Guirassy beendet Torflaute: Ist damit alles wieder gut?
Von Dominik Hager

Der Knoten bei Serhou Guirassy ist endlich geplatzt. Der Angreifer markierte beim BVB-Sieg gegen Werder Bremen den Treffer zum 3:0 und beendete damit seine lange Durststrecke. Der 29-Jährige war seit Ende Oktober in sieben Bundesligaspielen in Serie ohne Torbeteiligung geblieben. Ungewohnterweise musste Guirassy gegen Bremen auch zunächst von der Bank zusehen, ehe er den für sein Gemüt so wichtigen Joker-Treffer erzielen konnte.
Nicht nur von Guirassy dürfte eine große Last gefallen sein, sondern auch von seinen Kollegen. Immerhin weiß in Dortmund jeder, dass ein Guirassy in Topform den Unterschied ausmachen kann. "Ich freue mich extrem für ihn. So ein Tor zu machen, im richtigen Moment, nachdem du von der Bank reingekommen bist - das tut natürlich jedem sehr gut", erklärte Keeper Gregor Kobel nach dem Spiel und gab zu bedenken, dass das "Mentale und Emotionale im Fußball eine große Rolle" spiele.
"Einen wie ihn, der es eigentlich gewohnt ist, die Dinger am Fließband reinzuknallen, frustriert so eine Zeit schon", gab Kobel zu bedenken.
Kovac freut sich über Guirassy-Glück
Trainer Niko Kovac, der seinen Stürmer-Star erst in der 68. Minute aufs Feld schickte, zeigte sich erleichtert darüber, dass Guirassy nun auch mal ein wenig Glück gehabt hat. "Als Stürmer braucht man auch Glück. Dass ihm der Ball genau vor die Füße fällt, das ist Glück und dieses Glück hatte er in den letzten Wochen nicht", schilderte der BVB-Coach, der es nicht bereute, den Mittelstürmer zunächst auf der Bank gelassen zu haben. "Ich will mich jetzt nicht selbst loben, aber ich glaube, der Plan ist aufgegangen", verdeutlichte er selbstzufrieden.
Stellt sich nur die Frage, wie die Kovac-Pläne zukünftig aussehen. Man sollte schließlich nicht zwingend davon ausgehen, dass der eine Treffer von Guirassy gereicht hat, um alle Diskussionen verstummen zu lassen. Der 29-Jährige muss seinen Rhythmus erst wieder finden und dann auch in schwierigeren Situationen zeigen, dass er den Unterschied ausmachen kann.
BVB auf starken Guirassy angewiesen
Positiv ist für Guirassy, dass Fabio Silva seine Sache im Sturm zwar ordentlich gemacht hat, in Summe aber noch ein Stück davon entfernt ist, ein wirklicher Leistungsträger zu sein. Man darf nicht vergessen, dass Guirassy in der Vorsaison 38 Pflichtspiel-Tore erzielen konnte. Derartiges ist Silva definitiv (noch) nicht zuzutrauen.
Der Fokus dürfte also schon wieder zunehmend auf Guirassy gerichtet werden, den Kovac erst kürzlich in die Pflicht genommen hat, da dem BVB "fünf, sechs, sieben Tore" fehlen. "Ohne Tore wird man keine Spiele gewinnen und dementsprechend unsere Ziele nicht erreichen", bemängelte der Coach.
Bild-Angaben zufolge ist nicht gänzlich ausgeschlossen, dass bis zum Deadline Day am 2. Februar sogar noch ein weiterer Stürmer aufkreuzt. Unerschütterlich ist das Vertrauen in Guirassy offenbar noch nicht wieder.
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