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Karetsas-Deal nur der Anfang? Die Top-3-Prioritäten für die BVB-Bosse

Borussia Dortmund hat den Karetsas-Deal finalisiert, muss sich nun aber um weitere Hausaufgaben kümmern. Wir sehen uns an, worauf die Prioritäten liegen sollten.
Können die BVB-Verantwortlichen den Kader noch verstärken?
Können die BVB-Verantwortlichen den Kader noch verstärken? | Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages

Borussia Dortmund hat sich nach einem langen Transferpoker die Dienste von Griechenland-Juwel Konstantinos Karetsas gesichert. Der offensive Mittelfeldspieler dürfte die Nachfolge von Julian Brandt antreten, womit eine Kaderbaustelle schon mal geschlossen wäre. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass Ole Book und Co. sich zur Ruhe setzen können. Vielmehr ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, andere Baustellen zu beheben.

Priorität Nummer eins: Neuer Flügelstürmer

Es war ohnehin schon klar, dass der BVB im Sommer einen Flügelstürmer holen möchte. Nach dem Abschied von Karim Adeyemi ist dieser Punkt noch wichtiger geworden. Die Dortmunder benötigen einen Akteur, der ins Dribbling gehen kann und Tempo mitbringt. Der Top-Kandidat dürfte und sollte Said El Mala sein. Der Köln-Youngster würde perfekt zum BVB passen, doch wäre da noch der Haken mit der Ablöse. Der Domstadt-Klub möchte 50 Millionen Euro haben, die der BVB laut Bild-Informationen nicht zahlen wird. Nun müssen die kommenden Tage entscheiden, ob sich beide Klubs in der Mitte treffen oder der Deal platzt.

Sollte El Mala nicht kommen, bräuchte man eine Alternative in der Hinterhand. Informationen der Bild zufolge ist Ibrahim Mbaye die 1B-Lösung hinter El Mala. Der 18 Jahre alte Senegalese im Dienste von Paris Saint-Germain ist enorm talentiert, kennt jedoch die Bundesliga noch nicht und würde wohl mehr Anlaufzeit benötigen als El Mala. Selbiges gilt für Arsenal-Youngster Ethan Nwaneri, der ebenfalls mit dem BVB in Verbindung gebracht worden ist.

Zudem kursiert noch immer der Name Jadon Sancho. Sollten sich alle Optionen zerschlagen, wäre der Engländer wohl die Notlösung der Verantwortlichen. Bedenkt man, dass die anderen Kandidaten sehr jung sind, könnte es aber auch sinnvoll sein, Sancho zusätzlich zu holen. Sinn oder Unsinn hängt dann vor allem von den Preisvorstellungen von Sancho selbst ab. Schließlich gibt es noch andere Positionen, auf denen man womöglich nachbessern möchte.

Priorität Nummer zwei: Neuer Backup für hinten rechts

Yan Couto hat in seinen zwei Jahren beim BVB nicht überzeugt und soll vor einem Wechsel zu Como 1907 stehen. Für die Schwarz-Gelben geht es nun darum, den Couto-Abgang zu finalisieren und einen Ersatz zu besorgen. Sowohl auf der linken als auch auf der rechten Position des Schienenspielers sind die Dortmunder dünn besetzt. Auf rechts gibt es auf den ersten Blick überhaupt keinen Spieler, der Julian Ryerson ersetzen könnte. Die Verpflichtung eines Backups ist unerlässlich.

Die Borussen haben es wohl bei Elias Baum probiert, jedoch will Frankfurt diesen behalten. Gerüchte gibt es ansonsten eher wenige. Hector Fort wurde im Zuge des Adeyemi-Deals als mögliches Tauschobjekt gehandelt, jedoch hat sich seitdem nichts getan. Zudem berichtete Africa Foot vor gut einem Monat, dass der BVB zu den vielen Interessenten an Guéla Doué gehören soll. Sowohl Fort als auch Doué wären spannende Optionen, aber wohl auch nicht ganz günstig. Sollte El Mala wirklich kommen, müssen sich Book und Co. womöglich ein Regal tiefer bedienen.

Priorität Nummer drei: Zukunft von Bensebaini und Sabitzer klären - ggbf. Ersatz holen

Im Sommer 2027 laufen die Verträge von Ramy Bensebaini und Marcel Sabitzer aus. Bei beiden stellt sich die Frage, ob eine Verlängerung wirklich noch Sinn ergibt. Beide bringen viel Erfahrung mit und sind ordentliche Spieler, allerdings stehen sie nicht für ein frisches und angriffshungriges Dortmund. Sollte man nicht verlängern wollen oder die Akteure einen Abschied anpeilen, würde es Sinn ergeben, jetzt noch eine Ablöse mitzunehmen.

Viel Zeit sollte jedoch nicht ins Land ziehen, da der BVB gegebenenfalls auf dem Transfermarkt reagieren müsste. Dies gilt insbesondere für Ramy Bensebaini, der wohl als Schlotterbeck-Backup gefragt ist. Bedenkt man, dass Bensebaini neben Anton aktuell der einzige gestandene Innenverteidiger im Kader ist, müsste definitiv ein Ersatz her. Gianluca Di Marzio berichtete vor wenigen Wochen, dass Marc Oliver Kempf auf dem Zettel der Borussen steht. Zumindest ein Spieler seines Kalibers müsste es dann schon sein. Zudem sollte man nicht vergessen, dass Bensbaini auch auf der linken Seite als einer der Backups von Daniel Svensson fungiert.

Im Falle von Sabitzer ist die Sache ähnlich. Zwar ist der BVB im Mittelfeld-Zentrum etwas breiter besetzt, kritisch würde es ohne den Österreicher trotzdem recht schnell werden. Dies liegt unter anderem an der Verletzungsanfälligkeit von Carney Chukwuemeka. Marc Casadó wurde ähnlich wie Fort als möglicher Adeyemi-Tauschpartner gehandelt, jedoch gab es seitdem keine Entwicklung. Der Barca-Profi wäre allerdings ein sehr vielversprechender Ersatz und würde als spielintelligenter und passstarker Aufbauspieler ein Profil mitbringen, das es aktuell im BVB-Kader nicht gibt. Sollte man aber all-in bei El Mala gehen müssen, dürfte ein solcher Deal nicht finanzierbar sein.

Fazit:

Der BVB sollte – wenn irgendwie möglich – den Deal mit El Mala über die Bühne bringen. Dafür muss man gegebenenfalls auch mal ein wenig über die Schmerzgrenze gehen. Sollte dies nicht funktionieren, könnte man es mit der Kombi aus Ibrahim Mbaye und Jadon Sancho probieren. Zudem sollte der Fokus darauf liegen, möglichst bald einen neuen Ryerson-Backup zu finden. Je nachdem, wie viel Geld auf den beiden Planstellen Nummer eins und zwei verbraten wird, könnte man überlegen, in der Innenverteidigung oder im zentralen Mittelfeld nachzubessern, indem man Bensebaini oder Sabitzer durch einen jüngeren Spieler ersetzt. Priorität haben jedoch die anderen beiden Positionen.


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