In dieser Woche hatte Robert Glatzel beim HSV für reichlich Unruhe gesorgt. In einem Interview mit der Mopo, welches von seinem Verein nicht autorisiert worden war, hatte der Stürmer seinen Unmut über seine aktuelle Situation rausgelassen und klargestellt, dass er nicht nochmal so eine Saison erleben möchte (90min berichtete).
Auf der Pressekonferenz am Donnerstag wurde Merlin Polzin, gegen den sich Glatzels Worte in erster Linie richteten, natürlich auf die Aussagen seines Schützlings angesprochen. Der HSV-Coach war versucht, die Thematik herunterzuspielen und betonte, dass jedem Spieler eine Meinung zustehe. "Und es ist für mich nichts Neues, dass Spieler, die unzufrieden sind mit Einsatzzeiten oder ihrer Rolle, das auch kundtun. Das ist völlig legitim", wird Polzin von der Mopo zitiert.
Die Aussagen öffentlich und am Verein vorbei zu tätigen, sei hingegen "nicht im Einklang mit den Regeln", so Polzin. "Deshalb haben wir es intern geklärt und klare Worte gefunden." Glatzel habe sich auch intern dafür entschuldigt.
Geldstrafe für Glatzel
Laut Angaben der Mopo hat der Angreifer für sein Vorgehen eine Geldstrafe erhalten. Eine Suspendierung, wie es beispielsweise bei Jean-Luc Dompé nach dessen Alkoholfahrt der Fall war, muss Glatzel aber nicht befürchten. Polzin: "Es kann in alle Richtung gedacht werden. Der Kader fürs Wochenende steht aber noch nicht fest. Es ist nicht so, dass ich ihn für die nächsten Wochen verbannt habe."
"Wir waren auf mehreren Ebenen im Austausch, um einen Haken dahinter zu machen. Es ist ein Thema, das noch mal eine Ebene höher geht. Am Ende haben wir als HSV das gemeinsame Ziel, den Verein in der Liga zu etablieren", wollte Polzin das Thema abschließen.
Dass die ohnehin brisante Stürmer-Thematik durch das Glatzel-Interview nun weitere Dynamik und Dramatik bekommt, bringe ihn allerdings nicht aus der Ruhe, so der HSV-Coach.
