Köln chancenlos? Kwasniok gratuliert VfB schon zum Sieg
Von Franz Krafczyk

Die Vorzeichen des 1. FC Köln könnten vor dem Samstagabendspiel beim VfB Stuttgart (18:30 Uhr) deutlich besser stehen. Um sich nicht von den Feierlichkeiten in der Domstadt ablenken zu lassen, reisten die Geißböcke zwar schon am Donnerstag aus der Heimat ab, doch die Karnevalsstatistik des Effzeh bereitet im Vorfeld der Partie trotzdem große Sorgen.
Von den jüngsten 26 Pflichtspielen, die zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch stattfanden, gewannen die Kölner lediglich drei. Satte 14 Partien endeten sogar mit einer Niederlage. Auch im vergangenen Zweitliga-Jahr gab es eine 0:1-Pleite beim Karlsruher SC. Mit wirklich viel Optimismus tritt der Effzeh wohl auch diesmal nicht in Baden-Württemberg an.
"Eigentlich brauchen wir gar nicht anzutreten. Karnevalsbilanz? Schlecht! Gegen die großen Teams? Schlecht! Samstagabend? Noch schlechter. Insofern jetzt schon Glückwünsche an den VfB Stuttgart. Wir versuchen uns bestmöglich zu verkaufen", sagte Trainer Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz vor dem Spiel mit einem Augenzwinkern.
Effzeh mit miserabler Samstagabend- und Topteam-Bilanz
Was Kwasniok neben der Karnevalsmisere meint: Von den vergangenen zwölf Partien, die der Effzeh an einem Samstagabend bestritt, gab es nur einen Sieg, der inzwischen auch schon zwei Jahre zurückliegt. Zudem konnte der Aufsteiger in der laufenden Saison gegen kaum ein Spitzenteam gewinnen. Gegen Bayern, Dortmund, Leipzig, Stuttgart und Leverkusen gab es aus insgesamt sechs Spielen noch keinen einzigen Punkt. Nur gegen die TSG Hoffenheim konnte die Kwasniok-Elf im Oktober mit 1:0 gewinnen.
"Wenn du 280 Spiele hast und das nächste Spiel ist für dich nichts Besonderes mehr in der Bundesliga, dann lerne Elektriker."
- Lukas Kwasniok
Dennoch freut sich der 44-jährige Coach auf die knifflige Aufgabe bei den Schwaben, die auf Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen sind. "Wir freuen uns auf dieses Spiel. Und ich glaube, das sage ich meinen Jungs immer: Wenn du 280 Spiele hast und das nächste Spiel ist für dich nichts Besonderes mehr in der Bundesliga, dann lerne Elektriker. Dann hast du wieder eine neue Herausforderung, die macht dir Spaß. Wenn du die Gier und die Freude auf das Spiel verlierst, bist du nicht mehr bei 100 Prozent", betont Kwasniok.
Die 5.100 erwarteten Gästefans werden den Effzeh dabei unterstützen und ebenfalls von den Feierlichkeiten in der Heimat fliehen, um für ihren Verein da zu sein.
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