Kurz nach dem wackeligen 2:1-Sieg über den 1. FC Köln stand Lars Ricken im Fokus. Der Sport-Geschäftsführer von Borussia Dortmund gab öffentlich bekannt, dass eine Vertragsverlängerung mit Julian Brandt nicht erreicht wurde, sodass sich die gemeinsamen Wege zum Sommer trennen werden.
Im Sommer 2019 schloss sich der heute 29-Jährige dem BVB für etwa 25 Millionen Euro an. Im Laufe der restlichen Saison wird er vermutlich noch die Marke von 300 Pflichtspiel-Einsätzen für Schwarz-Gelb knacken, in denen er bislang schon 125 direkte Torbeteiligungen (56 Tore und 69 Assists) erreicht hat.
Der Grund für die bevorstehende Trennung ist soweit klar: Spieler und Klub konnten sich nicht auf eine Vertragsverlängerung verständigen. Wie Ricken betonte, im gegenseitigen Einvernehmen. Doch woran ist es schlussendlich gescheitert?
Brandt-Verbleib scheiterte an mehreren Faktoren
Der Bild zufolge ist das liebe Geld ein Faktor gewesen. Mit rund acht Millionen Euro gehört Brandt zu den Topverdienern in Dortmund. Mit einem neuen Vertrag hätte er wohl eine Gehaltsreduzierung hinnehmen müssen. Künftig und Schritt für Schritt möchten die Verantwortlichen ein schlankeres Gehaltssystem einführen. Etwa mit einem niedrigeren Grundgehalt und dazu Bonuszahlungen, die auf Einsätzen und Leistungen fußen. An dieser Stelle kam es wohl bereits zu keiner Einigung.
Doch grundsätzlich soll es beim BVB zur neuen Saison auch einen Umbruch in der Team-Hierarchie geben. Wer sind die Leistungsträger und Führungsspieler? Wer liefert beständig und auf einem hohen Niveau ab? Fragen, deren Antworten zu einem neuen Aufbau innerhalb der Mannschaft führen sollen. Brandt wurde dahingehend, natürlich in Kombination mit den Gehaltsanpassungen, offenbar als nicht so wichtig angesehen, als dass er ein für ihn noch immer attraktives Angebot erhalten konnte.
Laut der Bild reize Brandt aber auch eine neue Herausforderung. Ein Verbleib bei Schwarz-Gelb war somit zwar denkbar, für ihn aber offenbar ohnehin nicht in Stein gemeißelt. Mit seiner zuweilen unklaren Rolle beim BVB schien er nicht weiter zufrieden zu sein. Woanders wird er zwar wohl kaum an das Gehalt herankommen, das ihm ein neuer Dortmund-Vertrag eingebracht hätte - doch durch den ablösefreien Wechsel kann er zusätzlich ein nettes Handgeld bekommen.
Spuren soll es unter anderem in die Premier League geben, wo insbesondere Aston Villa schon länger als Interessent genannt wird. Brandt dürfte aber auch einen Markt in Italien und Spanien haben.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Trennung tatsächlich die von Ricken erklärte "Chance für beide Seiten" werden kann.
