Guirassy und Co. im Formtief: Bei diesen Bundesligastars erwartet man eine Steigerung

Nicht alle Bundesliga-Stars konnten in der Hinrunde wirklich überzeugen. Wir werfen einen Blick auf sechs Stars, die sich deutlich steigern müssen.
Für Serhou Guirassy lief es in der Hinrunde nicht rund
Für Serhou Guirassy lief es in der Hinrunde nicht rund / Jan Fromme - firo sportphoto/GettyImages
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Die Weihnachtspause neigt sich dem Ende entgegen und die Bundesliga-Klubs nehmen Kurs auf die Rückrunde. Während einige Stars in der Hinrunde ihr Potenzial voll abrufen konnten, haben andere wiederum enttäuscht.

Wir werfen einen Blick auf sechs Spieler, von denen wir gemessen ihrer eigentlichen Qualität in der Rückrunde eine klare Steigerung erwarten.

6. Johan Bakayoko (RB Leipzig)

Johan Bakayoko
Pau Barrena/GettyImages

Johan Bakayoko zählte 2023/24 zu den ganz heißen Aktien der Eredivisie, nachdem er auf insgesamt 28 Scorer-Punkte kam. Zahlreiche große Klubs wurden mit dem offensiven Flügelspieler in Verbindung gebracht, jedoch fiel seine Saison 2024/25 etwas schwächer aus. RB Leipzig ergriff die Chance und nahm den 22 Jahre alten Belgier unter Vertrag. Sein Start bei den Sachsen verlief noch ordentlich, zumal Bakayoko in den ersten fünf Spielen immerhin zwei Treffer erzielen konnte. Es sollte allerdings bei den zwei Treffern bleiben.

Während Bakayoko seinen Speed und sein Durchsetzungsvermögen überhaupt nicht mehr einbringen konnte, wurde Yan Diomande zum Shootingstar der Liga. War Bakayoko noch bis zum siebten Spieltag gesetzt, spielte er seitdem nur noch einmal von Beginn an. Doch auch in seinen Joker-Einsätzen konnte der Youngster kaum mal Akzente setzen.

Bakayoko hat viel mehr drauf und muss auch mehr zeigen, wenn man daran denkt, dass Leipzig immerhin 18 Millionen Euro hingelegt hat.

5. Shuto Machino (Borussia Mönchengladbach)

Shuto Machino
Koji Watanabe/GettyImages

Wenn Borussia Mönchengladbach acht Millionen Euro plus Bonus-Zahlungen in die Hand nimmt, müsste eigentlich auch ein Spieler kommen, der dem Klub sportlich weiterhilft. Die Hoffnungen waren groß, zumal Machino in Kiel wahrlich gut gespielt hat. Bei den Fohlen hat es aber von Beginn an nicht so richtig funktioniert. Durch die Kleindienst-Verletzung lag sofort der Fokus auf dem Japaner, jedoch konnte er den Erwartungen nicht gerecht werden.

Machino fremdelte im Gladbach-System und wurde dann von Haris Tabakovic verdrängt, der seine Sache deutlich besser machte und sogar das Fehlen von Kleindienst über weite Strecken kompensieren konnte. Insgesamt kommt Machino bis jetzt auf zwei Tore im Gladbach-Dress. Die Luft wird dünner, zumal ein Comeback von Kleinsienst seine Einsatzzeiten weiter minimieren könnte.

Umso mehr muss sich Machino in den kommenden Wochen beweisen und zeigen, dass die acht Millionen Euro kein verschwendetes Geld waren. Eigentlich müsste er nur an das anknüpfen, was er bereits in der letzten Saison mit seinen elf Toren angedeutet hatte.

4. Yussuf Poulsen (Hamburger SV)

Hamburger SV - Werder Bremen
picture alliance/GettyImages

Für einen Zweitliga-Aufsteiger klingt es natürlich erstmal toll, ein Kaliber wie Yussuf Poulsen an Bord holen zu können. Zwar hat der dänische Angreifer bei RB Leipzig in den letzten Jahren nicht immer gespielt und überzeugt, jedoch sollte seine Erfahrung und seine Qualität für den HSV dennoch extrem hilfreich sein.

Nicht umsonst wurde Poulsen direkt zum Kapitän ernannt. Letztlich lief der Routinier aber nur ein einziges Mal mit der Binde am Arm ein, weil er nur einmal in der Startaufstellung stand. Poulsen fehlte immer wieder mal verletzt und fand auch sonst nie seinen Rhythmus. Seinen einzigen großen Moment hatte er beim Derby gegen Werder Bremen, indem er den späten Treffer zum 3:2 erzielte. Ansonsten blieb er aber ohne Scorer-Punkt.

In der Rückrunde ist Poulsen auf jeden Fall in der Pflicht, zumal andere Angreifer wie Robert Glatzel und Ransford Känigsdörffer auch überhaupt nicht liefern. Das Fehlen von Davie Selke, der in die Türkei gewechselt ist, ist allgegenwärtig.

3. Jean-Matteo Bahoya (Eintracht Frankfurt)

Jean-Matteo Bahoya
Judit Cartiel/GettyImages

Eigentlich dachte man, dass Jean-Matteo Bahoya der nächste große Shotingstar der Liga wird. Der 20-Jährige hat schon in der Vorsaison mit seinem unglaublichen Speed einiges angedeutet und erwischte einen richtig guten Start in die Saison. Bahoya traf am ersten Spieltag doppelt und gab am zweiten Spieltag einen Assist. Gerüchte wurden laut, dass die SGE ein Angebot über 70 Millionen Euro aus Saudi-Arabien erhalten habe. Seit dem zweiten Spieltag gelang Bahoya dann aber überhaupt kein Scorer mehr. Dies gilt nicht nur für die Bundesliga, sondern auch für den DFB-Pokal und die Champions League.

Zwar wurde Bahoya nach dem furiosen Start sicher ein wenig überschätzt, jedoch war mit einem solchen Formtief nicht zu rechnen. Insbesondere in Sachen Entscheidungsfindung und Konzentration im Abschluss ließ der Youngster vieles vermissen. Es bleibt dabei, dass Bahoya enorm viel Potenzial mitbringt, alleine schon, weil er zu den schnellsten Spielern der Bundesliga zählt. Es wäre für die SGE ungeheuer wichtig, wenn er seine Qualitäten wieder zum Leben erwecken könnte.

2. Serhou Guirassy (Borussia Dortmund)

Serhou Yadaly Guirassy
Pau Barrena/GettyImages

Eigentlich ist Serhou Guirassy neben Patrik Schick der einzige Angreifer, von dem man erwarten würde, Harry Kane im Rennen um die Torjägerkanone Konkurrenz machen zu können. Zunächst sah auch alles danach aus, als würde der BVB-Star an seine starken Saisons 2023/24 und 2024/25 anknüpfen können.

Nach vier Bundesligatoren in den ersten drei Spielen folgte aber nur noch ein weiterer Treffer und ein Assist. Zwar liest sich die Bilanz von Guirassy in der Champions League mit drei Toren und drei Assists deutlich besser, jedoch bleibt vor allem die Torlos-Serie in der Bundesliga im Kopf. Hinzu kommt, dass der Mittelstürmer immer wieder mit seinem Verhalten für negative Schlagzeilen sorgte. So zum Beispiel, als er anstelle des bestimmten Elfmeterschützen, Ramy Bensebaini, vom Punkt antreten wollte oder als er Kovac den Handschlag verweigerte.

Guirassy muss sich sowohl sportlich als auch charakterlich schleunigst wieder finden. In der Form der letzten Monaten ist er für den BVB schlichtweg keine Hilfe.

1. Paul Nebel (Mainz 05)

Paul Nebel
picture alliance/GettyImages

"Ich denke, er muss ein Jahr noch in Mainz spielen und dann können wir ihn für 80 Millionen Euro verkaufen. Das ist ok. Würde er in Stuttgart oder Dortmund spielen, würden die ihn für 100 Millionen verkaufen", erklärte Bo Henriksen in Bezug auf Paul Nebel in einer Medienrunde vor der Saison. Es gibt wohl kaum einen Satz, der in den letzten Monaten schlechter gealtert ist. Heute ist Henriksen nicht mehr Mainz-Coach und Nebel keineswegs 80 oder gar 100 Millionen Euro wert.

Nebel, der in der letzten Saison zu den Shootingstars schlechthin zählte, hat eine komplett ernüchternde Hinrunde hinter sich. Tatsächlich hat Nebel sogar mehr Platzverweise erhalten als Tore erzielt. Der Mittelfeld-Youngster kassierte in der Bundesliga zweimal glatt Rot und erzielte nur ein Tor. Pflichtspielübergreifend kommt Nebel auf ein Tor und einen Assist in 21 Pflichtspielen. Bezeichnend ist eine erschreckende Zweikampfbilanz von 33,8 Prozent. Nebel ist alles schuldig geblieben, was man nach der starken Vorsaison erwartet hatte.

Der 23-Jährige stand im September sogar im Aufgebot der deutschen A-Nationalmannschaft. Seine WM-Chancen dürfte aktuell aber gleich Null sein. Natürlich spielt ganz Mainz enttäuschend, jedoch blieb kaum einer derart unter den Erwartungen wie Nebel. Es ist an der Zeit, dass er seine Spielfreude, seinen Zug zum Tor und seinen Instinkt wiederfindet.


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