Beim FC Bayern München herrscht seit geraumer Zeit wieder harmonisches Arbeitsklima und Unaufgeregtheit. Die große Wurzel dafür ist, dass der Rekordmeister sportlich wieder voll auf der Höhe ist und seine über Jahre gefürchtete Dominanz und sein Selbstverständnis wiedergefunden hat.
Das liegt einerseits an Cheftrainer Vincent Kompany, der den starbesetzten Kader voll im Griff hat und eine klare Spielidee verfolgt. Andererseits liegt das aber auch an den Strippenziehern im Hintergrund, die den Kader so zusammenstellen.
Hier steht vor allem Sportvorstand Max Eberl im Fokus. Nun lüftete Ehrenpräsident Uli Hoeneß am Rande der Vereinsveranstaltung "80 Jahre FC Bayern Basketball – never done“ gegenüber Sport1 ein durchaus aufsehenerregendes Geheimnis über die Zusammenarbeit mit Eberl, mit der die Führungsetage der Bayern nicht immer zufrieden war.
Sportvorstand wackelte lange: Hoeneß packt über Eberl-Arbeit aus
"Ich finde, dass sich Max im vergangenen halben Jahr innerhalb des Vereins mehr geöffnet hat. Wir alle – Karl-Heinz und ich, natürlich auch Herbert Hainer – sind von ihm viel besser über alles informiert worden, als das vorher der Fall war“, gab Hoeneß zu verstehen.
Eberl scheint also eine Wandlung durchlebt zu haben, die ihm letztlich den Job gerettet zu haben scheint. Denn anfangs war man so gar nicht zufrieden mit der Art und Weise wie der Sportvorstand seinen Job an der Säbener Straße ausgeübt hat.
"Er hat vorher ein bisschen, na ja, so ein Eigenbrötlerdasein geführt. Das hat uns nicht gefallen."Uli Hoeneß über Max Eberl

Hoeneß deutlich: "Er hat vorher ein bisschen, na ja, so ein Eigenbrötlerdasein geführt. Das hat uns nicht gefallen."
Mittlerweile hat sich das aber ins Positive gewandelt und Eberl hat sich bestens beim Rekordmeister eingefügt. "Das hat er aber grundlegend geändert. In dieser Beziehung hat er super gearbeitet“, so Hoeneß.
"Das hat er aber grundlegend geändert [...] Ich finde, dass sich Max im vergangenen halben Jahr innerhalb des Vereins mehr geöffnet hat. Wir alle – Karl-Heinz und ich, natürlich auch Herbert Hainer – sind von ihm viel besser über alles informiert worden, als das vorher der Fall war."Uli Hoeneß

Noch vor dem DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart im vergangenen Mai schien es gar nicht so sicher, ob Eberl eine Zukunft beim FC Bayern hat. Hoeneß bezifferte die damalige Chancen auf eine Verlängerung auf nur 60:40. Wenige Zeit später stiegen diese Chancen dann steil nach oben. Bereits im Trainingslager am Tegernsee im Juli ordnete Hoeneß diese Chance dann bei 100 Prozent ein.
Allerdings sorgte das offenbar für Unmut innerhalb des Vereins. "Wenn ich an dem Tag 80 Prozent gesagt hätte, dann hätte es noch mehr Ärger gegeben. Also deswegen war das eine Antwort zwischen Pest und Cholera“, verriet Hoeneß.
Transfermarkt-Meisterstück rettete Eberls Job
Max Eberl saß also lange keineswegs sicher im Sattel und seine Zukunft beim Rekordmeister war bis vor wenigen Monaten noch ziemlich ungewiss. Am Ende verlängerte man den Vertrag mit dem 52-Jährigen dann doch bis 2029 – nicht zuletzt dank seiner ordentlichen Arbeit auf dem Transfermarkt.
"Unseren Vorschlag, die Spieler möglichst früh zu verpflichten, weil sie nach der WM möglicherweise teurer sind, hat er zu 100 Prozent umgesetzt [...] Also da ist gute Arbeit geleistet worden."Uli Hoeneß

"Unseren Vorschlag, die Spieler möglichst früh zu verpflichten, weil sie nach der WM möglicherweise teurer sind, hat er zu 100 Prozent umgesetzt. Auch das Budget, das wir vorgegeben hatten – wir wollten ja bis zu circa 50 Millionen investieren –, ist unterschritten worden. Ich denke, dass wir nur 30 Millionen investiert haben, weil durch Verkäufe fast 70 Millionen hereingekommen sind. Also da ist gute Arbeit geleistet worden“, lobte Hoeneß. Für die Bayern war das offenbar das Meisterstück von Eberl und dieses rettete ihm wohl seine langfristige Zukunft in München. Eberls Wandlung in den letzten sechs Monaten öffnete ihm die Tür für eine Fortsetzung seiner Arbeit beim Rekordmeister.
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