Hoeneß wütet gegen Berater und macht große Bayern-Ankündigung

Uli Hoeneß ärgert sich sehr über die große Macht der Spielerberater. Insbesondere beim FC Bayern, fordert er, müsse häufiger auch 'nein' gesagt werden.
Uli Hoeneß
Uli Hoeneß / picture alliance/GettyImages
facebooktwitterreddit

Über die letzten Wochen und Monate war es um Uli Hoeneß vergleichsweise ruhig. Das ist aber auch nicht allzu verwunderlich, gibt es beim FC Bayern zurzeit kaum Themen, die seiner größeren Aufmerksamkeit oder eines Machtwortes bedürfen. Unter Vincent Kompany, für den er sogar ein großes Sonderlob übrig hat, läuft es gut für die Münchener.

Ein Thema brannte Hoeneß im Interview mit der Bild aber dann doch unter den Nägeln: Der Ehrenpräsident des FCB ärgert sich über die bereits sehr große und noch immer wachsende Macht der Spielerberater.

"Unverschämt": Hoeneß ärgert sich über zu große Macht der Spielerberater

"Herbert Hainer, Max Eberl, Jan Dreesen, Karl-Heinz Rummenigge und ich sind uns einig: Wir werden dieses ganze Berater-Thema zur Diskussion stellen!", kündigte Hoeneß vollmundig an, angesprochen auf die zuweilen zähen Verhandlungen für die Vertragsverlängerung mit Dayot Upamecano.

Und weiter: "Und wir werden es uns nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft. Ihr Beitrag steht zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung, die aufgerufen und am Ende auch oft gezahlt wird."

Die Berater verdienenen auch "viel zu viel Geld", so Hoeneß. Deshalb werde der Klub künftig "verstärkt 'nein' sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen". Dazu forderte er: "Man kann auch dem Spieler einmal sagen: 'Wenn dein Berater weiter so unverschämt verhandelt, werden wir mit ihm nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen.' So weit muss das gehen."

Um seinen Punkt zu verdeutlichen, bezog sich Hoeneß auch noch ganz konkret auf die Verhandlungen mit Upamecano und verriet: "Wissen Sie, was das Verhängnisvolle daran ist? Im Fall Upamecano wollten die Berater entweder den Preis bei uns hoch- oder ihn zu einem anderen Klub treiben, und als Dankeschön sollen wir ihnen Handgeld zahlen. Das ist ein Widerspruch in sich, den wir so nicht länger hinnehmen sollten."

Dayot Upamecano, Max Eberl, Christoph Freund
Mit Dayot Upamecano wurde kürzlich verlängert / S. Mellar/GettyImages

Das Handgeld ist ohnehin ein Thema beim FC Bayern. Der kicker hatte die gezahlten Handgelder der vergangenen zwölf Monate für Vertragsverlängerungen zusammengerechnet: Demnach mussten rund 100 Millionen Euro nur für diesen zusätzlichen Unterschriftsbonus geblecht werden (90min berichtete). Auch das wird Hoeneß ein Dorn im Auge sein.

In Zukunft, das kündigte Hoeneß auch schon an, müsse eventuell über die Zusammenarbeit mit einzelnen Spielerberatern nachgedacht werden. "Wir werden vielleicht auch den ein oder anderen Berater – wenn er sich unfair verhält – auf eine Liste nehmen und ihm sagen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden. Das wäre der nächste Schritt", so der 74-Jährige deutlich.


Weitere Nachrichten rund um den FC Bayern:

feed