Hat der FC Bayern das perfekte Triple-Rezept? Nur ein Star ist unzufrieden

Die Stimmung im Team ist "außergewöhnlich gut". Die Ergebnisse stimmen. Der FC Bayern darf vom Triple träumen. 🏆 🏆 🏆
Sinnbild für den FC Bayern 25/26
Sinnbild für den FC Bayern 25/26 / Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages
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Die Saison hätte für den FC Bayern bislang kaum besser laufen können. In der Bundesliga führt der Rekordmeister die Tabelle nach einer rekordverdächtigen Hinrunde souverän an. Eine kurze Schwächephase mit der Pleite gegen Augsburg und dem Remis beim HSV scheint pünktlich vor dem Klassiker in Dortmund überstanden zu sein.

Am vergangenen Wochenende nutzten die Münchner das BVB-Remis in Leipzig und bauten den Vorsprung vor dem direkten Duell am Samstagabend (18:30 Uhr) wieder auf acht Punkte aus. Kassieren die Bayern keine Pleite in Dortmund, dürfte in Sachen 35. Meisterschaft nichts mehr anbrennen.

Perfekte Ausgangsposition für Triple-Angriff

Nur die Schale wäre 25/26 aber sicher eine Enttäuschung. In München darf man vom dritten Triple der Vereinsgeschichte träumen. Die Kompany-Truppe steht im DFB-Pokal im Halbfinale - der erste Pokal-Titel seit langen sechs Jahren soll her.

In der Königsklasse war die Ligaphase fast perfekt. Als Zweiter haben sich die Bayern souverän direkt fürs Achtelfinale qualifiziert. Dort winkt nun ein deutsches Duell gegen Leverkusen oder den BVB. Neben Arsenal gelten die Bayern als Topfavorit auf den Henkelpott.

Die Zutaten für den größtmöglichen FCB-Erfolg in dieser Saison scheinen vorhanden. Trainer Vincent Kompany hat den Klub wieder zur Ruhe und Kontinuität gebracht. Die Mannschaft spielt einen intensiven und attraktiven Fußball. Personell gibt es zwar immer mal wieder einige Wehwehchen - bislang kam die Mannschaft aber ganz gut durch die Saison. Ein wichtiger Faktor angesichts des recht kleinen Kaders.

Einzig Alphono Davies macht etwas größere Sorgen. Jamal Musiala ist nach seiner schweren Verletzung zurück und sollte pünktlich zur Saison-Crunchtime wieder in Topform sein.

Dazu ist Jonathan Tah als neuer Abwehrchef voll eingeschlagen, die Zukunft von Nebenmann Dayot Upamecano nach ultra zähem Poker geklärt. Und in der Offensive bilden Harry Kane, Michael Olise und Sommer-Königstransfer Luis Diaz ein schier unaufhaltsames Duo, das nun auch noch von Musiala ergänzt wird.

Die (fast) perfekte Teamchemie

Laut Sport Bild kommt eine "außergewöhnlich gute Stimmung innerhalb der Mannschaft" hinzu. Da werden Erinnerungen an 2012/13 wach, als die Bayern nach der schweren Enttäuschung im Finale dahoam in der Folgesaison alle Kräfte bündelten und unter Jupp Heynckes das erste Triple holten.

Wirklich unzufriedene Spieler soll es im Kader kaum geben. Die Sport Bild nenn mit Chelsea-Leihgabe Nicolas Jackson nur einen, dessen Unzufriedenheit "sich im Klub bemerkbar macht". Der Angreifer kam im vergangenen Sommer kurz vor Transferschluss doch noch als Kane-Backup, konnte in München bislang aber kaum Akzente setzen. Am Saisonende werden sich die Wege mit Sicherheit wieder trennen.

Goretzka & Co. ordnen sich unter

"Wir haben diese Saison das Gefühl, dass ganz viel möglich ist."

Leon Goretzka

Andere Spieler mit wenig Spielzeit - wie Min-jae Kim oder Tom Bischof - haben ihre Rolle dagegen offenbar akzeptiert und stellen sich in den Dienst des großen Ganzen. Das gelte auch für Leon Goretzka, der zuletzt immer häufiger auf der Bank Platz nahm. Der Routinier hatte einen Winter-Wechsel ausgeschlagen, um in seinem letzten FCB-Halbjahr noch Titel einfahren zu können - im Bestfall drei.

Die aktuelle Kaderstruktur kommt dabei der Stimmung zugute. Die Backups wissen, dass es hinter den Stammkräften nicht viele Alternativen gibt und sie entsprechend im Saisonendspurt ebenfalls noch wichtig werden.

"Wir haben diese Saison das Gefühl, dass ganz viel möglich ist. Ich habe das Glück, schon einmal dabei gewesen zu sein, als wir sechs Titel in einem Jahr gewonnen haben. Ich weiß, was das für eine geile Zeit war", meinte Goretzka nach dem 3:0-Sieg in Bremen, als er sich selbst in die Torschützenliste eingtrug.

"Wir haben damals gesagt, dass wir das noch einmal mit Fans erreichen wollen. Damals war das wegen Corona nicht möglich. Dafür werden wir jetzt alles in die Waagschale werfen, um am Ende mit den Fans die ganz großen Titel feiern zu können."

Wichtige Transfers im Fitness-Staff

Team-Zusammenhalt und die nötige Fitness bilden demnach die Grundlage für die Triple-Rechnung in München. Die Klub-Bosse scheinen bei beidem im vergangenen Sommer ein glückliches Händchen bewiesen zu haben. Die Kaderplanung kritisiert längst niemand mehr - was auch an den weniger gewordenen Ausfällen liegt.

Dazu hatte man vor der Saison in Benjamin Sommer einen neuen Reha-Trainer von Eintracht Frankfurt verpflichtet. Im Januar kam Athletik-Trainer Quirin Löppert vom FC Augsburg dazu. Laut Sport Bild genießen beide im Klub "hohes Ansehen".

Klingt alles in allem nach dem perfekten Triple-Rezept!


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