Nach zuletzt zwei sieglosen Liga-Spielen konnte sich Borussia Dortmund am Samstagabend wieder einen Dreier sichern. Der 2:1-Sieg über den 1. FC Köln fiel zwar nicht wirklich unverdient, angesichts eines zu Ungunsten des Effzeh nicht gegebenen Hand-Elfmeters aber doch etwas glücklich aus. Zumal die Mannschaft von Niko Kovac die komplette zweite Halbzeit in Überzahl spielte, aber es verpasste, die Partie vorzeitig für sich zu entscheiden.
Letzteres war wohl auch der ausschlaggebende Punkt für die anschließende Kritik von Kovac. "Ich mache es relativ kurz: Außer den drei Punkten, mit denen ich zufrieden bin, kann ich nicht zufrieden sein. Vor allem die erste Halbzeit, aber auch die zweite Halbzeit - mit einem Mann mehr", kritisierte er den Auftritt seiner Mannschaft (via Sport1).
Für Kovac war es "schwierig zu erklären", wie die zwischenzeitliche 2:0-Führung sogar noch dermaßen gefährdet wurde. Dazu gestand er ein, dass der BVB bei dem potenziellen Hand-Elfmeter viel Glück gehabt habe. So war der 2:2-Ausgleich gar nicht so weit entfernt.
"Ich weiß, man denkt, heute kann man mal ein bisschen weniger machen", thematisierte der Cheftrainer von Schwarz-Gelb auch die Einstellung. "Das geht nicht", mahnte er und führte aus: "Wenn jeder irgendwo einen Meter weniger macht, dann sieht es so aus, wie es aussieht."
Krisensitzung beim BVB unmittelbar nach dem Abpfiff
Die Vereinsführung sah diesen Spannungsabfall mindestens ebenso kritisch. Deshalb gab es laut der Sport Bild auch noch direkt in der Kabine eine Krisensitzung - anberaumt von und mit Sebastian Kehl und auch Lars Ricken.
Danach berichtete Kehl: "Wir haben gerade sehr intensiv diskutiert mit der Mannschaft, um ein Gefühl dafür zu bekommen, warum wir nach dem 2:0 nicht weiter nach vorne spielen und auf ein drittes oder viertes Tor gehen. Und warum wir sogar mit einem Mann Überzahl noch einmal so in die Bredouille kommen, das Spiel am Ende sogar noch mal kippen kann." Da habe es dann auch "ein paar kritische Töne" gegeben, führte der Sportdirektor aus.
Es gebe beim BVB "die Erwartungshaltung, dass jeder Spieler von Borussia Dortmund für diesen Klub an jedem Wochenende alles gibt". Und das gelte dann auch für den weiteren Spielverlauf bei einer Führung, wie es in Köln der Fall war.
