Spielerberater sind so etwas wie die Lieblingsfeinde von Uli Hoeneß. Der Bayern-Ehrenpräsident lässt keine Gelegenheit aus, um die Agenten mit harten Worten anzugreifen. Auch im Rahmen einer Ehrung des früheren Eintracht-Aufrichtsratsvorsitzenden Wolfgang Steubing zeigte Hoeneß mal wieder klare Kante. Den ganzen Berufsstand wollte er aber nicht über einen Kamm scheren.
"Wenn ein Spieler heute ins Ausland geht, oder aus dem Ausland kommt, braucht er einen Berater. Es gibt sehr viele seriöse Berater, und es gibt sehr viele Halsabschneider", gab er zu verstehen. Zweitgenannter Gruppe sagte Hoeneß nun den Kampf an. "Es muss uns allen gelingen, die Halsabschneider auszusortieren", appellierte das Bayern-Urgestein.
Hoeneß in Rage: "Zehn Millionen Euro für drei Mittagessen"
Insbesondere stört sich Hoeneß an den enormen Summen, die die Berater für teilweise überschaubare Tätigkeiten erhalten. Im vergangenen Jahr kassierten Spielerberater laut kicker-Angaben weltweit insgesamt 1,167 Milliarden Euro. "Teilweise gibt es für drei Mittagessen zehn Millionen, das kann es nicht sein. Entscheidend ist, dass der Berater nicht denkt, er müsse mehr verdienen als der Spieler", monierte Hoeneß.
Es ist längst an der Regel, dass Berater bei neuen Deals fleißig mitverdienen und nicht selten beschleicht einen das Gefühl, dass sie mehr daran interessiert sind, sich die Taschen vollzustopfen als den Klienten nach besten Wissen und Gewissen zu beraten.
Hoeneß möchte Konzept entwickeln
Hoeneß ist an einem Punkt angekommen, an dem er nicht mehr tatenlos zusehen kann. "Wir haben das Thema auch bei uns sehr kontrovers diskutiert und werden in den nächsten Monaten versuchen, ein Konzept zu entwickeln, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen." In der G14, ein Zusammenschluss europäischer Top-Klubs, habe man versucht, "ein Salary Cap einzuführen". Ein Erfolg wurde die Sache allerdings nicht. "Das hielt genau vier Wochen, danach verstieß, glaube ich, die AC Mailand dagegen", führte er aus.
Natürlich ist aber das gesamte Fußball-Business von überhöhten Geldern durchzogen. Da ist es irgendwo nur logisch, dass auch die Spielerberater versuchen, davon bestmöglich zu profitieren. Letztlich haben es die Akteure ja auch selbst in der Hand, sich keinen "Halsabschneider", sondern einen seriösen Berater an die Seite zu holen. Dass es den Klubs nicht gefallen kann, mit einer weiteren "Partei" das Geld zu teilen, ist aber auch völlig logisch.
