Mit einem 7:1 über Curaçao konnte die deutsche Nationalmannschaft am Sonntagabend deutscher Zeit einen ungefährdeten und über weite Strecken überzeugenden Auftaktsieg bei der WM-Endrunde 2026 feiern.
Da es sich beim gestrigen Gegner allerdings um einen krassen Außenseiter und unbeschriebenen Fußballzwerg handelte, ist die Stimmung in der DFB-Auswahl nach dem Spiel zwar euphorisch, aber auch mit der nötigen Zurückhaltung. Die deutschen Stimmen zum Turnierstart in Houston.
Die DFB-Stimmen zum Auftaktsieg über Curaçao
Bundestrainer Julian Nagelsmann
"Ich habe mich extrem für die Mannschaft gefreut", so Nagelsmann nach Abpfiff. Und weiter: "Wir waren heute sehr favorisiert, aber Curacao hat besser gespielt, als es alle erwartet haben. Sie haben auch anders gespielt, als in den ganzen Spielen zuvor."
"Ich habe mich extrem für die Mannschaft gefreut [...] Es sind ja viele Newcomer dabei. Du musst dann erstmal sieben Tore machen."Julian Nagelsmann

Einen kleinen Schockmoment musste das DFB-Team mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich aber schon verdauen. "Wir bekommen aus der ersten Aktion den Ausgleich und mussten uns erstmal kurz sammeln", gestand der Bundestrainer. Dennoch sieht Julian Nagelsmann einen gelungenen Auftakt ins Turnier. "Es sind ja viele Newcomer dabei. Du musst dann erstmal sieben Tore machen. Es waren gute Dinge dabei, aber auch Dinge, die wir analysieren können.
Auftakttorschütze Felix Nmecha
"Ich realisiere erst jetzt, was passiert ist und freue mich einfach", so BVB-Star Felix Nmecha nach Spielende. Der Dortmunder Mittelfeldspieler eröffnete das Torfest mit seinem Treffer zum 1:0 in der sechsten Spielminuten.
"Ein sehr besonderer Moment für mich und die Familie [...]."Felix Nmecha

"Es ist schon ein sehr besonderer Moment für mich und die Familie, aber auch für die Mannschaft. Das Ergebnis kann man definitiv mitnehmen. Jetzt müssen wir von Spiel für Spiel weitermachen", so Nmecha weiter.
Shootingstar Nathaniel Brown
Auch bei einem weiteren WM-Debütanten war die Freude nach Spielende riesengroß. Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt durfte sich über sein erstes WM-Spiel sowie seinen ersten Treffer bei einer Weltmeisterschaft freuen. "Es ist unbeschreiblich, hier in meinem ersten WM-Spiel zu treffen. Meine Familie ist da und das ist unglaublich", merkte man dem Linksverteidiger seine Emotionen an.
"Es ist unbeschreiblich, hier in meinem ersten WM-Spiel zu treffen."Nathaniel Brown

Doch der Kantersieg zum Auftakt soll erst der Anfang sein. "Wir wollen jetzt weiterarbeiten. Wir sind sehr zufrieden, das eine Gegentor war unnötig, aber es hat gutgetan und als wir dann aufgewacht sind, haben wir aufgedreht. Es tut uns gut, dass wir so viele Tore geschossen haben. Jetzt müssen wir weiter an unseren Fehlern arbeiten", so Brown.
Torwart Manuel Neuer
"Das Fazit ist sehr positiv", freute sich auch Comebacker Manuel Neuer über den deutlichen Sieg. "Es war wichtig, dass wir gut gestartet sind und viel Spielfreude an den Tag gelegt haben."
"Ich habe jeden Tag auf diesen Tag heute gewartet und wollte unbedingt spielen. Es hat sich gut angefühlt, mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen."Manuel Neuer

Dabei fand der 40-Jährige auch ein dickes Lob für die deutsche Bank. "Die Einwechselspieler haben viel neue Energie auf den Platz gebracht."
Am größten war Neuers Freude aber wohl über den eigenen Einsatz und seine Rückkehr ins DFB-Team. "Ich habe jeden Tag auf diesen Tag heute gewartet und wollte unbedingt spielen. Es hat sich gut angefühlt, mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen."
Getrübt wurde die Feierstimmung letztlich nur mit dem kleinen Makel des zwischenzeitlichen Ausgleichstreffers zum 1:1. Neuer: "Wenn der Schuss nicht abgefälscht wird, hab' ich ihn, aber die Distanz war zu nah, um zu reagieren. Ich hätte ihn gerne gehalten." Dennoch wird der Bayern-Keeper den Gegentreffer verschmerzen können.
Doppelpacker Kai Havertz
Kai Havertz wollte die Euphorie noch nicht allzu groß werden lassen. Trotzdem konnte sich der Offensivstar des FC Arsenal über den gelungenen Turnierstart mächtig freuen und steuerte beim 7:1 gleich einen Doppelpack bei.
"Verbesserungspotential ist immer da, aber es war ein top Ergebnis und ein super Spiel."Kai Havertz

"Verbesserungspotential ist immer da, aber es war ein top Ergebnis und ein super Spiel. Daraus sollten wir viel Energie ziehen", so Havertz nach dem Spiel.
Letztendlich konnte die DFB-Elf die gestellten Aufgaben teils bravourös meistern. "Die erste Halbzeit war hart, wir haben es gut gemacht und können zufrieden sein. Das erste Spiel ist immer das härteste, aber wir haben gut Selbstvertrauen getankt. Das 7:1 gegen Brasilien 2014 habe ich gesehen, es steht in den Geschichtsbüchern - jetzt mit diesem Ergebnis zu starten, ist etwas Besonderes", freute sich Havertz. Ratschlag, wie er dieses Spiel gefühlstechnisch einordnen kann, wollte Havertz sich mit einem Augenzwinkern dann noch bei seinem Keeper abholen: "Manu war als Einziger dabei, ich frag ihn nachher mal, wie es war."
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