Der berühmt-berüchtigte Trainereffekt ist bei Werder Bremen mit etwas Verzögerung eingetreten. Zwar gingen die ersten drei Spiele unter dem neuen Coach Daniel Thioune verloren, doch der überlebenswichtige 2:1-Heimsieg gegen Heidenheim scheint etwas ins Rollen gebracht zu haben. Eine Woche später gewannen die Grün-Weißen sogar mit 4:1 bei Union Berlin und kletterten auf den 13. Tabellenplatz der Bundesliga.
Werder möchte diesen Lauf gerne im kommenden Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am Sonntag (15:30 Uhr) fortsetzen. Die Chancen dafür stehen gut, schließlich geht es nun gegen einen direkten Konkurrenten, den die Bremer in der Tabelle bereits überholt haben.
"Das Selbstbewusstsein wächst, wenn man erfolgreich Fußball spielt. Bei Union hatte niemand das Gefühl beim Rückstand, dass wir das Ding verlieren würden, sondern dass wir das noch gewinnen können", erklärte Thioune auf der Pressekonferenz am Freitag. "Es hilft mir in der täglichen Arbeit, dass mir die Mannschaft vertraut und wir zusammen daran arbeiten können. Es kann gerne so weitergehen, das zarte Pflänzchen, müssen wir aber weiter pflegen. Da gehört noch viel Arbeit dazu, damit es weiter so erfolgreich bleibt und noch besser wird."
Dennoch gab der 51-Jährige zu, dass der Druck trotz der beiden Siege zuletzt noch "sehr groß" sei. "Wir wissen alle noch, wie unzufrieden wir und alle, die es mit uns halten, noch vor einigen Wochen waren. Deshalb müssen wir weiter an uns arbeiten und den Druck hochhalten, um weiter zu punkten. Denn wir haben noch nichts erreicht und brauchen jeden Zähler. Deshalb gilt der Fokus auf das nächste Spiel und da steht am Sonntag das Heimspiel gegen Mainz an", blickte Thioune voraus.
Thioune liebäugelt mit Klassenerhalt am 30. Spieltag
Doch obwohl die Werder-Verantwortlichen davon ausgehen, dass ihre Mannschaft bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen muss, hofft Thioune auf ein anderes Szenario. Der Übungsleiter würde gerne "eines Besseren belehrt werden und am 30. Spieltag vielleicht schon so viele Punkte haben, dass es rechnerisch nicht mehr möglich ist".
An Rechenspielchen will sich Thioune derzeit aber trotzdem nicht beteiligen. "Das macht überhaupt keinen Sinn. Ich brauche auch die Tabelle nicht, weiß gar nicht, wo wir gerade stehen, weil wir definitiv noch Punkte benötigen", so der Trainer.
