Man könnte dem FC Bayern wahrlich einen Orden dafür verleihen, dieses Spiel in Leverkusen nicht verloren zu haben. Beim 1:1 gegen die Werkself kam es für die Roten schließlich gleich mehrmals knüppeldick. In Durchgang eins wurde den Bayern zweimal vom Eingreifen des Video-Assistenten ins Hintertreffen gebracht.
Der erste Leidtragende war Jonathan Tah, der vermeintlich den Ausgleichstreffer zum 1:1 erzielte, jedoch über diesen nur kurz jubelte. Der Ball war nach einem Flankenball vom Kopf von Poku gegen den Arm von Tah geprallt, der daraufhin einnetzte. Zwar lag ein unabsichtliches Handspiel mit angelegtem Arm vor, jedoch besagt die Regel eben, dass Handspiele des Torschützen immer geahndet werden. Folgerichtig war die Entscheidung regeltechnisch absolut korrekt.
Jackson-Platzverweis nach Horror-Foul
Noch bitterer wurde es für die Münchner kurz vor der Pause. Nicolas Jackson ging im Mittelkreis ziemlich ungeschickt in einen Zweikampf mit Martin Terrier und traf bei seinem Ausfallschritt ziemlich heftig den Knöchel des Leverkusen-Profis.
Zwar wurde die Szene zunächst mit Gelb geahndet, jedoch wurde nach Ansicht der Bilder schnell klar, dass es hier keine andere Entscheidung als glatt Rot geben kann. Terrier hatte enormes Glück, dass er sich bei dem heftigen Foulspiel nicht verletzt hat.
Kane-Treffer zu Unrecht aberkannt
Waren die VAR-Entscheidungen im ersten Durchgang zwar bitter, aber korrekt, wurde es im zweiten Durchgang dann doch eher grotesk. Zunächst erzielte der gerade erst eingewechselte Harry Kane den Treffer zum 1:1, jedoch wurde dieses erneut nach VAR-Eingriff aberkannt.
Im Gegensatz zur Hand-Debatte in der ersten Halbzeit, traf Schiedsrichter Dingert hier eine wenig nachvollziehbare Entscheidung. Zum einen geschah das Handspiel nicht unmittelbar vor dem Treffer und zum anderen war der Arm von Kane nahe am Körper, als er von Keeper Blaswich angeschossen wurde. Eine klare Fehlentscheidung lag definitiv nicht vor, weshalb der VAR eigentlich nie hätte eingreifen dürfen. "Das ist kein Handspiel, das ist ein Tor", hielt auch Sky-Experte Patrick Helmes fest.
Kurioser Platzverweis für Luis Diaz
Zwar konnte Luis Diaz für den FC Bayern nach dem aberkannten Kane-Tor zum 1:1 treffen, jedoch stand der Kolumbianer wenige Minuten später eher unfreiwillig im Mittelpunkt. Der Außenstürmer legte sich den Ball an Blaswich vorbei, ging dann zu Boden und erhielt wegen einer vermeintlichen Schwalbe die gelb-rote Karte. Es lag allerdings ein klar ersichtlicher Kontakt vor, weshalb die Entscheidung ebenso wenig nachvollziehbar war, wie das aberkannte Kane-Tor.
"Nein. Diaz sucht den Kontakt, aber die Berührung gibt es. Es ist kein Elfmeter, aber Diaz steht gleich wieder auf. Da muss man als Schiedsrichter Fingerspitzengefühl haben. Das ist zu wenig", zeigte sich auch Helmes kritisch.
Zwei Leverkusener Treffer nicht anerkannt
Die wacker kämpfenden Münchner hielten Leverkusen in Schach, jedoch netzte Jonas Hoffmann kurz vor Schluss zum 2:1 ein und schien dem Bayern-Pech die Krone aufzusetzen. Analog zum Treffer zum 1:0 fälschte Jonathan Tah den Ball schließlich unhaltbar für Sven Ulreich ab. Doch der Fußballgott hatte dann doch noch ein Erbahmen für die Münchner.
Beim Treffer lag schließlich eine kaum ersichtliche Abseitsstellung mit der Schulter vor. So griff der VAR zum ersten Mal zu Gunsten der Bayern ein. Wenig später fand ein weiterer Leverkusen-Treffer keine Anerkennung, weil Ulreich die Hand auf dem Ball hatte, ehe Maza den Ball ins Netz schoss.
So endete das irre Spektakel mit 1:1, was für neun von Pleiten, Pech und Pannen heimgesuchten Münchner gewiss eher ein Erfolg ist als für Leverkusen. Nach zwei relativ klaren Fehlentscheidungen dürfte Schiedsrichter Dingert aber noch unangenehme Fragen beantworten müssen.
