Felix Nmecha agierte zwar zuletzt meist in dieser Rolle, kann seine Stärken als Achter aber besser zur Entfaltung bringen. Man darf gespannt sein, ob Özcan am Samstagabend gegen Union Berlin vielleicht sogar von Beginn an eine Chance erhält.
Dortmund nach miesem CL-Abend unter Druck
Der BVB muss hier Wiedergutmachung nach dem wahrlich miesen Champions-League-Auftritt gegen die Spurs betreiben. Kovac vermied es jedoch, vor dem Union-Spiel zu große Kritik am eigenen Team zu üben und stellte sich hinter seine Mannschaft. "Ich sehe, dass sich die Mannschaft im Vergleich zur letzten Saison deutlich gesteigert hat. Mit einigen Dingen sind wir sicher nicht zufrieden, aber wir dürfen nicht alles in Frage stellen", versuchte er positiv zu bleiben.
"Wir sind sind kritisch untereinander und haben das am Abend in London noch aufgearbeitet", erklärte er. Ganz so kritisch klingen die Worte von Kovac in Summe aber nicht, sondern eher so, dass ein Matthias Sammer ein wenig unruhig auf seinen Stuhl herumrutschen dürfte. Der BVB-Berater hatte schon häufiger moniert, dass beim BVB zu viel Schönrederei und zu wenig Härte vorherrsche.
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