Kommt ein Unterschiedsspieler für den Flügel? Ricken macht deutliche Ansage

Borussia Dortmund fehlt ein Quäntchen Qualität, um die ganz großen Siege landen zu können. Daher möchte Lars Ricken wohl insbesondere auf dem Flügel investieren.
Lars Ricken will den BVB weiter voran bringen
Lars Ricken will den BVB weiter voran bringen | RONNY HARTMANN/GettyImages

Der BVB hat in der laufenden Saison zwar wenige, dafür aber die entscheidenden Spiele verloren. Folgerichtig sind die Borussen in der Champions League und im DFB-Pokal bereits gescheitert und haben in der Bundesliga elf Punkte Rückstand auf den FC Bayern. Für den Gewinn von Titeln scheint schlichtweg ein Quäntchen Qualität zu fehlen.

Im Sommer haben sich die BVB-Verantwortlichen dafür entschieden, keinen neuen Star für den Flügel zu verpflichten, was auch damit zu tun hatte, dass Niko Kovac auf ein System mit zwei Schienenspielern, aber ohne klassische Winger setzt.

Ricken möchte neuen Flügelspieler verpflichten

Lars Ricken scheint von diesem Weg aber nicht mehr so überzeugt zu sein. Auf die Frage im Interview mit der WAZ, ob man dieses Versäumnis im Sommer korrigieren möchte, fand der Geschäftsführer eine klare Antwort.

"Ja, das ist ein Ziel. Punkt", ließ er keinen Zweifel daran, dass der BVB im Sommer aktiv werden möchte. Im vergangenen Sommer wurde intensiv über den Namen Jadon Sancho diskutiert. Der in der laufenden Saison chronisch erfolglose Engländer könnte auch im kommenden Sommer wieder auf den Markt kommen, jedoch dürften auch einige andere Namen in der Verlosung sein.

Problematisch ist natürlich, dass ein Unterschiedsspieler auf dem Flügel im Normalfall jede Menge Geld kostet. Durch das recht frühe Aus in der Königsklasse ging den Borussen hiervon einiges flöten.

Ricken möchte eingeschlagenen Transferkurs fortsetzen

Ricken betonte, dass der BVB auch im kommenden Sommer keinen Harry Kane verpflichten könne. "Borussia Dortmund stand und sollte noch immer dafür stehen, Spieler mit sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten zu verpflichten. Das haben wir in der Vergangenheit so gut gemacht, dass selbst die größten europäischen Vereine dieses Erfolgsmodell kopiert haben", betonte er.

Zwar sind jüngste Neuverpflichtungen wie Jobe Bellingham, Carney Chukwuemeka, Fabio Silva und Yan Couto noch einiges schuldig geblieben, jedoch möchte der BVB auch zukünftig diesem Weg folgen. "Es ist unabdingbar, weiter nach diesen Spielern zu suchen", machte Ricken deutlich. Der Geschäftsführer verwies auch auf den aktuell brillierenden Youngster Luca Reggiani und an den für viel Geld verkauften Jamie Gittens. "Das muss Teil unseres Weges sein", erklärte der Borussen-Boss.

BVB verliert an Wert: Ricken zeigt sich selbstkritisch

Umso bedenklicher ist in diesem Zusammenhang, dass der Kadermarktwert in den letzten fünf Jahren auf transfermarkt.de 113 Millionen Euro verloren hat, obwohl man ja eigentlich Spieler mit Wertsteigerungs-Potenzial an Bord holen möchte.

"Das ist ein Fakt, dem ich nicht widersprechen kann. Es muss unser Ziel sein, dass die Entwicklung wieder in die andere Richtung abdreht", sprach Ricken Klartext.

Die Weiterentwicklung des Kaders wolle er nun gemeinsam mit dem oft in der Kritik stehenden Sebastian Kehl angehen. "Das machen wir nun seit anderthalb Jahren und die Idee ist klar zu erkennen. Dementsprechend haben wir so wie betont auf dem Transfermarkt agiert. Natürlich müssen wir aber auch selbstkritisch konstatieren, dass nicht alle Neuzugänge bislang schon richtig gezündet haben. Da können wir uns verbessern", hinterfragte er die Arbeit von Kehl und ihm selbst.

Klar ist jedenfalls, dass sich Ricken und vor allem Kehl ein wenig Luft verschaffen könnten, wenn der nächste Transfer ein Volltreffer wird. Es benötigt eben mal wieder die ganz großen Coups, um auch endlich wieder außergewöhnliche Erfolge feiern zu können.

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