Der Hamburger SV steuert auf einen richtungsweisenden Sommer zu. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, stehen Sportdirektor Claus Costa und die Verantwortlichen vor einer Vielzahl offener Personalfragen.
Lediglich neun Spieler sollen für die kommende Bundesliga-Spielzeit fest eingeplant sein. Besonders im Angriff könnte es dabei zu einem tiefgreifenden Umbruch kommen, mit weitreichenden Folgen für die Kaderstruktur.
Glatzel vor dem Abschied – Sturm vor Umbruch
Im Zentrum steht Robert Glatzel, der unter Trainer Merlin Polzin zuletzt kaum noch berücksichtigt wurde und seinen Unmut öffentlich machte. Gegenüber der Hamburger Morgenpost verdeutlichte der einstige Topstürmer seine Abschiedsgedanken: "Ich habe noch ein Jahr einen Vertrag. Klar ist aber auch, dass ich so eine Situation, wie ich sie in den letzten neun Monaten hatte, auf keinen Fall noch mal erleben will. Das steht für mich fest."

Die sportliche Ausrichtung ist klar: Polzin setzt auf lauf- und pressingstarke Angreifer wie Ransford Königsdörffer und Damion Downs. Für den klassischen Strafraumstürmer Glatzel ist aktuell kein Platz, weshalb ein Abschied im Sommer als wahrscheinlich gilt.
Doch damit nicht genug: Auch Downs dürfte nach seiner Leihe keine Zukunft beim HSV haben. Bei Königsdörffer droht ein ablösefreier Abgang, sollte keine Einigung über eine Vertragsverlängerung erzielt werden.
Gleichzeitig bleibt Yussuf Poulsen aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit ein Unsicherheitsfaktor. Im Extremfall müsste der HSV zur neuen Saison gleich mehrere Stürmer verpflichten.
Zahlreiche Personalfragen im gesamten Kader
Die Baustellen beschränken sich jedoch nicht auf den Angriff. Insgesamt soll Costa laut Bericht rund 18 Personalien klären. Während nur Nicolas Capaldo, Warmed Omari, Jordan Torunarigha, Nicolai Remberg, Daniel Elfadli, Albert Sambi Lokonga, Bakery Jatta, Rayan Philippe und Sander Tangvik fest eingeplant sind, ist die Zukunft vieler anderer offen.
Verträge laufen unter anderem bei William Mikelbrencis sowie bei Daniel Heuer Fernandes aus, letzterer allerdings nur im Falle eines Abstiegs in die zweite Liga.
Zudem endet die Leihe von Abwehrchef Luka Vuskovic ohne Kaufoption. Bei Leihspielern wie Giorgi Gocholeishvili, Fabio Vieira, Philip Otele, Albert Grönbaek und Downs besitzt der HSV zwar Optionen, ob diese gezogen werden, ist derzeit jedoch unklar.
Weitere Abgänge und offene Perspektiven
Als sichere Abgangskandidaten gelten neben Glatzel auch Noah Katterbach, der sportlich keine Rolle mehr spielt. Zudem könnten sowohl bei Jean-Luc Dompe als auch bei Miro Muheim Transferanfragen zunehmen, insbesondere wenn letzterer mit der Schweiz bei der WM starke Leistungen zeigt.

Auch mehrere Rückkehrer wie Emir Sahiti, Aboubaka Soumahoro, Lukasz Poreba, Immanuel Pherai und Joel Agyekum haben aktuell keine vielversprechende Perspektive unter Polzin.
Klar ist: Der HSV steht vor einem Sommer der Entscheidungen. Vor allem im Sturm spricht vieles für einen kompletten Neuanfang. Wie die Mannschaft künftig ausgerichtet sein wird, ist derzeit noch offen.
