Juwel sorgt für Furore: Braucht es überhaupt einen Goretzka-Nachfolger?

Durch den Abschied von Leon Goretzka wird beim FC Bayern ein Platz frei. Doch braucht es überhaupt einen teuren Neuzugang?
Leon Goretzka hinterlässt eine Lücke im Kader
Leon Goretzka hinterlässt eine Lücke im Kader / DeFodi Images/GettyImages
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Die Ära von Leon Goretzka beim FC Bayern endet im Sommer 2026. Der Routinier war zwar zuletzt nur noch Ersatz, jedoch wird sein Weggang durchaus eine Lücke hinterlassen. Es wäre zu erwarten, dass die Münchner im Sommer einen neuen Mittelfeldspieler holen. Gewissermaßen hätte der Klub aber schon einen Spieler in der Hinterhand.

Die Rede ist von Noel Aséko, der aktuell als Leihspieler von Hannover 96 hervorragende Leistungen bringt. Laut Informationen von Sky denken die Münchner daran, den 20-Jährigen in der kommenden Saison ins Profi-Team zu integrieren. Doch taugt der Youngster schon als Nachfolger für Leon Goretzka oder muss der FC Bayern auf dem Transfermarkt zulangen?

Wir sehen uns an, was dafür und was dagegen spricht.

Pro Aséko

Beim FC Bayern wird im Endeffekt lediglich die Position des vierten Mittelfeldspielers frei. Joshua Kimmich ist ohnehin gesetzt und auch Aleksandar Pavlovic hat sich zuletzt als verlässlich starker Nebenmann etabliert. Dies ist ja im Endeffekt auch ein Grund, warum Tom Bischof so selten in einer zentralen Position zum Einsatz kommt. Der Ex-Hoffenheimer hat aber bereits gezeigt, dass er ein Spieler ist, auf den man sich verlassen kann. Bischof ist viel zu schade dafür, dauerhaft als Außenverteidiger oder in einer untergeordneten Rolle zu agieren.

Es macht also absolut Sinn, Bischof als Herausforderer für Pavlovic einzuplanen und dahinter ein junges Talent einzubauen. Dafür ist Aséko nahezu perfekt geeignet. Bei Hannover hat sich der Youngster als athletischer Abräumer mit einem gewissen Drang nach vorne hervorgetan. Zudem verfügt der deutsche Junioren-Nationalspieler über ein sauberes Passspiel und ist trotz seines jungen Alters sehr abgeklärt. Mit diesem Skill-Set unterscheidet er sich auch ein Stück weit von den anderen Mittelfeldspielern beim FCB.

Selbst wenn Aseko nicht funktionieren sollte, bestände die Möglichkeit, Konrad Laimer oder im Falle einer Verlängerung Raphael Guerreiro als Mittelfeldspieler auflaufen zu lassen. Auch im Junioren-Bereich gibt es einige zentrale Mittelfeldspieler neben Aséko, die Hoffnung auf eine große Karriere machen.

Kontra Aséko

Zwar mag Aséko einiges an Potenzial mitbringen, jedoch hat er bis jetzt noch keine Bundesliga-Erfahrung vorzuweisen. Mit Gewissheit kann man also nicht sagen, dass der 20-Jährige funktionieren würde. Sollte es sich herausstellen, dass Aséko nicht gut genug für die Bayern ist, hätten die Münchner zwar kein riesiges Problem, aber auch keine optimale Situation.

Die Sache ist nämlich, dass Kimmich, Bischof und Pavlovic relativ ähnliche Mittelfeld-Typen sind. Es fehlt ein wenig der athletische Box-to-Box-Spieler, den Goretzka in seinen Bayern-Jahren verkörpert hat. Gerade in den großen Matches kann diese Komponente für die Münchner wichtig sein.

Das zentrale Mittelfeld ist eine elementare Position, auf der man eigentlich nichts dem Zufall überlassen sollte. Klar, Konrad Laimer könnte den athletischen Achter geben, wird aktuell aber hinten rechts gebraucht. Der Bayern-Kader ist auch so eng, dass Bischof immer wieder mal auf anderen Positionen aushelfen muss. Da stellt sich schon die Frage, ob es Sinn ergibt, den Kader weiter zu verkleinern.

Fazit

Der FC Bayern steht tatsächlich vor einer recht kniffligen Aufgabe. Die Argumente pro und kontra Aseko sind von der Gewichtung relativ ähnlich. Letztlich sollte man dem Youngster die Chance geben, sich in der Sommerpause und in den Testspielen zu beweisen. Dann erhält Vincent Kompany, der viel vom Youngster halten soll, ein genaueres Bild.

Zudem kommt es auch darauf an, welche Optionen sich auf dem Transfermarkt ergeben. Es lohnt sich ohnehin immer, hier die Augen offen zu halten. Unter extremem Zugzwang stehen Eberl und Co. aber nicht. Ein Transfer ergibt nur Sinn, wenn man absolut vom betroffenen Spieler überzeugt ist.


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